[WestG] [AKT] Gedenken zum 50. Todestag von Bernhard Salzmann

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Do Feb 12 11:34:17 CET 2009


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 11.02.2009, 15:11


AKTUELL

"Wir lassen Westfalen nicht anknabbern"
Gedenken zum 50. Todestag von Bernhard Salzmann

Zum 50. Todestag von Dr. Bernhard Salzmann hat der Direktor des 
Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Dr. Wolfgang Kirsch, 
am Mittwoch (11.2.) am Grab des früheren Landeshauptmanns auf 
dem Zentralfriedhof in Münster einen Kranz niedergelegt. 
Salzmann setzte sich als Chef des Provinzialverbandes, Vorgänger 
des LWL, zwischen 1945 und 1954 für den Erhalt Westfalens ein 
und trug maßgeblich zur Gründung des Landschaftsverbandes bei.

"Bernhard Salzmann ist aus tiefer Überzeugung für 
Westfalen-Lippe eingetreten und half mit, die Selbstständigkeit 
der Region zu bewahren", sagte Kirsch. Der im Jahr 1886 in 
Siegen geborene Salzmann habe sich gegen zentralistische 
Bestrebungen in NRW gewehrt, um der kommunalen Selbstverwaltung 
nach der Herrschaft der Nationalsozialisten neues Leben 
einzuhauchen.

Der Provinziallandtag wählte den studierten 
Rechtswissenschaftler 1921 erstmals in den Vorstand der 
Landesversicherungsanstalt Westfalen. Im Jahr 1939 übernahm 
Salzmann auch den Posten des Kämmerers beim Provinzialverband 
Westfalen-Lippe, der Vorgängerinstitution des LWL. Dessen 
Verwaltungstätigkeit führte er in den Wirren kurz vor Ende des 
Zweiten Weltkriegs in Eigenre-gie fort. Während des Anmarsches 
der Alliierten übernahm der Sohn eines Justizrates aus eigener 
Initiative sogar den Posten des Landeshauptmanns. Schnell suchte 
er den Kontakt zu den Besat-zungsmächten, bei denen er für die 
kommunale Selbstverwaltung Westfalens warb. Außerdem sorgte er 
umgehend dafür, das die Hauptverwaltung des Provinzialverbandes 
aus dem Exil in Büren nach Münster zurückkehrte.

Die Militärregierung bestellte Salzmann im Juni 1945 offiziell 
zum Landeshauptmann. Weil er niemals Mitglied der NSDAP gewesen 
ist, galt er als politisch unbelastet. Die Besatzer schätzten 
die Erfahrung des damals 59-Jährigen im Verwaltungsbereich und 
seine umfangreichen Landeskenntnisse.

In den Jahren nach dem Krieg stemmte sich der Landeshauptmann 
gegen verschiedene Pläne, die auf eine politische oder 
administrative Spaltung Westfalens abzielten. "Wir lassen unser 
Westfalen nicht anknabbern", lautete seine Kampfansage. Nachdem 
der Landtag 1953 die Landschaftsverbandsordnung verabschiedet 
hatte, die kommunale Selbstverwaltung damit auf sicheren Füßen 
stand und die Landschaftsversammlung des LWL mit ihrer Arbeit 
begann, nahm der Landeshauptmann im Jahr 1954 seinen Abschied. 
Im Alter von 73 Jahren starb Bernhard Salzmann am 11. Februar 
1959 in Münster.


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