[WestG] [AKT] Koeln dankt Bielefelder Stadtarchiv
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mi Okt 14 08:36:33 CEST 2009
Von: "Stadt Bielefeld" <info at presse-service.de>
Datum: 09.10.2009, 12:14
AKTUELL
Köln dankt Bielefelder Stadtarchiv
Nach dem Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln
Anfang März engagierten sich zahlreiche Archive an der Bergung,
Sichtung und Sicherung des einzigartigen Kulturguts der
Rheinmetropole. Noch im März war ein dreiköpfiges Team mit dem
Leiter des Bielefelder Stadtarchivs, Dr. Jochen Rath, an der
Spitze in Köln, ein weiterer Einsatz fand Ende Juli statt.
Jetzt dankte der scheidende Oberbürgermeister Kölns, Fritz
Schramma, den Stadtarchiv-Helfern Katja Weimer, Judith Günther,
Bernd Wagner und Dr. Jochen Rath jeweils mit einer Urkunde und
einer Erinnerungsmedaille für den "unermüdlichen Einsatz" für
das größte Kommunalarchiv nördlich der Alpen. Die Bielefelder
Archivarinnen und Archivare hätten "sich dort engagiert, wo Sie
und Ihre Fähigkeiten gefordert waren", was vor allem die erste
archivfachliche Sichtung der an der Unglücksstelle geborgenen
Dokumente betraf. So gingen Urkunden und Handschriften des
Hochmittelalters durch die Hände des Bielefelder Teams, wurden
zerrissene Akten von der Hansezeit bis in das 20. Jahrhundert
rekonstruiert, bereits entstandende Schimmelschäden
erstversorgt und gerettete Dokumente gereinigt und registriert.
"Sie haben mit Ihrem unvergleichlichen Einsatz Solidarität mit
allen Betroffenen gelebt und Gemeinschaft in der Katastrophe
geschaffen", lobt Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma das
Bielefelder Engagement unter den 1.500 Einsatzkräften und 1.800
archivischen Helferinnen und Helfern aus Deutschland, Europa,
den USA, Kanada und Australien.
Mehr als 80 Prozent der Archivalien seien "Dank rascher Hilfe
und dem engagierten Einsatz" heute geborgen - freilich bedarf
die Restaurierung des gesicherten Archivguts noch Jahrzehnte
langer Anstrengungen. Hier erkennt Dr. Rath auch Möglichkeiten
weiterer Unterstützung durch das Stadtarchiv Bielefeld, da zum
Beispiel in den Ausweichmagazinen im Detmolder Landesarchiv in
der nächsten Zeit große Mengen beschädigter Archivalien aus
Köln erfasst und in Schadensklassen unterteilt werden müssen:
"Ehrensache - und außerdem darf dieses auch als Fortbildung zu
Restaurierungsfragen begriffen werden, denn hier zeigen nahezu
sämtliche Schadensbilder und deren jeweilige Behandlung", so
der Archivleiter.
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