[WestG] [AKT] Lippstaedter Unternehmerinnen auf Spurensuche im Stadtarchiv
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mi Nov 4 08:22:41 CET 2009
Von: "Stadt Lippstadt" <info at presse-service.de>
Datum: 03.11.2009, 12:57
AKTUELL
Lippstädter Unternehmerinnen auf Spurensuche im Stadtarchiv
Das (Langzeit-)Gedächtnis der Stadt Lippstadt war vergangene
Woche Ziel des Luna-Herbsttreffens (LUNA = Lippstädter
Unternehmerinnen). 16 Unternehmerinnen stellte Dr. Claudia
Becker, Fachdienstleiterin Archiv und Museum, zunächst den
klassischen Ausbildungs- und Werdegang einer Archivarin vor.
Immer wieder seien Archive und ihre Bediensteten auch
Gegenstand von Darstellungen in Film und Fernsehen, wo die
bekannten Klischees wie "langweiliger Archivar mit
Ärmelschonern im verstaubten Keller" o. ä. gern bedient würden.
Dass dies mit einem modernen Stadtarchiv nichts zu tun hat,
wurde im Zuge der professionellen und lebendigen Erläuterungen
durch die Lippstädter Chefarchivarin schnell klar. Die
Unterhaltung eines Archivs sei keine freiwillige Aufgabe einer
Kommune, wie etwa die Bereitstellung eines Museums, sondern
dazu sei die Stadt qua Archivgesetz verpflichtet. Dieses
enthalte zahlreiche Aufgaben öffentlicher Archive, von der
Auswahl ("Bewertung") der zu archivierenden Dokumente über ihre
Verpackung, Verzeichnung und Bereitstellung für die Benutzung.
Die Auswahl liegt demnach allein beim Archiv. "Da nur ca. 5%
des gesamten Dokumentenaufkommens aus der Stadtverwaltung
archiviert werden, ist die Auswahl des archivwürdigen Materials
eine Herkulesaufgabe.", so Dr. Claudia Becker, über deren gute
Erfüllung oft erst die Zeit entscheidet. Aktuell sei die
Übernahme und Archivierung elektronischer Daten eins der
größten Probleme.
Neben dem Archivgut aus der Stadtverwaltung gibt es im
Stadtarchiv allerdings auch noch Material aus privater Herkunft,
etwa von Familien, Firmen oder Vereinen. Derartiges Material
wurde dem Archiv entweder komplett überlassen oder hier als
Leihgabe hinterlegt. Wichtig sind solche Dokumente und Bilder
immer dann, wenn sie auch eine breite Öffentlichkeit
interessieren und für die Stadtgeschichte von besonderem
historischen Wert sind. Das Stadtarchiv sei immer bemüht,
möglichst viele dieser Archivalien dann auch der Öffentlichkeit
zugänglich zu machen, versicherte Frau Dr. Becker.
Ein bekanntes Beispiel hierfür ist die komplette Sammlung der
Ausgaben der Lippstädter Tageszeitung "Der Patriot" seit der
ersten Ausgabe 1848. Gefragt nach dem größten Schatz des
Archivs zeigte Frau Dr. Becker, nun doch mit den
obligatorischen weißen Handschuhen, den Unternehmerinnen das
erste Stadtrecht von Lippstadt, das Graf Bernhard persönlich
seiner Stadt um 1220 gewährt hat.
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