[WestG] [AKT] Das groeßte Kaliber der Stadt: Ausstellungsmacher benoetigt Waffenbesitzkarte für Walfangkanone

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Mi Aug 1 10:48:37 CEST 2012


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 01.08.2012, 10:24


AKTUELL

Das größte Kaliber der Stadt
Ausstellungsmacher benötigt Waffenbesitzkarte für Walfangkanone

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) eröffnet am 21. 
September seine neue Sonderausstellung "Wale - Riesen der 
Meere" im LWL-Museum für Naturkunde in Münster. Ein Thema wird 
dort der Walfang und der Schutz der Meeresriesen sein. Eine 1,5 
Tonnen schwere Walfangkanone zeigt in diesem 
Ausstellungsbereich, welche Geschosse für den industriellen 
Walfang eingesetzt werden. Die Harpune mit einem Kaliber von 90 
Millimetern ist eine Schenkung des Universitätsmuseums 
Amsterdam.

Um das Geschoss aus den Niederlanden überführen zu dürfen, 
musste der Ausstellungsmacher und wissenschaftlicher Kurator 
Dr. Jan Ole Kriegs eine Waffenbesitzkarte bei den Behörden 
beantragen. "Obwohl die Kanone nicht mehr einsatzfähig ist, 
fällt sie immer noch unter das Waffenrecht", erklärt Kriegs. 
Der Harpunenkopf ist knapp einen halben Meter lang. Beim 
Walfang führt die explosive Spitze den getroffenen Tieren 
schwere Verletzungen zu. "Nicht umsonst erinnert das rund drei 
Meter lange Geschoss an eine militärische Waffe, denn sie wurde 
von einer Rüstungsfirma gebaut", so Kriegs. Bei der Überführung 
waren das Münsteraner Polizeipräsidium, das Landeskriminalamt 
NRW, der Zoll und die niederländische Polizeibehörde 
involviert. "Ich hätte es nie für möglich gehalten, einmal 
Inhaber einer Waffenbesitzkarte zu werden", sagt der 
Wissenschaftler und ehemalige Zivildienstleistende.

Neben dem kommerziellen Walfang wird die Ausstellung sich auch 
mit traditionellen Formen des Walfangs befassen. Dazu gehören 
Rekonstruktionen steinzeitlicher Harpunen. Mit diesen einfachen 
Mitteln jagten die Menschen die Wale für den Eigenbedarf. "Die 
Jäger nutzten alles von dem Tier: Fleisch, Fett und Knochenmark 
dienten als Nahrung. Sehnen wurden als Schnüre verwendet, und 
aus den Knochen wurden Werkzeuge und Schmuck geschnitzt", 
erklärt Kriegs. Die beiden 2,7 und 2,9 Meter langen 
steinzeitlichen Harpunen wurden auf Grundlage archäologischer 
Befunde aus Originalmaterialien (für die Spitze wurden Knochen, 
Feuerstein und zum Verkleben Birkenpech verwendet) aufwendig 
rekonstruiert. Sie verdeutlichen eine schon zur Steinzeit 
raffinierte Technik zum Erlegen großer Wale.

Hintergrund zur Ausstellung:
Die Sonderausstellung "Wale - Riesen der Meere", wird vom 21. 
September 2012 bis zum 3. November 2013 im LWL-Museum für 
Naturkunde Münster zu sehen sein. Auf rund 1.700 Quadratmetern 
werden Lebensraum der Wale, Evolution, Anatomie, Lebensweise 
und Fortpflanzung sowie Walfang und Schutz thematisiert. Die 
Schau bietet deutschlandweit die größte Themenvielfalt zu 
diesen Meeressäugern. Imposante Skelette, lebensechte 
Tiermodelle und Organnachbildungen bringen den Besuchern die 
Biologie der sanften Riesen näher. NATIONAL GEOGRAPHIC 
DEUTSCHLAND ist Medienpartner der Ausstellung.


INFO

LWL-Museum für Naturkunde
Westfälisches Landesmuseum mit Planetarium
Sentruper Str. 285
48161 Münster
Tel.: 02 51.591-05
Fax: 02 51.591-60 98


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