[WestG] [AKT] Erbprinz nimmt Burg seiner Vorfahren in Augenschein

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Fr Jul 6 11:14:31 CEST 2012


Von: "Ennepe-Ruhr-Kreis" <info at presse-service.de>
Datum: 06.07.2012, 09:03


AKTUELL

Erbprinz nimmt Burg seiner Vorfahren in Augenschein

"Der Kreis kann sich glücklich schätzen, dieses wirklich 
gelungene und sehr sehenswerte, imposante und detaillierte 
Modell seinen Besuchern präsentieren zu können. Es ist bestens 
geeignet, regionale und überregionale Geschichte lebendig 
werden zu lassen." Bei seinem Besuch im Schwelmer Kreishaus 
konnte Erbprinz Maximilian zu Bentheim-Tecklenburg seine 
Begeisterung über den Nachbau im Maßstab 1:50 nicht verhehlen.

Diese konnte auch nicht dadurch getrübt werden, dass das Modell 
die Isenburg lediglich so zeigt, wie sie im Mittelalter 
ausgesehen haben könnte. "Da heute nur noch die Ruine der 
Isenburg steht und es keine zeitgenössischen Abbildungen gibt, 
ist das Modell ein Vorschlag der Forscher. Sie haben sich an 
den Überresten orientiert und anhand anderer Bauten aus dieser 
Zeit auf den Originalzustand geschlossen", erläuterte Landrat 
Dr. Arnim Brux seinem Gast.

Für Erbprinz Maximilian zu Bentheim-Tecklenburg war der 
Abstecher in die Kreisstadt, zu dem ihn der Landrat eingeladen 
hatte, auch eine Reise in die eigene Familiengeschichte. 
Hintergrund: Die Isenburg war das Stammhaus des Grafen 
Friedrich von Isenberg, der Erbprinz ist ein Nachfahre des 
Grafen. 1225 wurde mit dem Mord am Kölner Erzbischof durch 
Friedrich von Isenberg damit in Gevelsberg nicht nur ein Stück 
Weltgeschichte geschrieben, er ist auch ein wichtiger Teil der 
Chronik derer zu Bentheim-Tecklenburg, die heute in Rheda 
residieren.

Claus Jacobi, Bürgermeister der Stadt Gevelsberg, nutzte die 
Gelegenheit und wies den Gast auf die "Engelbert-Wochen" in 
seiner Stadt hin. "Es wäre schön, wenn Sie bei dieser 
Veranstaltung einmal den Weg zu uns finden und mit uns über 
ihre Vorfahren sprechen würden oder wir gemeinsam einen 
Abstecher zum Ort der Tat machen."

Einig waren sich Jacobi, Brux und Erbprinz Maximilian zu 
Bentheim-Tecklenburg darin, dass der Mord an Engelbert und 
seine Bedeutung für die Weltgeschichte eine sehr gute 
Filmvorlage wären. "Eigentlich unverständlich, warum es darüber 
noch keinen Spielfilm gibt."

Stichwort Burg Isenburg

Die Burg Isenberg (Isenburg) war nach rund 20-jähriger Bauzeit 
nach Schätzung von Experten 1216/17 bezugsfertig. Sie erhob 
sich strahlend weiß über dem Hattinger Ruhrtal und zählte 
seinerzeit nicht nur zu den eindrucksvollsten Anlagen der 
Ruhrregion sondern auch zu den größten Burganlagen des Reiches 
im frühen 13. Jahrhundert. Der Nachfolger des 1225 ermordeten 
Bischofs ließ Friedrich von Isenberg hinrichten und die Anlage 
zerstören. Sie wurde nicht nur nie wieder aufgebaut, im 19. 
Jahrhundert diente die Ruine zudem der Steingewinnung. Erst 
Jahrhunderte später folgten umfangreiche Forschungsarbeiten. So 
gruben die Mitglieder einer Schülerarbeitsgemeinschaft des 
Hattinger Gymnasiums Waldstraße zwischen 1969 und 1989 rund 
15.000 Fundstücke aus. Um die Ruine für die Nachwelt zu sichern,
 wurde 1976 der Verein zur Erhaltung der Isenburg gegründet.

Die Isenburg im Miniaturformat kann werktags während der 
Öffnungszeiten der Kreisverwaltung in Schwelm (Hauptstr. 92) 
besichtigt werden. Wer die reale Burgruine besuchen möchte, 
kann dies jederzeit machen, sie ist ganzjährig frei zugänglich. 
Ausgangspunkt für den Aufstieg ist der Parkplatz an der 
Isenbergstraße in Hattingen, bei gemütlichem Tempo ist dieser 
in einer guten halben Stunde geschafft.


INFO

Erbprinz
URL: http://www.presse-service.de/medienarchiv.cfm?medien_id=116579


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