[WestG] [AKT] Eine neue Klimakammer fuer die Filmschaetze Westfalens

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Fr Mai 11 11:23:19 CEST 2012


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 10.05.2012, 11:13


AKTUELL

Eine neue Klimakammer für die Filmschätze Westfalens
Westfälisches Wirtschaftsarchiv aus Dortmund lagert seine 
Filmbestände beim LWL ein

Filme machen Geschichte in ganz besonderer Weise lebendig; auch 
die Westfalens. In einem speziellen Archiv sichert der 
Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) seit 1990 dieses 
gefährdete kulturelle Erbe der Region. Zahlreiche Filmschätze 
aus ganz Westfalen hat das LWL-Medienzentrum für Westfalen 
seitdem übernommen. Jetzt war das Filmmagazin in Münster voll. 
Deshalb hat der LWL im Keller eines Bürogebäudes am Hörster 
Platz eine neue Klimakammer für Filme eingerichtet, die 
LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale am Mittwoch 
(09.05.) ihrer Bestimmung übergab. Mit dem kompletten 
Filmbestand des Westfälischen Wirtschaftsarchivs aus Dortmund 
bekommt das Kühlmagazin auch gleich einen gewichtigen Zuwachs.

Die 4500 Filmdosen und Filmdöschen, die in den vergangenen 
Jahren im Kühlmagazin des Filmarchivs im LWL-Medienzentrum 
zusammengetragen worden sind, stammen aus kommunalen Archiven, 
von Heimatvereinen, Verbänden und von Privatpersonen. "Es ist 
Aufgabe des LWL, dort tätig zu werden, wo die einzelnen Städte 
und Kreise an ihre Grenzen stoßen", sagte Rüschoff-Thale. 
"Indem der LWL die Filmschätze der Region sichert und 
erschließt, leistet er praktische Hilfe für Archive, Museen und 
Vereine in ganz Westfalen-Lippe. Denn viele von ihnen verfügen 
nicht über die notwendigen Räume, um historische Medien 
sachgerecht lagern zu können - von der technischen Ausstattung 
und dem speziellen Fachwissen, die zur schonenden Sichtung und 
Bearbeitung von betagten Filmen notwendig sind, ganz abgesehen. 
Schließlich handelt es sich häufig um Unikate, die bei 
unsachgemäßer Behandlung unweigerlich verloren sind."

Sachgerechte Lagerung heißt bei Filmen vor allem kühl und 
trocken: Bei 12 Grad Celsius und 40 Prozent relativer 
Luftfeuchte können schwarz-weiße Azetatfilme 100 Jahre und mehr 
überdauern. "Mit der Erweiterung der Archivkammern ist 
gewährleistet, dass die westfälischen Filmschätze aus 
öffentlicher und privater Hand auch künftig optimale 
Lagerbedingungen finden werden", sagte Rüschoff-Thale. Dr. 
Karl-Peter Ellerbrock, der Leiter des in Dortmund beheimateten 
Westfälischen Wirtschaftsarchivs, zeigte sich beeindruckt: "Das 
ist wirkliche eine professionelle Lösung, und ich freue mich, 
dass unsere Filme jetzt hier ein Endlager finden, das allen 
konservatorischen Ansprüchen genügt. Der Landschaftsverband ist 
und bleibt ein unverzichtbarer Partner für uns in Westfalen." 
Das LWL-Medienzentrum und das Westfälische Wirtschaftsarchiv 
werden die wertvollen Bestände in einem Kooperationsprojekt 
gemeinsam erschließen.

Das Angebot der kostenlosen Einlagerung hat sich mittlerweile 
in Westfalen-Lippe herumgesprochen, so dass inzwischen 
jährliche Zuwachsraten von einigen hundert Filmen zu 
verzeichnen sind. Bereits 2007 war absehbar, dass die 
vorhandenen Kapazitäten in der ca. 20 Quadratmeter großen 
Kühlkammer in absehbarer Zeit erschöpft sein würden. Es 
begannen die Planungen für einen Erweiterungsbau, der 
kostengünstig und gut gelegen sein sollte, aber auch die 
Archivanforderungen erfüllen musste. Dabei ergab sich der 
glückliche Umstand, dass das LWL-Gebäude am Hörster Platz 
renoviert werden sollte und noch freie Flächen im 
Kellergeschoss zur Verfügung standen. Dieser Standort liegt nur 
wenige hundert Meter vom LWL-Medienzentrum entfernt.

Hier wurde im vergangenen Jahr unter der Federführung der 
Westfälisch-Lippischen Vermögensverwaltungsgesellschaft vom 
Architekturbüro Kleffner und der Kältefirma Wallraff eine 
Kühlkammer mit Luftaustauscher realisiert und Ende November 
2011 fertiggestellt.

Die 60 Quadratmeter große Kammer werden sich das Film- und 
Bildarchiv des LWL-Medienzentrums teilen. "Das Filmarchiv hat 
schon drei Viertel seiner Bestände in die neue Kühlkammer 
überführt, das Bildarchiv zunächst einen großen Einzelbestand, 
so dass die alten Kühlkammern an der Fürstenbergstraße wieder 
aufnahmefähig sind, aber auch die neue Kammer noch Kapazitäten 
für etliche Jahre vorhält", so Professor Dr. Markus Köster, 
Leiter des LWL-Medienzentrums.


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