[WestG] [AUS] Zeit ist Geld - die Geschichte von Stechuhr & Co., Bocholt, 13.12.2009-28.02.2010
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Do Dez 10 11:44:07 CET 2009
Von: "Christiane Spänhoff" <christiane.spaenhoff at lwl.org>
Datum: 07.12.2009, 13:11
AUSSTELLUNG
Zeit ist Geld - die Geschichte von Stechuhr & Co.
Ausstellung im LWL-Textilmuseum in Bocholt
Time is money! Seit der Industrialisierung bestimmt dieses
Prinzip zunehmend unser Leben. Um die Geschichte der
Arbeitszeiterfassung geht es in der Ausstellung "Zeit ist Geld",
die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am Sonntag,
13. Dezember, in seinem Textilmuseum in Bocholt eröffnet.
Jahrhunderte lang gaben die Kirchen mit ihren Turmuhren und
Glocken die Zeitorientierung vor. Eine Fabrik des 19.
Jahrhunderts benötigte ein eigenes Uhren- und Glockensystem, um
die Mitarbeiterschaft in den Takt der Maschinen einzustimmen.
Ein Hilfsmittel in der Hand des Fabrikbesitzers zur
Durchsetzung von Arbeitsdisziplin war die Stechuhr. Sie trug
wesentlich dazu bei, die Pünktlichkeit als neue Tugend des
Industriezeitalters zu etablieren.
Alles begann mit der Idee einer Kontrolluhr für Nachtwächter
und Polizisten, die während der Rundgänge die Wahrnehmung der
Pflichten dokumentieren sollte. Aus diesem Registrierprinzip
entstanden weitere Ideen von Kontrolluhren für Fabriken,
Handwerksbetriebe, Beamte oder die Automobilindustrie.
Die Perfektionierung des Systems von Zeitaufzeichnung fand in
Uhrenfabriken statt. Führend waren neben der Württembergischen
Uhrenfabrik Bürk, Schlenker-Grusen (ISGUS), Benzing (heute
Kaba-Benzing) und Jauch & Schmid (Jundes). Hier konnten
verschiedene Produkte zur Optimierung der eigenen
Betriebsabläufe zuerst getestet werden:
Arbeitszeitregistrierapparate, Zentral- und Nebenuhren,
Akkordzeit-Stempelapparate auf mechanischer, später
elektrischer und heute z.T. funkelektronischer Technologie.
Mehr als 50 solcher Exponate aus zwei Jahrhunderten sind in der
Ausstellung zu sehen.
Die heutigen, neuen Arbeitszeitmodelle wie etwa das
"Gleitzeitkonto" wurden durch Arbeitszeit-Erfassungsgeräte erst
möglich. Damit einher ging ein eindrucksvoller Wandel: Zuerst
waren die vielfach verhassten Kontrolluhren wichtige
Disziplinierungsinstrumente für die Arbeitgeber, doch wurden
sie mehr und mehr zum Gerät, mit dem die Arbeitnehmer
beweiskräftig ihre Arbeitszeit dokumentieren und abrechnen
lassen konnten.
INFO
Zeit ist Geld
Industrielle Arbeitszeit und Zeiterfassung
13.12.2009 bis 28.2.2010
Eröffnung: So, 13.12., 11.15 Uhr
LWL-Industriemuseum
Textilmuseum in Bocholt
Uhlandstraße 50
Geöffnet Di - So 10 - 18 Uhr
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