[WestG] [AUS] "Ueber Stock und Stein - 100 Jahre Jugendherbergen", Altena, ab 22.08.2009
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mi Aug 19 11:18:28 CEST 2009
Von: "Märkischer Kreis" <info at presse-service.de>
Datum: 12.08.2009, 15:07
AUSSTELLUNG
Ein Militärbett aus einer Jugendherberge, demnächst in den
Museen Burg Altena
Sonderausstellung "Über Stock und Stein - 100 Jahre
Jugendherbergen"
Das wichtigste Möbelstück in einer Jugendherberge war und ist
das Bett. Nach einer ausgiebigen Wanderung braucht der Körper
nichts so sehr wie erholsamen Schlaf. Das abgebildete Exemplar
aus der Zeit um 1910 wird ab 23. 8. 09 in der Sonderausstellung
"Über Stock und Stein - 100 Jahre Jugendherbergen" in den
Museen Burg Altena zu sehen sein. Es stammt aus der
Jugendherberge im Rohan-Schloss im elsässischen Saverne und
hatte vorher in einer Kaserne als Schlafstätte gedient.
Solche zweistöckigen eisernen Bettgestelle, bestehend aus zwei
aufeinander gesteckten Lagern, zählten zur Ausstattung von
Jugendherbergen in der Pionierzeit. Schon vor dem Ersten
Weltkrieg wurden sie wegen ihrer Platzersparnis für die
Ausstattung empfohlen. Sie waren bei Bettstellen-Fabriken
käuflich zu erwerben. Nach Kriegsende übernahm der
Reichsverband für Deutsche Jugendherbergen kostenlos
überschüssiges Heeresgut aus Garnisonen, Lazaretten und
Gefangenenlagern. Darunter befanden sich neben
Kücheneinrichtungen, Decken und Bettzeug auch Bettgestelle.
Zuvor hatte Wilhelm Münker, der große Organisator des
Jugendherbergswerkes, ein entsprechendes Ersuchen an das
Kriegsministerium und das Zentralkomitee des Roten Kreuzes
gerichtet. Die Ausstattung des Bettes datiert aus den
1950er-Jahren. Die einteilige Matratze mit Schaumstoff-Füllung
stellte damals ein Novum dar. Sie hatte die dreiteilige
Matratze mit Seegras-Füllung abgelöst. Eine solche Neuigkeit
war der Schlafsack aus weißem Nessel dagegen nicht. Schon 1911
riet Richard Schirrmann zur Mitnahme der Schlafsäcke auf die
Wanderung.
Außerdem gab er an, wie sie leicht selbst herzustellen seien:
Betttücher einmal in der Mitte falten und an zwei Kanten
zusammennähen, fertig. Später finden sich Nähanleitungen mit
Schnittmustern in den Herbergsverzeichnissen. Wer mir der
Nähnadel nicht umgehen konnte, dem bot das Jugendherbergswerk
Schlafsäcke zum Kauf an. Sie konnten in der Herberge gegen
Gebühr auch ausgeliehen werden. Ihre Benutzung wurde anfangs
empfohlen, später war sie vorgeschrieben. Durch den Gebrauch
kam der Gast nicht unmittelbar mit der wollenen, kratzenden
Jugendherbergsdecke in Berührung. Der Schlafsack schützte
ferner die Matratze und schonte die Wolldecke. Er war bis in
die 1980er-Jahre in Gebrauch.
INFO
Das Bett zeigen die Museen Burg Altena ab 23. August 2009 in
der Sonderausstellung "Über Stock und Stein - 100 Jahre
Jugendherbergen". Eröffnung der Ausstellung ist am 22. August
2009, 14.30 Uhr, in den Museen Burg Altena, Fritz-Thomée-Straße
80, 58762 Altena.
Mehr Informationen über die Mailingliste Westfaelische-Geschichte