[WestG] [AKT] So wird Geschichte greifbar: Archive und Schulen wollen enger zusammenarbeiten
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Dez 7 09:50:48 CET 2010
Von: "Kreis Borken" <info at presse-service.de>
Datum: 06.12.2010, 16:18
AKTUELL
So wird Geschichte greifbar: Archive und Schulen wollen enger
zusammenarbeiten
Projekt "Lernen vor Ort" verbindet Schulen mit Archiven,
Heimatvereinen und Museen / Treffen in Borken
Archive sind eine Fundgrube für Forscher, können aber auch
Kindern und Jugendlichen einen eindrucksvollen Einblick in die
Geschichte eröffnen. Wie die Zusammenarbeit von Schulen und
Archiven erfolgreich gestaltet werden kann, darüber haben sich
jetzt rund 40 Fachleute in Borken informiert. Im Stadtmuseum
Borken diskutierten sie, wie sich Materialien und Knowhow von
Archiven, Museen und Heimatvereinen für den Unterricht oder
Projekte in Grund- und weiterführenden Schulen nutzen lassen.
Das Bildungsbüro des Kreises Borken hatte zu der Veranstaltung
eingeladen. Im Rahmen des vom Bund geförderten Projekts "Lernen
vor Ort" will es mehr Schulen für die Kooperation mit Archiven
begeistern.
Unterstützung kommt dazu von der Körber-Stiftung aus Hamburg.
Sven Tetzlaff und Jula Pötter skizzierten, was zur Verbesserung
der Zusammenarbeit nötig ist. Schulen müssten klar formulieren,
wie sie sich eine Integration der Angebote in ihren Lehrplan
vorstellen können. Und Archiven, Museen und Gedenkstätten seien
gefordert, sich stärker ins Blickfeld der Schulen zu rücken.
Die Körber-Stiftung unterstützt die Entwicklung von
"Historischen Lernlandschaften". Chancen sieht sie vor allem
darin, dass in den Kommunen "Dreiklänge" in der Zusammenarbeit
zwischen Verwaltung, Schulen und Lernorten entstehen.
Referenten stellten beim Treffen in Borken eine ganze Reihe
gelungener Beispiele aus der Praxis vor. Roswitha Link vom
Stadtarchiv Münster gab Hinweise, wie Archive sich auf den
Besuch von Schülerinnen und Schülern vorbereiten sollten und
wie sie auf ihre Angebote aufmerksam machen können. "Die
Zusammenarbeit fängt klein an und muss dann weiter wachsen", so
Link. "Wir entwickeln unsere Angebote in enger Abstimmung mit
den Lehrern."
Wie das Stadtarchiv Zutphen junge Nutzer gewinnt, erklärte
Femia Siero, heute Leiterin des "Streekarchief Regio
Achterhoek". Ihre Empfehlung: Lehrer müssen klar benennen,
welche Angebote benötigt werden. Wie sich alte Schriften
entziffern lassen, das lernen Schülerinnen und Schüler im
Stadtarchiv Gescher. Andreas Froning nutzt die Kalligraphie, um
Kinder und Jugendliche für die historische Entwicklung der
Schrift zu interessieren. Er möchte erreichen, dass bereits
jeder Grundschüler einmal ein Archiv besucht hat.
Einen Blick über die Grenze wagten die Teilnehmer mit Sixtina
Harris, Vorsitzende der niederländischen "Stichting Vrienden
van Kolle Kaal". Sie erläuterte, wie sie in Winterswijk
gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern Spuren jüdischen Lebens
nachgeht. Für den Leiter des Gymnasiums Georgianum in Vreden,
Bernd Telgmann, ist unabdingbar, dass Schüler in den Archiven
neue Kompetenzen hinzugewinnen. Eine frühzeitige Abstimmung mit
den schulinternen Lernplänen sei deshalb unerlässlich.
Das Treffen in Borken war Auftakt für den Ausbau der
Kooperationen von Schulen und Einrichtungen, die das
historische Gedächtnis der Region wach halten. Das Bildungsbüro
des Kreises wird nun die Informationen zu den bereits
bestehenden Angeboten zusammentragen. "Die Auftaktveranstaltung
hat gezeigt, dass es vor allem an der gegenseitigen Information
mangelt", erklärt Projektleiterin Nicole Brögmann. "Transparenz
auf beiden Seiten und das zukünftige Miteinander sollen nun in
einzelnen Modellprojekten erprobt werden." Die Körber-Stiftung
wird den Prozess weiter begleiten.
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