[WestG] [KONF] LWL-Tagung sucht nach Wegen zu einer interessanteren Schule, Vlotho, 01.03.2011
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Feb 8 10:45:30 CET 2011
Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 08.02.2011, 10:31
TAGUNG
Lösungsorientiertes Arbeiten im Schulalltag
LWL-Tagung sucht nach Wegen zu einer interessanteren Schule
Lehrer möchten, dass Schüler Verantwortung für ihr Lernen
übernehmen. Verantwortung kommt von Antworten. Antworten können
Schüler nur, wenn sie gefragt werden. Diesen Weg geht das
sogenannte "lösungsorientierte Modell", das Pädagogen in
Milwaukee für Heime und teilstationäre Unterbringung entwickelt
haben. Wie sich dieses Modell auf die Schule übertragen lässt,
damit beschäftigt sich eine Tagung mit Marianne und Kaspar
Beaschlin, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am
1. März in seinem LWL-Bildungszentrum Jugendhof Vlotho in
Kooperation mit den Fachhochschulen Münster und Bielefeld
anbietet.
"Die bisherigen Ergebnisse des lösungsorientierten Modells sind
ermutigend: Widerstände der Kinder und Jugendlichen wurden
abgebaut, die Zusammenarbeit mit ihnen hat sich verbessert. Die
Sozialpädagogen fühlten sich wieder zuversichtlicher in ihrer
Arbeit", sagen Marianne und Kaspar Beaschlin.
Diese guten Erfahrungen lassen sich zwar nicht ohne weiteres
auf die Schule übertragen. Die beiden Pädagogen aus Winterthur
(Schweiz) gehen aber davon aus, dass es sich für die
Grundschullehrer lohnt, das lösungsorientierte Modell im
Schulzimmer anzuwenden, um sich zu entlasten. Denn sie haben in
Weiterbildungen beobachtet, dass einiges in den Schulen nicht
rund läuft: "Viele Schüler scheinen unmotiviert und faul. Sie
sitzen gelangweilt in den Schulbänken und interessieren sich
kaum für das Angebot. Viele sind über- oder unterfordert und
nicht interessiert an dem, was sie tun sollten. Daraus kann
eine Null-Bock-Haltung entstehen, die zu Verhaltensproblemen
und Gewalt führt", so die beiden Pädagogen, die sogar von einem
"schulischen Notstand" sprechen.
Marianne und Kaspar Beaschlin fordern, dass die Schule neu
gestaltet und dabei der Blickwinkel der Kinder nicht
vernachlässigt wird. "Wie muss die Schule aussehen, damit die
Kinder von heute lernen können?", lautet dabei ihre zentrale
Frage. "Wir brauchen neue Ideen und Vorstellungen, wie wir in
unserer Zeit Kinder unterrichten können, so dass sie mitmachen
und das lernen, was es heute zur Bewältigung des Lebens
braucht: Flexibilität, Kreativität, Befähigung zur Teamarbeit,
lebenslanges Lernen und Umlernen", umschreiben die Beaschlins
ihr Konzept.
Wie es gelingen kann, im Schulzimmer eine geordnete
Lernatmosphäre zu schaffen, darüber werden sich die
Tagungsteilnehmer Gedanken machen. "Unsere Kinder und
Jugendlichen wollen ihrem Leben einen positiven Sinn geben, die
dazu nötigen Ressourcen haben sie. Misserfolg und erlebte
Frustration machen es für die Kinder, Jugendlichen und
Pädagogen aber nicht leicht, diese Ressourcen zu erkennen. Die
Aufgabe der Pädagogen bestehen darin, Situationen zu gestalten,
in denen sich die Kinder und Jugendlichen als kompetent und
erfolgreich erleben", so Marianne und Kaspar Beaschlin.
INFO
Interessierte können sich noch kurzfristig beim
LWL-Bildungszentrum Jugendhof Vlotho anmelden. Die Teilnahme
kostet 80 Euro.
Anmeldungen bzw. Anfragen an Margarete Steingröver, E-Mail:
margarete.steingroever at lwl.org.
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