[WestG] [AKT] Westfaelische Fotografie zu Beginn des 20. Jahrhunderts, 19.02.2008, Waltrop

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Do Feb 7 11:02:09 CET 2008


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 05.02.2008, 14:54


AKTUELL

"Verlorene Paradiese" - Westfälische Fotografie zu Beginn des 
20. Jahrhunderts
Lichtbildvortrag im LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk 
Henrichenburg

Zu einem Vortrag über den Fotografen Joseph Schäfer lädt der 
Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am Dienstag (19.02.) um 
19.30 Uhr in sein Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg 
ein. Dr. Volker Jakob vom LWL-Medienzentrum (Münster) referiert 
über den leidenschaftlichen Heimatforscher und Fotograf, der als 
kaiserzeitlicher Pädagoge erster Direktor der städtischen 
Oberrealschule Recklinghausen (später Hittorf-Gymnasium) wurde. 
Die Neugier am Vest Recklinghausen spiegelt sich in den seltenen 
westfälischen Aufnahmen Schäfers wider.

Dr. Joseph Schäfer (1867 - 1938), im thüringischen Eichsfeld 
geboren, war ein widersprüchlicher Charakter, ein Mann mit zwei 
Gesichtern. Da war einerseits der gestrenge preußische Beamte, 
der kaisertreu sein Amt als Direktor der städtischen 
Oberrealschule in Recklinghausen wahrnahm. Daneben gab es den 
anderen Schäfer, einen leidenschaftlichen Heimatforscher, der in 
romantisch verklärten Hymnen die landschaftlichen Schönheiten 
seiner unmittelbaren Heimat, des Vestes Recklinghausen, immer 
aufs Neue besang.

Als treuer Anhänger der zu Beginn des 20. Jahrhunderts populären 
Heimatschutzbewegung, durchstreifte er mit seiner Plattenkamera 
zwischen 1910 und 1922 immer wieder die Orte und Landschaften 
zwischen Emscher und Lippe, um die melancholische Schönheit und 
Fragilität der Schlösser und Burgen, der Dörfer und Weiler im 
Bild festzuhalten. Aus diesen Arbeiten entstand im Laufe der 
Zeit ein Fotoarchiv von hohem dokumentarischen Wert, das nach 
seinem Tode 1938 viele Jahrzehnte lang vergessen auf dem 
Dachboden seines Alterssitzes in Münster lag.

Glück und Zufall ermöglichten dem Bild-, Film- und Tonarchiv des 
LWL-Medienzentrums für Westfalen 1996 den Ankauf dieser in 
Vergessenheit geratenen Bildsammlung, die durch Kriegs- und 
Nachkriegsfolgen bereits einige Verluste aufwies. Von den 
ursprünglich 2000 vorhandenen Bildmotiven auf Negativplatten und 
Abzügen waren 1300 erhalten geblieben. Daraus entstand in 
Kooperation mit dem Vestischen Museum in Recklinghausen eine 
Fotoausstellung, die wenig bekannte bzw. heute nicht mehr 
vorhandene architektonische und landschaftliche Schönheiten quer 
durch das Vest zeigt.

Auch eine alte Aufnahme vom Schiffshebewerk Henrichenburg, 
gehört zu den Motiven von Joseph Schäfer. In seinem Referat wird 
Dr. Volker Jakob insbesondere darauf eingehen, wie dieser 
seltene Bildnachlass in den Kontext der deutschen Fotografie zu 
Beginn des 20. Jahrhunderts einzuordnen ist.

"Wer sich dafür interessiert, wie das Vest Recklinghausen 
zwischen 1910 und 1922 ausgesehen hat, der sollte diesen Vortrag 
nicht versäumen", wirbt Museumsleiter Herbert Niewerth für den 
Besuch der Veranstaltung. Der Eintritt ist frei.


INFO

LWL-Industriemuseum 
Schiffshebewerk Henrichenburg
Am Hebewerk 2
45731 Waltrop
Tel.: 02363 9707-0
Fax: 02363 9707-12
E-Mail: Schiffshebewerk at lwl.org