[WestG] [AKT] Kunstwerk des Monats September: LWL-Landesmuseum praesentiert aelteste Goldmuenze Westfalens, Muenster
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Fr Sep 12 09:24:58 CEST 2008
Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 11.09.2008, 13:54
AKTUELL
Kunstwerk des Monats September
LWL-Landesmuseum präsentiert die älteste Goldmünze Westfalens
Als Kunstwerk des Monats September präsentiert der
Landschaftsverband Westfalen Lippe (LWL) in seinem
LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Münster die
älteste Goldmünze aus Westfalen. Die seltene Münze wurde 1419 in
der königlichen Stadt Dortmund hergestellt.
Hohe Geldzahlungen waren im Mittelalter oft mühselig, da hierfür
eine große Menge an Münzen benötigt wurde. Um Abhilfe zu
schaffen wurden daher in Italien gegen Mitte des 13.
Jahrhunderts Münzen aus dem Edelmetall Gold angefertigt. Denn
statt viele kleine Münzen zu prüfen und zu zählen, hatte man mit
ihnen eine hohe Kaufkraft in einem Stück verfügbar. Außerdem
stellten die Goldmünzen die Frühform einer europäischen
Einheitswährung da, denn mit den Goldmünzen konnte
grenzübergreifend gezahlt werden.
Bis sich die italienischen Goldmünzen auch nördlich der Alpen
verbreiteten, dauerte es jedoch noch etwas länger. Denn erst
1419 wurde das heutige Kunstwerk des Monats als eine der ersten
Gold-münzen in Dortmund hergestellt. Der Goldgulden trägt den
Namen König Sigismunds von Luxemburg, der seit 1411 an der
Spitze des Römischen Reichs deutscher Nation stand.
Wahrscheinlich führte ein erhöhter Finanzbedarf durch die in
Böhmen ausbrechenden Hussitenkriege zur Reaktivierung der
Dortmunder Münzstätte, die wie andere Reichsmünzstätten dem
Reichskämmerer Konrad von Weinsberg unterstand. Die anderen
Münzstätten in Westfalen trauten sich erst wesentlich später
Gold zu verprägen.
In italienischer Tradition zeigt die Dortmunder Münze auf der
Vorderseite Johannes den Täufer mit einem Lilienzepter. Die
andere Seite zeigt den Reichsapfel - als Zeichen des königlichen
Ursprungs dieses Goldstücks.