[WestG] [AUS] Weißes Gold - Arbeiterfotos und Festtagsporzellan, ab dem 13.05.2007, Lage
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mi Mai 9 11:20:14 CEST 2007
Von: "Christiane Spänhoff" <christiane.spaenhoff at lwl.org>
Datum: 09.05.2007, 10:36
AUSSTELLUNG
Weißes Gold - Arbeiterfotos und Festtagsporzellan
Neue Ausstellung im Ziegeleimuseum in Lage
Vor langer Zeit schmückte es die Tafeln der Könige, deshalb
wurde es auch weißes Gold genannt. Heute hat es jeder im
Schrank: Porzellan. Im alten Pferdestall präsentiert das
LWL-Industriemuseums ab Sonntag, 13. Mai, eine Foto- und
Porzellanausstellung, die Einblicke in eine Arbeitswelt gibt,
die (fast) schon wieder Vergangenheit ist.
Seit fast 300 Jahren wird in Deutschland Porzellan hergestellt -
die älteste Manufaktur lag in Meissen. Die Zentren lagen
traditionell in Thüringen, Schlesien und Nordbayern. So bekannte
Namen wie Rosenthal, Hutschenreuther, Heinrich, Seltmann und
andere sind dort beheimatet.
Die Bezeichnung "weißes Gold" stammt noch aus dem 18.
Jahrhundert, als Porzellan selten und kostbar war. Die
Herstellung der Porzellanmasse aus Kaolin, Feldspat und Quarz,
das Drehen der Teller und Tassen, das Gießen der Kannen und
Vasen, das mindestens zweimalige Brennen, die Dekoration durch
Stahldruck, Buntdruck oder die hochwertige Handmalerei. All dies
sind Schritte der Porzellanherstellung, die in der Ausstellung
anhand alter Fotos gezeigt wird. Sie spannt einen Bogen von den
Anfängen des 19. Jahrhunderts bis 1960 und konzentriert sich auf
die alte und keineswegs nur gute Zeit der Porzellanproduktion:
Konzentrierte Arbeit spiegelt sich in den Gesichtern, aber auch
die körperlichen und gesundheitlichen Belastungen werden
deutlich. Silikose war auch in der Porzellanindustrie
verbreitet!
Um 1900 wuchsen die Porzellanfabriken auf teilweise über 1000
Beschäftigte an. Was früher dem Adel und Bürgertum vorbehalten
war, wurde nun für jedermann erschwinglich. Massenproduktion
hielt Einzug - gut zu erkennen an den vielen nebeneinander im
Akkord arbeitenden Drehern und Gießern. Preisgünstige
Dekorationen wie der Bunt- oder Stahldruck ergänzten die teure
Malerei. Deutschland wurde zum wichtigsten europäischen
Porzellanproduzenten mit einem hohen Exportanteil.
Angereichert wird die Fotoausstellung durch eine Auswahl an
Porzellangeschirren aus der Sammlung des Deutschen
Porzellanmuseums in Hohenberg. Festtagsporzellan vom Ende des
19. Jahrhunderts bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts - ein
Eindruck von dem, was sich unsere Eltern und Großeltern zu den
besonderen Gelegenheiten auf den Tisch stellten und ansonsten
sorgfältig verwahrten. Historismus, Jugendstil, Art Deko,
Funktionalismus sind Stilformen, die von allen Herstellern
umgesetzt wurden. Sorgfältig bemalte Ragouts und Schüsseln,
üppige Ätzgoldkanten, klassische Stahldruckdekore... hier findet
man alles, was über zwei Generationen gängig oder auch der
letzte Schrei war. Die Ausstellung "Weißes Gold" wurde im des
Europäischen Industriemuseums für Porzellan in Selb
konzipiert.
INFO
LWL-Industriemuseum
Ziegeleimuseum in Lage
Sprikernheide 77
32791 Lage
Telefon: 05232 9490-0
Telefax: 05232 9490-38
E-Mail: ziegelei-lage at lwl.org