[WestG] [AKT] Die Transformation der Orte: Annaeherungen an die nationalsozialistischen Vernichtungslager
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Dez 1 10:32:19 CET 2009
Von: "Josef König" <josef.koenig at presse.ruhr-uni-bochum.de>
Datum: 27.11.2009, 08:52
AKTUELL
Die Transformation der Orte
Symposium in der RUB, Ausstellung und Abendvortrag
Annäherungen an die nationalsozialistischen Vernichtungslager
Mit einem fachübergreifenden Symposium, einer begleitenden
Ausstellung und einem öffentlichen Abendvortrag versuchen
Nachwuchswissenschaftlerinnen aus Bochum, Cottbus und Warschau
eine Annäherung an die nationalsozialistischen Konzentrations-
und Vernichtungslager. Unter dem Titel "Die Transformation der
Orte" bringen Alexandra Klei (Architektur, BTU Cottbus), Katrin
Stoll (Geschichte, DHI Warschau) und Annika Wienert
(Kunstgeschichte, RUB) vom 3. bis 5. Dezember junge Forscher
verschiedener Disziplinen und Künstler aus Europa zusammen. Die
Tagung findet im Veranstaltungszentrum der RUB im Mensagebäude
statt; die Medien sind herzlich willkommen.
"Jenseits und diesseits des Lagerzauns"
Teil des Symposiums ist ein öffentlicher Abendvortrag am 4.12.
von Dr. Karola Fings, Köln, zum Thema "Jenseits und diesseits
des Lagerzauns. Wechselwirkungen zwischen Lager und
Umgebungsgesellschaft am Beispiel der KZ-Außenlager im
Ruhrgebiet und im Rheinland" (20 Uhr, Christuskirche Bochum).
Die Referentin ist stellvertretende Direktorin des
NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln und forscht seit
vielen Jahren zum Nationalsozialismus mit den Schwerpunkten
Konzentrationslager, Zwangsarbeit, Remigration und
Erinnerungspolitik. Als eine der ersten Historikerinnen
beschäftigte sie sich mit den als "Zigeuner" verfolgten Opfern
des Nationalsozialismus.
"Niemands Orte"
Parallel zur Tagung ist vom 4. bis 8. Dezember die Ausstellung
"Niemands Orte" in der Galerie ROTTSTR5 zu sehen (Rottstr. 5,
44793 Bochum). Die Bildinstallation ist ein Teil des
Langzeitprojekts des Berliner Fotografen Christian Herrnbeck.
Er dokumentiert die ehemaligen Orte des nationalsozialistischen
Terrors in ganz Europa in ihrem heutigen Zustand. "Dabei
handelt es sich um ein unabgeschlossenes und unabschließbares
Projekt, an dem der Künstler kontinuierlich weiterarbeitet", so
Annika Wienert. Insgesamt 1.200 Fotografien aus dem Projekt
sind in Bochum zu sehen, sie werden in einem sich stündlich
wiederholenden Durchlauf auf drei Projektionsflächen
abgebildet. Dabei handelt es sich um Aufnahmen aus 40 Orten
vormaliger Konzentrationshauptlager, T4-Mordanstalten und
Vernichtungslager.
Der Ort als Referenz
Die nationalsozialistischen Lager existierten an vielen Orten
im deutschen Herrschaftsbereich als Mittel von Ausgrenzung,
Unterdrückung, Ausbeutung, Zwang und massenhaftem Mord. Ort und
Ereignis stehen dabei in einem komplexen Verhältnis, indem sie
sich wechselseitig beeinflussen. Jede Forschung zur Geschichte
der Lager, jede Form einer Gedenkpraxis und jeder Beitrag
künstlerischer Auseinandersetzung nimmt implizit oder explizit
auf den jeweiligen Ort Bezug. Die Veranstalter der Tagung
wählen ihn - den Ort - daher zum Referenz- und Ausgangspunkt:
Im Blickpunkt steht die Wandlung des Ortes zum Lager, der Ort
des Lagers selbst und die Wandlung der Orte der Verbrechen zu
Orten der Erinnerung oder des Vergessens. Die Tagung in
Kooperation mit dem Kunstgeschichtlichen Institut der RUB wird
gefördert von der Ruhr-University Research School und von vier
Stiftungen - der Fondation pour la Mémoire de la Shoah, der
Gerda Henkel Stiftung, der FAZIT-Stiftung und der Dr. Hildegard
Hansche Stiftung.
INFO
Annika Wienert
Ruhr-University Research School
E-Mail: transformation at rub.de
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