[WestG] [AKT] Vortrag: Die Heiligenlegende als historische Quelle, Muenster, 25.01.2011
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Do Jan 20 10:04:50 CET 2011
Von: "Christine Schedensack" <christine.schedensack at lwl.org>
Datum: 19.01.2011, 13:12
AKTUELL
Vortrag
Dr. Gabriele Isenberg (Hattingen)
"Die Heiligenlegende als historische Quelle:
eine schwierige Spurensuche. Der Fall Ida von Herzfeld"
Dienstag, 25. Januar 2011, 19.00 Uhr (s.t.)
Am kommenden Dienstag (25.01.) begibt sich Dr. Gabriele
Isenberg, Archäologin, Historikerin und ausgewiesene Kennerin
der westfälischen Geschichte, auf eine Spurensuche der
besonderen Art. In der Zeit zwischen 800 und 1000 n. Chr.
vollzog sich im westfälischen Raum ein umfassender Wandel,
dessen Radikalität in der Geschichte der Region nichts
Vergleichbares findet. Diesen Wandel in seinen vielfältigen
Erscheinungsformen zu beschreiben ist äußert schwierig, weil
historische Informationen rar sind.
Zu den interessantesten Quellen, die Antworten auf viele Fragen
geben können, zählen Heiligenlegenden. Deren Verfasser nennen
neben biographischen Elementen und Wundererzählungen immer
wieder auch altsächsische Personen- und Ortsnamen.
Heiligenlegenden sind eine Mischung aus verifizierbaren
Hinweisen, nebulösen Anspielungen, hagiographischen Klischees
und unterbreiteten Romanmotiven. Der Versuch, einen solchen
Text in vollem Umfang zu entschlüsseln, kommt dem Dechiffrieren
eines Geheimcodes nahe.
Dieser Aufgabe unterzieht sich Isenberg in ihrem vom Verein für
Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Münster,
veranstalteten Vortrag "Die Heiligenlegende als historische
Quelle: eine schwierige Spurensuche. Der Fall Ida von
Herzfeld". Die um 980 in Werden entstandene Vita der Heiligen
Ida von Herzfeld ist ein besonders interessantes Beispiel einer
Heiligenlegende. Eine Ausgrabung in ihrer Kirche zeigte 1975/76,
dass das Werk überraschend viele Informationen bietet, die
sich verifizieren lassen.
Auf der anderen Seite scheint jedoch auch vieles zu fehlen oder
ist merkwürdig verschleiert dargestellt, was durch andere
zeitgenössische Quellen belegt ist. Die Referentin versucht,
diese eigenartige Mischung aus korrektem Bericht, kryptischen
Andeutungen und literarischen Elementen ganz unterschiedlicher
Herkunft zu entschlüsseln. Dabei nimmt sie die Frühgeschichte
der Klöster Werden und Corvey, der Damenstifte Essen und
Herford sowie des Bistums Münster ins Visier und richtet den
Blick auch über die Grenzen Altsachsens hinaus in das früh- und
mittelalterliche Nordwesteuropa.
INFO
Der Vortrag findet statt im:
Plenarsaal des Landeshauses
Freiherr-vom-Stein-Platz 1
48147 Münster.
Der Eintritt ist frei.
Kontakt:
Christine Schedensack
Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens,
Abt. Münster
Fürstenbergstraße 15
48147 Münster
Tel.: 0251-5915972
Fax: 0251-5916820
E-Mail: christine.schedensack at lwl.org
URL: www.altertumsverein-muenster.de
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