[WestG] [AKT] Dokumentation zur Stadtwerdung Hertens-Stadtarchivar entdeckt bei der Recherche spannende Details
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Fr Mär 16 09:22:57 CET 2007
Von: "Stadt Herten" <info at presse-service.de>
Datum: 15.03.2007, 16:06
AKTUELL
Dokumentation zur Stadtwerdung Hertens
Stadtarchivar entdeckt bei der Recherche spannende Details
"Bereits Jahre vor der offiziellen Stadtwerdung während
des Nationalsozialismus gab es durch den einflussreichen
Hertener Verkehrsverein einen ersten ernsthaften Versuch zur
Stadtrechtsverleihung" - dies und noch viel mehr erfahren
Bürgerinnen und Bürger, wenn sie in die neue Dokumentation "Die
Stadtwerdung Hertens 1936. Vom republikanischen Bürgerbegehren
zum nationalsozialistischen Propagandaakt" schauen, die
Stadtarchivar Michael P. Hensle herausgegeben hat. Die Broschüre
ist in der Schriftenreihe des Stadtarchivs Herten erschienen und
ab sofort im Glashaus und im Stadtarchiv gegen eine Schutzgebühr
von vier Euro zu bekommen.
Anlässlich des 70. Stadtjubiläums im letzten Jahr hatte
Bürgermeister Dr. Uli Paetzel das Stadtarchiv Herten als
"Gedächtnis der Stadt" beauftragt, die Vorgänge um die
Stadtwerdung zu erforschen und zu dokumentieren.
Am 20. April 1936 war Herten erstmals das Recht verliehen worden,
die Bezeichnung "Stadt" zu führen. Dieser 20. April ist
bekanntermaßen ein problematisches Datum, war es doch der so
genannte "Führer-Geburtstag", an dem die Verleihung erfolgte.
Diese Thematik war auch Gegenstand einer intensiven Diskussion,
zu der Bürgermeister Dr. Uli Paetzel anlässlich des
Stadtjubiläums 2006 Abiturientinnen und Abiturienten des
Städtischen Gymnasiums sowie Stadtarchivar Dr. Michael Hensle
ins Rathaus eingeladen hatte.
Damals plädierte die Mehrheit der jungen Leute für einen
offensiveren Umgang mit der Stadtgeschichte. Umso mehr schien es
angebracht, den geschichtlichen Hintergrund der Stadtwerdung zu
beleuchten.
Warum aus dem Versuch des Verkehrsvereins nichts wurde, welch
"Eingemeindungsfieber" damals im Ruhrgebiet grassierte, wie
alles anders kam und wie die Nationalsozialisten den
Stadtwerdungsakt von 1936 propagandistisch nutzten, wird in der
vorliegenden Dokumentation eingehend beschrieben. Und zugleich
wird "ein Zeitfenster in die 20er und 30er Jahre des vergangenen
Jahrhunderts geöffnet", wie Bürgermeister Dr. Uli Paetzel im
Vorwort ausführt.