[WestG] [AKT] Vortrag: Leben, Werk und Mythos von Paula Modersohn-Becker, 24.10.2007, Bielefeld

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Do Okt 4 11:27:28 CEST 2007


Von: "Stadt Bielefeld" <info at presse-service.de>
Datum: 02.10.2007, 17:49


AKTUELL

Über das Leben von P. Modersohn-Becker

Am Mittwoch, 24. Oktober, wird die Historikerin Melanie Blank 
von 17.00 bis 19.00 Uhr im Murnausaal der Ravensberger Spinnerei 
einen Vortrag zum "Leben, Werk und Mythos von Paula 
Modersohn-Becker (1876-1907)" halten. Die Veranstaltung ist Teil 
der Reihe "Frauen in Kunst und Kultur". Mit 22 Jahren war Paula 
Modersohn-Becker nach Worpswede gezogen, um in der Nähe der 
dortigen deutschen Avantgardekünstler leben und arbeiten zu 
dürfen. Sie starb dort nur neun Jahre später, am 20. November 
1907, und hinterließ ein Werk, das weit über den Worpsweder 
Impressionismus hinausweist. Dieses Werk sicherte ihr einen 
dauerhaften Platz unter den großen deutschen Künstlerinnen und 
Künstlern.

In zehn Jahren hatte sie eine Fülle von Arbeiten geschaffen, 
unter denen bis heute vor allem ihre Darstellungen von Mutter 
und Kind, ihre Kinderporträts sowie ihre Selbstbildnisse das 
Bild der Künstlerin in der Öffentlichkeit prägen. Die Bandbreite 
ihres Schaffens war aber tatsächlich wesentlich breiter, 
allerdings ist Paula Modersohn-Becker als Landschaftsmalerin 
weit weniger bekannt. Nach wie vor scheint ihre Rezeption 
geprägt von der Wahrnehmung, dass sie "schicksalshaft zu früh im 
Kindbett" verstorben sei und Todesahnungen ihr Leben immer 
begleitet hätten.

"Sie wollte Mutter werden. Sie kam mit dem Kinde unter dem 
Herzen zu uns nach Büren in Westfalen. Sie wollte uns, bevor sie 
gebar, noch einmal sehen. Dann wurde sie Mutter und ihre 
Lebensflamme ertrank im ewigen Meer, indem sie ein anderes Licht 
anzündete.", so erinnerte sich 1919 der Bildhauer Bernhard 
Hoetger und beförderte damit den Künstlerinnen-Opfer-Mythos.

Der Vortrag gibt einen Einblick in die ganze Bandbreite des 
Schaffens von Paula Modersohn-Becker und führt das 
Ineinandergreifen von Mythenbildung und Kunstrezeption 
exemplarisch vor.

Der Eintritt an der Tageskasse beträgt vier Euro.


INFO

Ravensberger Spinnerei
Ravensberger Park 2
33602 Bielefeld