[WestG] [LIT] Mecking, Sabine / Oebbecke, Janbernd (Hg.): Zwischen Effizienz und Legitimitaet

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Dez 8 11:04:58 CET 2009


Von: "Thomas Küster" <thomas.kuester at lwl.org>
Datum: 08.12.2009, 09:00


LITERATUR

Sabine Mecking/Janbernd Oebbecke (Hg.)

Zwischen Effizienz und Legitimität.
Kommunale Gebiets- und Funktionalreformen in der Bundesrepublik 
Deutschland in historischer und aktueller Perspektive

Paderborn: Ferdinand Schöningh 2009. VIII, 324 S.
(Forschungen zur Regionalgeschichte, Bd. 62) 
ISBN 978-3-506-76852-0, Geb., Euro 44,- 
(erhältlich über den Buchhandel)


Staatliche und kommunale Verwaltungsstrukturen sind nicht 
statisch, sondern unterliegen einem Anpassungsdruck durch sich 
verändernde demografische oder wirtschaftliche Verhältnisse. 
Deshalb kam und kommt es in der Bundesrepublik immer wieder zu 
weitreichenden kommunalen Neuordnungen. In diesem Band 
vergleichen Historiker und Juristen, Wissenschaftler und 
Praktiker die Ziele, die jeweilige Umsetzung sowie die 
politischen und gesellschaftlichen Folgen von Gebiets- und 
Funktionalreformen. Der geschichtswissenschaftlichen Analyse 
der Neuordnungen in den 1960er und 1970er Jahren folgt eine 
Darstellung von aktuellen Herausforderungen und Problemlagen 
einer Reform aus juristischer und verwaltungswissenschaftlicher 
Perspektive.

Deutlich werden die Parallelen im Ablauf der Reformprozesse: 
Auch wenn über die Notwendigkeit einer Gebietsreform in 
Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Gesellschaft weitgehend 
Einigkeit bestand, kam es vor Ort oftmals zu Protesten und 
Widerständen gegen einzelne Neuordnungsmaßnahmen. In den darauf 
folgenden Auseinandersetzungen hielten die Kritiker den 
funktionalen, auf eine effektivere Verwaltung zielenden 
Reformen historisch gewachsene oder wirtschaftlich begründete 
lokale Gegebenheiten entgegen. Vor dem Hintergrund 
gesamtgesellschaftlicher Veränderungen liefert die Geschichte 
der Gebiets- und Funktionalreformen ein anschauliches Beispiel 
für den Konflikt zwischen staatlichem Planungsdenken und 
bürgerschaftlichen Partizipationsansprüchen sowie für die 
andauernde Aktualität des Themas "Effizienz versus Legitimität".


INFO

Dr. Sabine Mecking (*1967) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin 
am Historischen Seminar der Heinrich-Heine-Universität 
Düsseldorf. Sie hat ihre Habilitationsschrift zum Thema 
"Gebietsreform und Bürgerwille. Demokratieentwicklung und 
Reform von Staat und Gesellschaft am Beispiel der kommunalen 
Neugliederung in Nordrhein-Westfalen" (2008) verfasst.

Prof. Dr. Janbernd Oebbecke (*1950) lehrt Öffentliches Recht 
und Verwaltungslehre an der Universität Münster und ist 
Geschäftsführender Direktor des Kommunalwissenschaftlichen 
Instituts sowie des Freiherr-vom-Stein-Instituts. Er hat 
zahlreich zu Fragen des Kommunalrechts, der Kommunalverwaltung 
und der Verwaltungsreform publiziert.


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