[WestG] [AKT] Goldschatz unter Fußboden gefunden: Spektakulaerer Muenzfund aus Minden kommt ins Museum

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Do Dez 11 10:31:00 CET 2008


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at wl.org>
Datum: 10.12.2008, 13:04


AKTUELL

Goldschatz unter Fußboden gefunden
Spektakulärer Münzfund aus Minden kommt ins Museum

Seit Jahrhunderten lag ein Goldschatz unbeachtet unter dem 
Fußboden eines Wohnhauses in der Mindener Altstadt verborgen: Es 
handelt sich dabei um 37 Goldstücke, die im 15. Jahrhundert 
versteckt wurden. Im LWL-Landesmuseum für Kunst und 
Kulturgeschichte hat jetzt Dr. Peter Ilisch, Numismatiker und 
Leiter des Münzkabinetts, den Fund bearbeitet und 
wissenschaftlich erfasst.

"Zu Zeiten als es noch keine Sparkassen gab, verwahrte man die 
Ersparnisse in den eigenen vier Wänden und versteckte sie so, 
dass Räuber sie nicht finden sollten. Wenn Sparer aus 
verschiedenen Gründen die Vermögenswerte nicht ausgaben, dann 
blieben sie in ihrem Versteck und überdauerten so die 
Jahrhunderte", erklärt der Münzexperte des Landschaftsverbandes 
Westfalen-Lippe (LWL).

So war es auch in der Mindener Altstadt: Hier hat ein Mindener 
Bürger ein denkmalgeschütztes mit-telalterliches Haus in der 
Brüderstrasse gekauft. Bei Renovierungsarbeiten fand er im 
Fußboden 37 Goldstücke. Dabei handelte es sich offensichtlich um 
sorgfältig aus dem Umlauf heraus ausgesuchte Münzen. "Es konnten 
sich nicht viele leisten Gold zu sparen. Der mittelalterliche 
Mindener muss durchaus wohlhabend gewesen sein", betont Ilisch.

Die meisten Goldstücke, alle im Gewicht von rund 3 ¼ Gramm, 
stammen noch aus dem 15. Jahrhundert. Die jüngste jedoch trägt 
die Jahreszahl 1506. Da zwischen den ältesten und der nächst 
jüngsten Münzen eine zeitliche Lücke besteht, lässt sich nicht 
ganz exakt festlegen, zu welchem Zeitpunkt das Gold eingegraben 
wurde.

Die meisten Münzen, insgesamt zwölf, stammen aus Frankfurt am 
Main. Die Stadt war auch damals schon mit der Frankfurter Messe 
ein Zentrum des Geldhandels und verfügte dementsprechend über 
Goldvorräte. Aus Westfalen stammt keines der Goldstücke, aus 
Niedersachsen nur eines aus Lüneburg.

Der Fund konnte mit der Hilfe von Sponsoren des Mindener Museums 
für Geschichte, Landes- und Volkskunde erworben werden. Hier 
wird er auch in Zukunft zu sehen sein.


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