[WestG] [AKT] Vortrag: Die westdeutsche Gas-Fernversorgung, Recklinghausen, 12.01.2012
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mi Jan 11 09:25:43 CET 2012
Von: "Forum Geschichtskultur" <forum at geschichtskultur-ruhr.de>
Datum: 09.01.2012, 07:05
Übernahme aus der E-Mailing-Liste "geschichtskultur ruhr"
AKTUELL
Vortragsreihe: "Kohle, Gas, Öl, Strom - Energiewirtschaft im
Ruhrgebiet"
Vortrag: "Die westdeutsche Gas-Fernversorgung von den Anfängen
bis zur Umstellung von Kokerei- auf Erdgas, 1910-1966"
Referent: Michael A. Kanther, Duisburg
Das bei der Kokserzeugung anfallende Kokereigas wurde, soweit
es sich nicht als Energieträger in den Eisen- und Stahlwerken
einsetzen ließ, zunächst als Abfallprodukt angesehen. Erst im
Jahrzehnt vor dem Ersten Weltkrieg kam der Gedanke auf, das
überschüssige Kokereigas über Fernleitungen kommunalen
Gaswerken und konzernfremden Industriebetrieben zuzuführen und
so zu verwerten. Der Vortrag beschreibt den Aufbau eines
Fernleitungssystems durch die Unternehmen Thyssengas (seit 1910)
und Ruhrgas (seit 1926), das der Versorgung weiter Teile
Westdeutschlands mit Überschussgasen aus den Kokereien des
Ruhrgebietes und - bei Thyssengas - auch des Aachener
Kohlenreviers diente. Die 1960er Jahre brachten dann die
Umstellung von Kokereigas auf das bis heute genutzte Erdgas.
Dr. Michael A. Kanther ist Historiker und wissenschaftlicher
Mitarbeiter des Stadtarchivs Duisburg.
Der Vortrag findet statt im Rahmen der Vortragsreihe "Kohle,
Gas, Öl, Strom - Energiewirtschaft im Ruhrgebiet". Die Reihe
ist eine Kooperation des Umspannwerks Recklinghausen - Museum
Strom und Leben mit dem Forum Geschichtskultur an Ruhr und
Emscher und den Volkshochschulen in Recklinghausen und Herne.
Die Vortragsreihe widmet sich der historischen Entwicklung der
Erzeugung, Verteilung und Nutzung von Energie. Vorgestellt
werden die dazu notwendigen technischen Einrichtungen, aber
auch die Akteure: von den Unternehmen der Energiewirtschaft bis
hin zum Endverbraucher. Noch vor 200 Jahren standen den
Menschen nur wenige Energiequellen zur Verfügung. Feuerholz,
menschliche und tierische Muskelkraft sowie Wind- und
Wasserkraft – das waren die energetischen Grundlagen der
vorindustriellen Gesellschaft. Mit der industriellen Revolution
begann das Zeitalter der Nutzung fossiler Brennstoffe.
Zum bestimmenden Primärenergieträger wurde die Steinkohle.
Weitere fossile Brennstoffe wie die Braunkohle, Erdöl und
Erdgas kamen später hinzu. Seit dem Zweiten Weltkrieg spielt
die Kernenergie eine große Rolle bei der Energieversorgung.
Eine wachsende Bedeutung haben heute die erneuerbaren Energien.
Die Primärenergieträger werden zumeist zu
Sekundärenergieträgern „veredelt“. Aus Rohöl wird in
Raffinerien Benzin oder Heizöl, aus Kohle oder Wasserkraft in
Kraftwerken elektrische Energie. Für die unterschiedlichen
Energieträger entwickelte man jeweils spezifische
Verteilungssysteme, etwa Pipelines für Öl und Gas. Bis der
Verbraucher Energie nutzen kann, hat diese bereits mehrere
Bearbeitungsstufen durchlaufen und weite Transportwege
zurückgelegt.
INFO
Der Eintritt ist frei.
Veranstaltungsort:
Umspannwerk Recklinghausen - Museum Strom und Leben
Uferstraße 2-4
45663 Recklinghausen
Tel.: 02361-9842216/ -17
URL: www.umspannwerk-recklinghausen.de
Donnerstag, 12. Januar 2012, 19.00 Uhr
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