[WestG] [AKT] Der LWL saniert die Maschinenhalle seines Industriemuseums Zeche Zollern

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Do Sep 6 11:33:29 CEST 2007


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 05.09.2007, 13:08 


AKTUELL

Der LWL saniert die Maschinenhalle seines Industriemuseums 
Zeche Zollern für 6,9 Millionen Euro

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) saniert die 
Maschinenhalle in seinem Industriemuseum Zeche Zollern und baut 
sie für 6,9 Millionen Euro zu einem Ausstellungs- und 
Veranstaltungsraum aus. Das haben der LWL-Umwelt- und Bau- sowie 
der LWL-Kulturausschuss am Mittwoch (05.09.) in Münster 
beschlossen. Diesem Beschluss müssen noch der Finanzausschuss 
(06.09) und der Landschaftsausschuss (14.09.) zustimmen. 90 
Prozent der Kosten übernimmt das Land NRW aus seinem 
Stadterneuerungsprogramm. Zu den 690.000 Euro für die Sanierung, 
die der selbst LWL trägt, kommen noch 300.000 Euro für die 
Einrichtung.

"Nach über 100 Jahren ist es dringend erforderlich, dass wir 
dieses international bedeutende Industriedenkmal grundlegend 
sanieren und es so vor dem weiteren Verfall bewahren. 
Gleichzeitig wollen wir das Gebäude so herrichten, dass es als 
Ausstellungs- und Veranstaltungshalle dienen kann, im 
Untergeschoss wollen wir eine Dauerausstellung zur 
Zechengeschichte untertage einrichten", fasste 
LWL-Kulturdezernent Prof. Dr. Karl Teppe die Pläne zusammen.

Die Maschinenhalle wurde 1902/03 nach den Plänen von Reinhold 
Krohn und Bruno Möhring gebaut. Mittlerweile hat der Rost stark 
am Stahlfachwerk der Halle genagt. Deshalb gab es seit längerem 
Überlegungen, die ausgemauerten Ausfachungen komplett 
herauszubrechen und dann das übriggebliebene Stahlskelett zu 
entrosten. Dabei hätte das Denkmal jedoch viel von seiner 
Substanz verloren. Deshalb richtete der LWL mit europaweit 
tätigen Experten einen Beirat ein, der die Planung fachlich 
begleitet. "Wir haben in einer Untersuchung genau ermittelt, wo 
die Halle welche Schäden aufweist. Mit diesem Wissen müssen wir 
nur da reparieren, wo es nötig ist und können so möglichst viel 
von der historischen Bausubstanz erhalten", erklärt Teppe.

Neben der Stahlkonstruktion muss auch die hölzerne 
Dachkonstruktion, die von Pilzbefall geschädigt ist, umfangreich 
saniert werden. Von den Stahlfenstern kann lediglich das Fenster 
im Ostgiebel erhalten werden, die übrigen werden durch 
baugleiche ersetzt. Dabei soll die ursprüngliche farbige 
Verglasung beispielhaft an einigen Stellen vorgehängt werden. 
Die Arbeiten beginnen 2008, die Besucher sollen die etwa 
dreijährigen Arbeiten durch eine begleitende Ausstellung 
miterleben können.

Der östliche Teil der Halle, in der keine Maschinen stehen, soll 
auch künftig Raum für Sonderausstellungen, Messen und Märkte 
bieten. Das macht ein flexibles System aus transportablen 
Wandmodulen und variablen Bühnenelementen möglich, die die 
bisherige provisorische Empore ablösen. Mit dieser variablem 
Lösung, kann die Halle künftig im Sommer auch als 
Veranstaltungshalle mit 600 bis 800 Sitz- oder 1.200 Stehplätzen 
genutzt werden. Die dafür notwendigen Sanitäranlagen sollen im 
Untergeschoss entstehen.

Im westlichen Teil des Untergeschosses richtet der LWL eine 
Dauerausstellung zum Untertagebau der Zeche Zollern II/IV ein. 
"Dabei können wir den Keller mit seinen Maschinenfundamenten 
komplett erhalten. Die Besucher erhalten hier die sehr seltene 
Gelegenheit, die funktionalen Nebenräume eines Industriedenkmals 
zu besichtigen. Die verwinkelte, etwas düstere Atmosphäre des 
Kellers mit seinen Gebrauchsspuren, die wir auch erhalten werden,
 eignet sich ideal für Inszenierung einer Untertagesituation", 
so Dirk Zache, Direktor des LWL-Industriemuseums.


INFO

LWL-Industriemuseum 
Zeche Zollern
Grubenweg 5
44388 Dortmund
Tel.: 0231 6961-211
Fax: 0231 6961-114
E-Mail: Zeche-Zollern at lwl.org