[WestG] [AKT] Nicht nur Kohle - Das Rohstoffland Ruhrgebiet als Nationaler GeoPark, Hattingen, 30.10.2009
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Do Okt 29 12:36:58 CET 2009
Von: "Forum Geschichtskultur" <forum at geschichtskultur-ruhr.de>
Datum: 28.10.2009, 09:13
Übernahme aus der E-Mailing-Liste "geschichtskultur ruhr"
AKTUELL
Nicht nur Kohle - Das Rohstoffland Ruhrgebiet als
Nationaler GeoPark
Bildvortrag im LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen
Freitag, 30. Oktober 2009, 19.30 Uhr
Es gibt in Deutschland nur wenige Landschaften, in denen sich
der Zusammenhang zwischen den natürlichen geologischen
Gegebenheiten und Ressourcen und der ökonomisch-kulturellen
Entwicklung für den Menschen so deutlich aufzeigen lässt, wie
im Ruhrgebiet. Dr. Volker Wrede, Vorsitzender des GeoParks
Ruhrgebiet e. V. und Mitarbeiter des Geologischen Dienstes NRW,
berichtet am Freitag, 30. Oktober, um 19.30 Uhr im
LWL-Industriemuseum Henrichshütte über den Erhalt des
geologischen Naturerbes und der damit in Zusammenhang stehenden
Stätten der montanhistorischen Industriekultur. Hierzu lädt der
Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in sein
Industriemuseum Henrichshütte ein.
Tatsächlich war die Steinkohle keineswegs der einzige
Bodenschatz, der die Entwicklung des Ruhrgebiets hervorrief.
Weniger bekannt waren die Vorkommen von Eisenerz, die schon
1758 Anlass zur Gründung der "St. Antonyhütte" in Oberhausen
gaben und auch bei der Entstehung der Henrichshütte 1854 eine
wichtige Rolle spielten. Für kurze Zeit spielte das Ruhrgebiet
in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch als
Blei-Zinkerzprovinz eine Rolle.
Die am Südrand des Ruhrgebietes auftretenden Vorkommen von
hochwertigen Kalk- und Dolomitsteinen liefern bis heute
wertvolle Rohstoffe auch für die Hüttenindustrie. Sowohl in der
Vergangenheit wie auch heute ist das Ruhrgebiet ein wichtiger
Lieferant von Steinsalz. Für die Siedlungsentwicklung bedeutsam
waren oder sind die Vorkommen von Sandsteinen im Ruhrtal,
Vorkommen von Tonen und Tonsteinen, die sich zu Ziegeln und
anderen keramischen Produkten verarbeiten lassen und die
Vorkommen von Sand, Kies und Zementrohstoffen im Ruhrgebiet
oder seiner unmittelbaren Umgebung.
Gerade die Vielfalt der Rohstoffe war ausschlaggebend für die
Gründung des Vereins GeoPark Ruhrgebiet e.V. im Jahr 2004.
Seitdem arbeitet er daran, das Bewusstsein für die
Identitätsstiftenden Zusammenhänge zwischen den natürlichen
Grundlagen der Region und ihrer ökonomischen Entwicklung in der
Bevölkerung zu stärken. Die Ziele der Geoparkarbeit richten
sich nicht nur auf die Unterstützung der geowissenschaftlichen
Forschung, sondern vor allem auf die Vermittlung des Wissens
hierüber.
Diese Aktivitäten wurden 2006 durch die Anerkennung des
Ruhrgebietes als "Nationaler GeoPark" honoriert. Im Jahr 2008
wurde der Nationale GeoPark Ruhrgebiet überdies von der
Bundesministerin für Bildung und Forschung (BMBF) für
"besonderes Engagement und die Förderung des Dialogs zwischen
Geowissenschaften und Öffentlichkeit" ausgezeichnet.
INFO
LWL-Industriemuseum
Westf. Landesmuseum für Industriekultur
Henrichshütte Hattingen
Werksstraße 31-33
45527 Hattingen
Tel.: 02324 9247-140
E-Mail: henrichshuette at lwl.org
Der Vortrag im LWL-Industriemuseum Henrichshütte in
Hattingen ist kostenlos.
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