[WestG] [AKT] Erinnerung an den 70. Jahrestag der Reichspogromnacht, Bad Oeynhausen, 09.11./19.11.2008

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Fr Nov 7 11:22:50 CET 2008


Von: "Rico Quaschny" <r.quaschny at badoeynhausen.de>
Datum: 06.11.2008, 17:37 


AKTUELL

Zur Erinnerung an den 70. Jahrestag der Reichspogromnacht führen 
der Arbeitskreis für Heimatpflege der Stadt Bad Oeynhausen e.V. 
und das Stadtarchiv folgende Veranstaltungen durch:

1) Spurensuche: Jüdisches Leben in Bad Oeynhausen
Sonntag, 9. November 2008; Treffpunkt: 14.00 Uhr, 
Stadtarchiv, Von-Moeller-Str. 9
Leitung: Rico Quaschny

Der 70. Jahrestag der Reichspogromnacht ist Anlass, den Spuren 
jüdischen Lebens in Bad Oeynhausen zu folgen. Zu den ersten 
Bewohnern des sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts 
entwickelnden Badeortes Oeynhausen zählten auch Juden. Die 
Familien gehörten dem Bürgertum an und waren zumeist in die 
Infrastruktur des Bades eingebunden. Bis zum Beginn der NS-Zeit 
waren Juden in Bad Oeynhausen in das soziale, wirtschaftliche 
und gesellschaftliche Leben integriert. Bei einem Stadtrundgang 
werden an ausgewählten Plätzen Beispiele für das jüdische Leben 
in Bad Oeynhausen vom 19. Jahrhundert bis hin zur NS-Zeit 
vorgestellt. Die "Spurensuche" will auch auf Forschungslücken 
hinweisen und Anregungen für Recherchen geben. Im Anschluss 
besteht die Möglichkeit zum Kaffeetrinken und zur Diskussion.

2) Jüdische und "nichtarische" Schülerinnen an der Luisenschule
Vortrag von Rico Quaschny
Mittwoch, 19. November 2008, 19.00 Uhr; 
Stadtarchiv, Von-Moeller-Str. 9

Seitdem 1882 erstmals Mädchen die gehobene Abteilung der 
Bürgerschule in Oeynhausen besuchen konnten, lassen sich 
jüdische Schülerinnen in den höheren Schulen der Badestadt 
nachweisen. Nach 1933 änderte sich für die wenigen jüdischen 
Schülerinnen an der Luisenschule der Schulalltag. Die beiden 
letzten jüdischen Mädchen wurden nach der Reichspogromnacht im 
November 1938 zum Verlassen der Luisenschule gezwungen. Durch 
die NS-Rassenideologie wurden auch christlich getaufte Mädchen 
ab 1933 als "nichtarisch" ausgegrenzt und diskriminiert, wenn 
ihre Eltern oder ein Eltern- bzw. Großelternteil jüdischen 
Glaubens waren. Das Schicksal der verfolgten und zum Teil 
ermordeten Luisenschülerinnen soll durch den Vortrag in 
Erinnerung gerufen und vor dem Vergessenwerden bewahrt werden.


INFO

Kontakt:
Rico Quaschny
Stadtarchiv Bad Oeynhausen
Von-Moeller-Str. 9
32545 Bad Oeynhausen
Tel.: 05731/143420
Fax: 05731/141922
E-Mail: r.quaschny at badoeynhausen.de