[WestG] [AKT] Fuehrung: Die Ruethener Friedhoefe im Wandel der Zeiten, Ruethen, 11.03.2012

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Fr Mär 2 11:27:09 CET 2012


Von: "Friedhelm Sommer" <stadtarchiv at ruethen.de> 
Datum: 01.03.2012, 15:39 


AKTUELL

Die Rüthener Friedhöfe im Wandel der Zeiten.

Auf dem Areal der historischen Rüthener Altstadt befinden sich 
insgesamt 4 Friedhöfe bzw. Begräbnisplätze aus 
unterschiedlichen urbanen Entwicklungsphasen: So dienten seit 
der Stadtgründung im Jahr 1200 ausschließlich die direkten 
Umgebungsbereiche der beiden Rüthener Kirchen bis Anfang des 
19. Jh. den christlichen Einwohnern zu Bestattungszwecken. 
Diese beiden "Kirchhöfe" weisen noch heute durch ihre 
Erscheinungsformen und überkommene Grabsteine aus alter Zeit 
auf ihre ursprüngliche Funktion hin.

Schon vor dem Jahr 1625 wurde einen Graben der Stadtbefestigung 
von den ansässigen Juden zu Bestattungszwecken genutzt - im 
genannten Jahr erhielten sie diesen Bereich per Ratsbeschluss 
offiziell u. dauerhaft für diesen Zweck zugewiesen. Dieser 
"Judenhagen" gilt heute als ältester original erhaltener 
jüdischer Begräbnisplatz in Westfalen . Schließlich wurde 1826 
auf dem Gelände der ehemaligen Rüdenburg ein neuer christlicher 
Friedhof angelegt, der noch heute die in der Stadt Verstorbenen 
aufnimmt. Die Anlegung der jeweiligen Begräbnisplätze, die 
differenzierten Bestattungsformen und insbesondere die 
Gestaltung der Grabdenkmäler wurden stets von den Auswirkungen 
der jeweiligen sozioökonomischen, konfessionellen u. 
kulturgeschichtlichen Zeitentwicklungen beeinflußt und bis in 
die Gegenwart hinein geprägt.

Die unterschiedlichen Erscheinungsformen von Friedhöfen, 
Grabstätten u. Grabdenkmälern waren und bleiben folglich immer 
Zeitbezogene Spiegelbilder der jeweiligen 
kulturgesellschaftlichen Phasen, dienen seit jeher in 
vielfältiger Ausdrucksweise der biografischen Dokumentation und 
sind für die zeitig (Über-)Lebenden immer beredte 
Darstellungsobjekte ihrer geistig-individuellen 
Auseinandersetzung mit dem Tod gewesen. Im Rahmen einer 
thematischen Stadtführung soll diese vielfältige Aussagekraft 
anhand ausgewählter Beispiele auf den örtlichen Friedhöfen 
verdeutlicht und erläutert und den Teilnehmern dadurch so der 
große kulturgeschichtliche Gehalt der Begräbnisplätze in und am 
Rande der Rüthener Altstadt in anschaulicher Form vermittelt 
werden.

Beim Besuch der jüdischen Begräbnisstätte ist für männliche 
Teilnehmer das Tragen einer Kopfbedeckung erforderlich! Die 
Führung findet am Sonntag, 11. März 2012 statt und dauert ca. 1,
5 h. Treffunkt ist um 14.00 h der Bereich des historischen 
Hachtores (= nördl. Altstadtzugang), Teilnahmekosten: 2,- € 
p.P., Kinder: 1,- € p.P.


INFO

Veranstaltungsdaten: 
Thematische Stadtführung
Datum: 11.03.2012
Stadt Rüthen
Hachtorstr. 24
59602 Rüthen
Tel.: 02952/89140
Fax: 02952/89141
URL: www.ruethen.de


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