[WestG] [LIT] Hedwig Schrulle, Verwaltung in Diktatur und Demokratie, Paderborn 2008

Marcus Weidner Marcus.Weidner at lwl.org
Do Jan 15 12:22:27 CET 2009


Von: "Thomas Küster" <thomas.kuester at lwl.org>
Datum: 15.01.2009, 12:21


LITERATUR

Hedwig Schrulle
Verwaltung in Diktatur und Demokratie
Die Bezirksregierungen Münster und Minden/Detmold von 1930 bis 1960
2008, XII + 766 Seiten, Festeinband
€  64,-
ISBN 978-3-506-76593-2
= Forschungen zur Regionalgeschichte, Bd. 60

(Eine Publikation des LWL-Instituts für westfälische
Regionalgeschichte, Münster)


In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erlebte Deutschland drei
radikale Umbrüche der staatlichen Ordnung, auf die die öffentliche
Verwaltung einerseits mit außerordentlicher Beharrungskraft reagierte -
vor allem hinsichtlich ihrer Organisationsstrukturen und der sozialen
Rekrutierung ihres Personals -, andererseits mit flexibler Anpassung an
die jeweiligen neuen politischen Verhältnisse. Verwaltung bildet zwar
das Instrument zur Umsetzung der Politik und zur Entfaltung von
Herrschaft; im Verwaltungsvollzug folgt sie aber auch eigenen Regeln und
Interessen. Die Perspektive auf die Verwaltungstätigkeit in Demokratie
und Diktatur zielt auf das Handeln zwischen politischer Führung,
Beamtenschaft und behördlicher Klientel. Welche Funktionen waren den
behördlichen Apparaten im diktatorischen Machtstaat und im
demokratischen Staat zugedacht, in welchem Umfang kamen sie diesen nach
oder arbeiteten ihnen entgegen? 

Diesen Fragen geht die vorliegende Studie am Beispiel der westfälischen
Bezirksregierungen Münster und Minden/Detmold für die Mittelinstanz der
staatlichen Behördenorganisation nach. Hedwig Schrulle rekonstruiert und
analysiert am Beispiel verschiedener Aufgabenfelder das konkrete
Verwaltungshandeln der Bezirksregierungen. Der komparatistische Ansatz
lässt Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Verwaltungstätigkeit und
damit die Grenzen eigenständiger Handlungsspielräume hervortreten. Die
Untersuchung zeigt auf, welchen Beitrag die westfälischen
Bezirksregierungen zur nationalsozialistischen Durchdringung der
Gesellschaft leisteten und in welchem Ausmaß sich diese nach dem
Zusammenbruch des NS-Regimes um eine personelle und ,ideelle’
Entnazifizierung bemühten. 


Die Autorin:
Dr. Hedwig Schrulle, geb. 1963, studierte Pharmazie an der
Philipps-Universität Marburg. Tätigkeit als Apothekerin. Neben der
Berufsausübung nach 1995 Studium der Fächer Neuere und Neueste
Geschichte, Osteuropäische Geschichte und Englische Philologie an der
Universität Münster mit Abschluss Magister Artium. Promotion mit
vorliegender Arbeit 2006.   



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