[WestG] [AKT] Das letzte amerikanische Wildpferd, Pferdemuseum Muenster

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Mo Jul 2 11:38:54 CEST 2007


Von: "Dr. Christoph Esch" <esch at hippomaxx-muenster.de>
Datum: 02.07.2007, 10:40 


AKTUELL

Das letzte amerikanische Wildpferd

Mit dem "Exponat des Monats" gewährt das Westfälische 
Pferdemuseum seinen Besuchern Einblicke in seine seit 15 Jahren 
aufgebaute Sammlung. Zu Beginn eines jeden Monats werden 
ausgesuchte Stücke in einer Vitrine im Museumsshop präsentiert.

Das Exponat des Monats Juli 2007 ist der versteinerte Schädel 
eines eiszeitlichen Pferdes. Mit einem Stockmaß um 1,50 m hatte 
es etwa die Größe eines modernen Arabers, wenn auch mit einem 
etwas korpulenteren Körperbau. Es graste gegen Ende der letzten 
Eiszeit vor etwa 8-10.000 Jahren im heutigen Kalifornien, in 
einem hügeligen Gelände, das unter dem Namen Beverly Hills 
berühmt werden sollte. Am Fuß dieser Hügel lauerte eine tödliche 
Gefahr, die auch unserem Pferd zum Verhängnis werden sollte: die 
Asphaltsümpfe von La Brea. Hier tritt bis heute zähflüssiger 
Asphalt aus tieferen Erdschichten an die Oberfläche. Kaum ein 
Tier, das in diese klebrige Masse geriet, konnte sich daraus 
befreien. Es versank und die Überreste versteinerten im Lauf der 
Jahrtausende. Heute liegen die Asphaltgruben der "Rancho La 
Brea" mitten in Los Angeles im Hancock Park mit dem "George C. 
Page Museum". Über eine Million versteinerte Wirbeltiere wurden 
bisher aus dem Asphalt ausgegraben, darunter ungewöhnlich viele 
Raubtiere, die wohl von den hilflos im Teer steckenden 
Beutetieren angelockt wurden und dann selber darin umkamen. Zu 
den Funden gehört neben einer kleineren Pferdeart auch "unser" 
Equus occidentalis, das "Westliche Pferd", das in ganz 
Nordamerika beheimatet war. Es war die letzte amerikanische 
Pferdeart, denn gegen Ende der Eiszeit starben alle echten 
Pferde auf diesem Kontinent - in ihrer Urheimat - aus. Erst die 
spanischen Konquistadoren brachten im 16. Jahrhundert wieder 
Pferde in die Neue Welt, von denen einige ausrissen und 
verwilderten. Von diesen Erobererpferden stammen die 
amerikanischen Mustangs ab.

Leihgabe: Staatliches Museum für Naturkunde, Karlsruhe


INFO

Dr. Christoph Esch
Westfälisches Pferdemuseum im Allwetterzoo Münster
Sentruper Str. 311
48161 Münster
E-Mail: info at pferdemuseum.de 
URL: www.pferdemuseum.de