[WestG] [AKT] "Ein einmaliges Erlebnis": Bernd Krupka baut fuer das LWL-Museum in Herne eine Burg

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Do Jan 28 11:12:09 CET 2010


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 27.01.2010, 12:01


AKTUELL

"Ein einmaliges Erlebnis"
Bernd Krupka baut für das LWL-Museum in Herne eine Burg

Archäologen, Bauforscher und Statiker haben die Vorarbeit 
geleistet, derzeit läuft die Umsetzung der Pläne auf 
Hochtouren: Für die Mittelalter-Ausstellung "Aufruhr 1225!" 
bekommt das LWL-Museum für Archäologie in Herne eine 25 Meter 
hohe hölzerne Turmhügelburg, auch "Motte" genannt. Während 
neben dem Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) 
der Burghügel entsteht, baut Zimmermeister Bernd Krupka die 
einzelnen Teile des Turms: "Das erlebt man im Leben sicher nur 
einmal." Eine traditionelle Fachwerkkonstruktion in dieser 
Größe biete alles, was das Herz eines Zimmermanns höher 
schlagen lasse.

Seit dem Beginn der vergangenen Woche arbeiten vier Zimmerleute 
in Herne an den Bauteilen Burgturms. Aus Holz fertigen sie die 
Treppen, elf Meter hohe Fachwerkwände sowie die auf ihnen 
sitzende Wehrplattform und den Dachstuhl. Die einzelnen 
Elemente werden später zum LWL-Museum transportiert und auf dem 
Hügel zusammengesetzt. "Authentisch eingerichtet soll die Motte 
unseren Besuchern zeigen, wie hart und beengt das Leben vieler 
Burgherren war", sagt Prof. Dr. Michael Rind, Leiter der 
LWL-Archäologie für Westfalen. Nicht massive Steinbauten, 
sondern die Holzburgen seien für die meisten Adeligen im 
Mittelalter der übliche Wohnsitz gewesen.

Fehlende Zeitzeugen

Die Motten prägten wesentlich das Erscheinungsbild der dichten 
Burgenlandschaft in der Ruhrregion. Doch keine einzige ist 
erhalten geblieben. Auch zeitgenössische Abbildungen existieren 
kaum. Erkenntnisse liefern vor allem noch bestehende Hügel und 
Spuren im Boden. "Für einen möglichst authentischen Bau mussten 
wir Antworten auf viele offene Fragen finden", so Museumsleiter 
Dr. Josef Mühlenbrock. Die Archäologen versuchten unter anderem 
herauszufinden, wie die Holzburgen auf heutigem deutschen Boden 
aussahen und ob es regional unterschiedliche Bautypen gab.

Um den wissenschaftlichen Ansprüchen gerecht zu werden, trugen 
die Ausstellungmacher Forschungsergebnisse über Mottenbauten 
aus ganz Deutschland zusammen. Auf deren Grundlage entwickelten 
sie den Idealtypus eines Wohnturms mit Hügel, der mit seinen 
insgesamt 25 Metern Höhe Besuchern den Weg zur Ausstellung über 
Ritter, Burgen und Intrigen weisen soll.


INFO

Ausstellung
1225 kommt der Kölner Erzbischof Engelbert, einer der 
mächtigsten Männer des Reiches, während eines Überfalls bei 
Gevelsberg im heutigen Ruhrgebiet gewaltsam ums Leben. Wie 
dieser Mord die ganze Ruhrregion veränderte - das ist 
Ausgangspunkt und Leitmotiv der größten Mittelalterausstellung, 
die bisher im Ruhrgebiet gezeigt wurde: "Aufruhr 1225! Ritter, 
Burgen und Intrigen", läuft vom 27. Februar bis 28. November 
2010 im LWL-Museum für Archäologie in Herne.

27. Februar bis 28. November 2010
"AufRuhr 1225! Ritter, Burgen und Intrigen" 

LWL-Museum für Archäologie
Europlatz 1
44623 Herne
Di, Mi, Fr 9-17 Uhr, Do 9-19 Uhr
Sa, So und feiertags 11-18 Uhr
Eintritt: Zwischen 2 und 6 Euro, 
Familienkarte 12 Euro, Gruppenrabatte


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