[WestG] [AKT] Stadtarchiv Bottrop laedt zum Besuch des "Zuges der Erinnerung" ein, 23.02.2008, Essen
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mi Jan 23 11:19:08 CET 2008
Von: "Stadt Bottrop" <info at presse-service.de>
Datum: 23.01.2008, 08:02
AKTUELL
Stadtarchiv lädt zum Besuch des "Zuges der Erinnerung" ein
Fahrt am 23. Februar nach Essen - Anmeldung ab sofort möglich
Der 27. Januar wird seit 1996 als "Tag des Gedenkens an die
Opfer des Nationalsozialismus" begangen: Am 27. Januar 1945
wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz von
sowjetischen Truppen befreit. Auschwitz steht als Symbol für das
Grauen des Dritten Reiches. Mehr als eine Million Männer, Frauen
und Kinder wurden in dem Konzentrationslager getötet. Den
"Holocaust-Gedenktag" nimmt das Stadtarchiv in diesem Jahr zum
Anlass, um in besonderer Form mit an die Zeit des
Nationalsozialismus zu erinnern. Denn auch Bottroperinnen und
Bottroper sind in dieser Zeit verfolgt, nach Auschwitz und in
andere Konzentrationslager deportiert und dort ermordet worden.
Durch Deutschland fährt derzeit der "Zug der Erinnerung". Er
fährt auf den Strecken der Deportationszüge der "Deutschen
Reichsbahn" und hält in verschiedenen Bahnhöfen. Sein Ziel ist
die Gedenkstätte Auschwitz. Er transportiert eine mobile
Ausstellung, die an die vergessenen Opfer des NS-Systems
erinnert: Kinder und Jugendliche, die mit der "Deutschen
Reichsbahn" in die Vernichtungslager transportiert wurden. Der
"Zug der Erinnerung" besteht aus einer Dampflok und mehreren
Ausstellungswagen, in denen Fotos und Briefe der Deportierten
gezeigt werden.
Hier gibt es auch Bezüge zu Bottrop. So wird an Herbert Cohn und
Rudolf Konrad Brandt erinnert. Herbert Cohn, 1926 in Essen
geboren, lebte mit seiner Familie in Bottrop, Essener Straße 2.
Er wurde von Essen aus in das Konzentrationslager Auschwitz
deportiert und fand dort den Tod. Als Todesdatum ist der 8. Mai
1945 angegeben. Rudolf Konrad Brandt wurde 1925 in Bottrop
geboren, wo er mit seiner Familie bis 1933 an der Hochstraße 12
lebte. Die Familie wurde 1940 von ihrem damaligen Wohnort
Mannheim zunächst in das Internierungslager Gurs im unbesetzten
Frankreich verschleppt. Später wurde Rudolf Konrad Brandt von
seinen Eltern getrennt, kam nach Auschwitz und ist wohl von dort
in das Konzentrationslager Buchenwald verlegt worden. Als
Todesdatum ist der 24. Februar 1945 im KZ Buchenwald vermerkt.
Die im Stadtarchiv gesammelten Informationen über Herbert Cohn
und Rudolf Konrad Brandt werden bei einem Besuch der Ausstellung
in Essen im nächsten Monat übergeben. Dort werden vor Ort
vorhandene Spuren der deportierten Kinder gesammelt. Der "Zug
der Erinnerung" nimmt sie mit und wird die Dokumente und Fotos
am Ende der Reise in der Gedenkstätte Auschwitz symbolisch
hinterlegen.
Der "Zug Der Erinnerung" wird am 22. und 23. Februar im Essener
Hauptbahnhof Halt machen. Das Stadtarchiv bietet deshalb am
Samstag, dem 23. Februar, eine Fahrt zum Besuch der Ausstellung
in Essen an und lädt hierzu alle Interessenten ein. Treffpunkt
ist um 14 Uhr am ZOB. Nach einer Führung durch die Ausstellung
wird noch Gelegenheit sein, mit einem Zeitzeugen zu sprechen.
INFO
Interessenten sind gebeten, sich möglichst bald im Stadtarchiv
(Tel.: 70 37 54) anzumelden, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist.
Als Kosten werden nur die Fahrtkosten mit dem Bus (ÖPNV)
anfallen.