[WestG] [AKT] Vortrag: Zur Christianisierung Westfalens in der Karolingerzeit, Muenster, 08.12.2009
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Do Dez 3 11:05:37 CET 2009
Von: "Christine Schedensack" <Christine.Schedensack at lwl.org>
Datum: 03.12.2009, 10:18
AKTUELL
Vortrag:
Prof. Dr. Paul Leidinger (Warendorf)
Zur Christianisierung Westfalens in der Karolingerzeit
Dienstag, 08. Dezember 2009, 19.00 Uhr (s.t.)
Mit der Christianisierung Westfalens in der Karolingerzeit
tritt der Raum zwischen Rhein und Weser aus der Vorzeit in das
Licht der Geschichte. Dieser Epoche machende Vorgang vor über
1200 Jahren bildet bis heute eine Grundlage der modernen
Lebenswelt, doch ist es der Forschung bisher nur ungenügend
gelungen, die Vorgänge der Christianisierung und die von ihr
begründeten Strukturen auf der Bistums- und Pfarrebene, die
heute zur Disposition gestellt werden, genauer zu erfassen.
Dieser Aufgabe wendet sich ein Vortrag von Prof. Dr. Paul
Leidinger, Universität Münster und seit langem als
Landeshistoriker ausgewiesen, zu.
Der Vortrag stellt den wachsenden fränkischen Einfluss im
Gebiet südlich der Lippe vor allem im Hellwegraum seit dem
ausgehenden sechsten Jahrhundert n. Chr. in der Merowingerzeit
dar, der vor allem an den zahlreichen inzwischen entdeckten und
untersuchten Gräberfeldern dieses Raumes (u. a. in Wünnenberg,
Soest, Dortmund, im Lippegebiet, aber auch im Ostmünsterland
wie im Sauerland) sichtbar wird. Er deutet darauf hin, dass
sich mit dem fränkischen Einfluss auch christliche
Bestattungsriten verbreiteten und in Einzelfällen, wie etwa in
Soest, auch bereits Kirchengründungen erfolgten. Eine
durchgreifende Christianisierung setzte aber erst mit der
endgültigen militärischen Eroberung und Einbeziehung Sachsens
in das fränkische Reich durch Karl den Großen seit 772 ein. Sie
wurde von den Bistümern Köln und Mainz begleitet. Sie stiegen
in der Folge zu Erzbistümern auf, die die in Sachsen neu
gebildeten Bistümer ihrer Metropolitangewalt unterstellten und
eine dauerhafte Pfarrorganisation in ihren Sprengeln
begründeten. Insofern war das südlich der Lippe am Hellweg und
im Sauerland gelegene seitdem kölnische Westfalen sehr schnell
und ohne große Widerstände in die Christianisierung einbezogen.
Die Gründung einer Kaiserpfalz in Paderborn sicherte die
Christianisierung des dortigen Raumes, die dem Erzbistum Mainz
oblag, das auch das Siegerland missionierte. Die
Christianisierung der späteren Bistümer Münster, Osnabrück und
Minden vollzog sich gleichzeitig, wobei Minden und Osnabrück
von Beginn an Zentralisationspunkte der Christianisierung waren,
die zu Bischofssitzen aufstiegen, während Münster erst 20
Jahre später mit der Beauftragung Liudgers als Missionar 792
durch diesen Zentralort eines Missionssprengels wurde, aus dem
das Bistum Münster hervorging. Vor ihm entstand vor allem im
Ostmünsterland sehr früh nach 772 ein Netz von
Missionspfarrkirchen, während das Westmünsterland sich länger
einem fränkischen und christlichen Einfluss sperrte.
INFO
Der Vortrag findet statt im:
Hörsaal KTHS I der Katholisch-Theologischen Fakultät
Johannisstraße 8-10
48143 Münster
Der Eintritt ist frei.
Dr. Christine Schedensack
Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Münster e.
V.
Fürstenbergstraße 15
48133 Münster
Tel.: 0251/591 5972
Fax: 0251/591 6820
E-Mail: christine.schedensack at lwl.org
URL: www.altertumsverein-muenster.de
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