[WestG] [KONF] Religioese Minderheiten im mittelalterlichen Spanien, 18.-20.10.2007, Bochum

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Fr Okt 12 11:33:02 CEST 2007


Von: "Josef König" <josef.koenig at presse.ruhr-uni-bochum.de>
Datum: 11.10.2007, 15:32


TAGUNG

Zwischen Verfolgung und Integration
Religiöse Minderheiten im mittelalterlichen Spanien
Fachübergreifende Tagung in der Ruhr-Universität Bochum
 
Die aktuell drängenden Fragen zum Umgang mit Menschen, die 
anderen Religionen und Kulturkreisen angehören, sind keine neuen 
und unbekannten Erscheinungen: So war schon im Mittelalter die 
iberische Halbinsel Schauplatz sowohl friedlichen 
Nebeneinanderlebens als auch blutiger Konflikte zwischen 
Christen, Juden und Muslimen. In kaum einem anderen Winkel 
Europas gab es eine vergleichbar multireligiöse und -kulturelle 
Gesellschaft. Unter dem Titel "Integration - Segregation - 
Vertreibung" beschäftigen sich Wissenschaftlerinnen und 
Wissenschaftler auf einer internationalen Tagung vom 18. bis 20. 
Oktober 2007 mit religiösen Randgruppen und Minderheiten auf der 
iberischen Halbinsel. Die Tagung findet im Veranstaltungszentrum 
der RUB statt (Beginn jeweils 9.30 Uhr). Alle Interessierten und 
die Medien sind herzlich willkommen.

Programm im Internet

Das ausführliche Programm der Tagung steht im Internet unter 
http://www.ruhr-uni-bochum.de/mittelalter2/ 


Toleranz, Integration und Ausgrenzung

Veranstalter der Tagung ist Prof. Dr. Nikolas Jaspert 
Lehrstuhlinhaber für die Geschichte des Mittelalters 
(Spätmittelalter) der RUB. Im Mittelpunkt steht der Umgang mit 
Minderheiten und Randgruppen zwischen dem 6. und 17. Jahrhundert 
im heutigen Spanien und Portugal. Die iberische Halbinsel war in 
diesem langen Zeitraum geprägt von Widersprüchen: Hier wurden 
die antiken Denker ins Lateinische übersetzt, sie konnten so 
erst wieder im Abendland verstanden werden. Hier fanden aber 
auch grausame Verfolgungen und religiöse Säuberungen im Namen 
des jeweiligen Gottes statt, die im 15. und 16. Jahrhundert in 
einen mit Gewalt durchgesetzten christlichen Einheitsstaat und 
in die Inquisition mündeten.

Unterschiedlicher Umgang mit Vielfalt

Christen, Juden, Muslime: Wissenschaftler verschiedener 
Fachrichtungen zeigen auf der Tagung, dass man schon früher sehr 
unterschiedlich mit einer solchen Vielfalt umging: Versuche, 
Spannungen zwischen Mehrheit und Minderheit friedlich zu lösen, 
zeichnen sich ebenso ab wie Umstände und Ideologien, die zu 
Eskalation und Gewalt führten. Die Experten behandeln damit 
nicht nur hochaktuelle Fragen einer modernen, multireligiösen 
Gesellschaft, sie bieten auch ein Panorama einer uns so fremden 
und doch so nahen Welt - unserer europäischen Vergangenheit.

Allgemeine und spezifische Forschungsfragen

Die Vorträge führen zunächst allgemein in das Thema ein, bevor 
sie spezifischere Forschungsfragen erörtern. Dadurch ist 
sichergestellt, dass auch Zuhörer, die keine Hispanisten oder 
Historiker sind, den Inhalten folgen können. Ein größerer Teil 
der Vorträge am Freitag wird auf Spanisch gehalten, am 
Donnerstag und Samstag sind die Vorträge fast alle auf Deutsch. 
Ziel der Tagung ist auch, ein Handbuch zum Thema religiöse 
Minderheiten auf der iberischen Halbinsel zu erstellen.


INFO

Prof. Dr. Nikolas Jaspert, Ditte Gurack
Ruhr-Universität Bochum
Fakultät für Geschichtswissenschaft
Tel.: 0234/32-28648
E-Mail: ditte.gurack at rub.de