[WestG] [AKT] LWL-Landesmuseum feiert Jubilaeum, Muenster

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Mo Mär 10 10:19:38 CET 2008


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 06.03.2008, 12:32


AKTUELL

Seit 100 Jahren ein Haus für die Kunst
LWL-Landesmuseum feiert Jubiläum

Seit 100 Jahren ist das LWL-Landesmuseum für Kunst und 
Kulturgeschichte in Münster ein Ort des Schauens und Erlebens: 
Am 17. März 1908 wurde das "Landesmuseum für die Provinz 
Westfalen" eröffnet. Damals lautete der Auftrag, westfälische 
Kunst zu sammeln und zu bewahren. 100 Jahre später genießt das 
Landesmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) 
internationalen Ruf:

Die Skulptur Projekte (seit 1977), die Sammlung für Klassische 
Moderne, vor allem mit den Werken von August Macke, und die 
Ausstellung "1648 - Krieg und Frieden in Europa" zogen 
Hundertausende von Besuchern an und machten das Museum weit über 
die Region hinaus bekannt.

"Bevor Anfang 2009 der rund vier Jahre andauernde Um- und Neubau 
des LWL-Landesmuseums beginnt, wird in diesem Jahr gefeiert: Mit 
fünf Ausstellungen und dem neuartigen Veranstaltungsprogramm ,
Zum Hundertsten!' öffnet sich das Museum am Domplatz mehr denn 
je der Öffentlichkeit", erklärt Museumsdirektor Dr. Hermann 
Arnhold. Höhepunkt des Jubiläumsjahres ist die Ausstellung "Orte 
der Sehnsucht - Mit Künstlern auf Reisen" (28. September 2008 - 
11. Januar 2009). Rund 400 Exponate aus der ganzen Welt laden 
die Besucher dazu ein, mit Dürer, Rubens, Gauguin, Macke und 
Klee auf Reisen zu gehen.

Einblicke in die bewegte Geschichte des Landesmuseums von der 
Kaiserzeit bis in die Gegenwart gibt die Ausstellung "Alles wird 
Kunst sein ...", die am 9. März eröffnet wird (bis 15. Juni 2008).
Anhand von rund 250 Exponaten erleben die Besucher eine 
Zeitreise durch 100 Jahre Sammlungsgeschichte und das Wirken von 
zehn Museumsdirektoren. Die Ausstellung erzählt, dass in den 
Gründungsjahren eine Kommission über jeden Ankauf diskutierte, 
der 500 Mark überschritt.

Sie dokumentiert, wie die "Entartete Kunst" das Museum ausdünnte 
und die Bemühungen, Verlorenes nach dem Krieg zurückzukaufen. 
Sie zeigt anhand von historischen Fotos, wie das Museum vor dem 
Zweiten Weltkrieg seine Schätze präsentierte. Und sie macht 
deutlich, wie das Museum ab 1977 mit der ersten Ausstellung der 
Skulptur Projekte gezielt ein internationales Publikum 
angesprochen hat.

Die Anfänge der Sammlungsgeschichte (1908-1930) dokumentieren 
Werke wie Eugen Brachts "Die Gestade der Vergessenheit" von 1911,
Bilder von Melchior Lechter, Bernhard Pankok und Emil Noldes 
"Burchards Garten" von 1905, das vor genau 100 Jahren als erstes 
Bild der Moderne erworben wurde. Joseph Hötte, letzter Nachkomme 
einer münsterischen Pelzhändlerfamilie, war der wichtigste Mäzen 
des Landesmuseums im ersten Jahrzehnt seines Bestehens und 
besonderer Bewunderer des Malers Eugen Bracht (1842-1920).

"Bracht stammte aus der Schweiz, seine Eltern kamen jedoch aus 
Recklinghausen, so dass eine westfälische Herkunft geltend 
gemacht werden konnte. Als akademischer Maler genoss er die 
Wertschätzung Kaiser Wilhelms II.: Sein großformatiges Bild ,Die 
Gestade der Vergessenheit' (1889) galt als ein Lieblingsbild des 
Kaisers", erklärt Kurator Dr. Gerd Dethlefs.

40 Plakate von 1926 bis heute sind ein Spiegel der wichtigsten 
Ausstellungen des LWL-Landesmuseums. "Die Sonderausstellungen 
sind in den vergangenen vier Jahrzehnten immer bedeutender für 
unser Haus geworden. Während die Sammlung sich natürlich 
statischer präsentiert, lässt sich mit Ausstellungen 
experimentieren. Das zeigen nicht zuletzt die 
Lichthofinstallationen zur Gegenwartskunst", so Hermann Arnhold.

Leuchtend rot strahlen die Wände im "Raum der Superlative": Hier 
wird eine Auswahl der schöns-ten und wichtigsten Gemälde der 
Sammlung gezeigt - vom Meister von Liesborn über Ludger tom Ring 
bis hin zu Max Liebermann und Morris Louis. Wie in den 
Gründungsjahren Kunst im Museum präsentiert wurde, zeigt die 
Rekonstruktion des Renaissance-Saales aus den 20er Jahren. Viele 
unbekannte Werke aus den Magazinen ist erstmals seit langem 
wieder zu sehen.

Ein Raum ist den Werken gewidmet, die der "Entarteten Kunst" zum 
Opfer fielen. 1937 beschlagnahmten die Nationalsozialisten 44 
Werke des Landesmuseums, darunter Gemälde von Christian Rohlfs 
und Peter August Böckstiegel. "Nach dem Krieg hat das Museum 
nach dem Verbleib der Werke geforscht. Tatsächlich ist es 
gelungen, einige Werke zurückzukaufen. Die meisten aber sind für 
unsere Sammlung auf immer verloren", so Hermann Arnhold.

Wie lässt sich Museumsgeschichte anschaulich erklären? Die 
Leiterin der Kunstvermittlung im LWL-Landesmuseum, Heike Kropff, 
hat für Schulen, Kinder und Jugendliche sowie Erwachsene 
anschauliche Angebote entwickelt: "Sternstunden für Sammler, 
Sachensucher und andere Sonderlinge" heißt zum Beispiel das 
Osterferienprogramm, in dem Kinder von sechs bis zwölf Jahren 
für ihre eigene Sammlung - seien es nun Kieselsteine oder 
Fußballbildchen - ein Museum bauen. In einem anderen Workshop 
verfolgen Kinder und Jugendliche die spannende Geschichte eines 
Nolde-Bildes, das seit 100 Jahren im Landesmuseum hängt.

ACHTUNG: Terminankündigung

Anlässlich des Jubiläums findet im LWL-Landesmuseum die 
Konzertreihe "Glanzstücke" statt. Start ist am Sonntag, 9. März 
2008, um 19 Uhr mit dem Auftritt des international renommierten 
Vokalensembles "amarcord" aus Leipzig. Karten gibt es im 
Vorverkauf im LWL-Landesmuseum, Domplatz 10, 48143 Münster, 
Telefon 0251 5907-01, und an der Abendkasse.


INFO

LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Münster
Domplatz 10
48143 Münster
Tel.: 0251 5907-01
Fax: 0251 5907-210
E-Mail: landesmuseum at lwl.org 
URL: http://www.lwl.org/LWL/Kultur/WLMKuK/