[WestG] [AKT] LWL-Archaeologen haben "Autobahn" der fruehen Neuzeit freigelegt

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Jun 17 11:17:39 CEST 2008


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 17.06.2008, 11:12


AKTUELL

Archäologie an der A 45: 
LWL-Archäologen haben "Autobahn" der frühen Neuzeit freigelegt

Unweit der Autobahn 45, auf der Wilhelmshöhe bei Freudenberg 
(Kreis Siegen-Wittgenstein), haben Archäologen des 
Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) die Reste der 
Jahrhunderte alten sogenannten Eisenstraße freigelegt und 
dokumentiert.

Die "Eisenstraße" führte von Siegen über Freudenberg bis in das 
Bergische Land und heißt so, weil auf dieser Ferntrasse vom 
späten Mittelalter bis mindestens ins 18. Jahrhundert hinein vor 
allem Eisenerze aus dem Siegerland exportiert wurden.

Bei ihren Untersuchungen der Eisenstraße legten die Mitarbeiter 
der LWL-Archäologie für Westfalen in vier archäologischen 
Profilschnitten jeweils bis zu drei nebeneinander liegende 
Hohlwege frei - unbefestigte Wegetrassen, die sich im Laufe der 
Jahre und Jahrhunderte durch ihre Benutzung sowie durch Wind und 
Wetter immer tiefer in den Untergrund eingegraben haben. Die auf 
der Wilhelmshöhe dokumentierten Hohlwege reichen zum Teil sogar 
deutlich bis in den Schiefer hinein. Und sind damit ein Indiz 
für die lange Nutzungsdauer der alten Fernstraße.

An der tiefsten Stelle erkannten die Ausgräber mehrere, bis zu 
15 Zentimeter tiefe Fahrspuren im Schiefergestein. Die 
Achsenbreiten reichten von 1,20 Meter bis knapp zwei Meter und 
beweisen damit die unterschiedlichen Breiten der Transportwagen 
in den verschiedenen Zeiten.

In den Fahrspuren fanden die LWL-Archäologen immer wieder 
einzelne Eisenteile, zum Beispiel verlorene Nägel. Andere Funde 
wie Münzen, mit denen sich die Fahrspuren genauer hätten 
datieren lassen, sind nicht zu Tage gekommen. "Die 
Untersuchungen zeigen dennoch, dass Hohlwege mehr sind als alte 
Wegetrassen. Sie erlauben weitere Aussagen über ihre Zeit, zum 
Beispiel zur Infrastruktur und zu Wirtschaftssystemen in 
früheren Zeiten", freute LWL-Archäologin Dr. Eva Cichy, die auch 
die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Freudenberg hervorhebt.

Die archäologischen Untersuchungen waren notwendig geworden, da 
auf der Wilhelmshöhe bei Freudenberg ein Gewerbegebiet 
erschlossen wird, wodurch ein Teil der Eisenstraße überbaut 
werden muss.