[WestG] [AKT] Eiszeitliche Pferdeherde in LWL-Klima-Ausstellung bekommt Zuwachs

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Jan 30 10:10:54 CET 2007


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 23.01.2007, 15:18


AKTUELL

Eiszeitliche Pferdeherde in LWL-Klima-Ausstellung bekommt 
Zuwachs

Vor 17.000 Jahren ritzte ein Mensch in der heutigen Höhle La 
Roche (Lalinde, Frankreich) den zottigen Kopf eines Wildpferdes 
in die Rippe eines Rentiers oder einer Saigaantilope. Damit das 
Bild auf dem hellen Hintergrund besser erkennbar war, füllte er 
seine Linien mit roter Erde oder Lehm aus. Dieses eiszeitliche 
Kunstwerk ergänzt ab sofort gemeinsam mit einer sogar 27.000 
Jahre alten Tierkopfgravur die Ausstellung "klima und mensch. 
leben in eXtremen", die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe 
(LWL) noch bis zum 30. Mai in seinem Westfälischen Museum für 
Archäologie in Herne zeigt.

Als diese Gravuren entstanden, lebten die Menschen noch als 
Jäger und Sammler. Auf der Suche nach Beute durchwanderten sie 
riesige Gebiete, immer in der Nähe der großen eiszeitlichen 
Tierherden. Von diesen Menschen finden Archäologen heute noch 
Waffen und Geräte aus Feuerstein, aber auch Reste von Schmuck, 
Kleidung oder Behausungen. Eines der eindrucksvollsten 
Vermächtnisse ist aber ohne Zweifel ihr künstlerisches Schaffen, 
das vermutlich einen magisch-religiösen Hintergrund hatte. 
Hierzu zählen kleine Plastiken und Ritzungen von Frauen und 
verschiedensten Tieren, aber auch riesige farbige Wandmalereien 
von einzelnen Tieren und Herden auf Höhlenwänden.

Das Pferdchen aus der Höhle La Roche, das 1928 gefunden wurde, 
ist ebenso ein Teil dieser Kunst, wie eine Tierkopfgravur aus 
Laugerie-Basse, die sogar 27.000 Jahre alt ist. Beide Stücke 
wurden vom Museum für Vor- und Frühgeschichte in 
Berlin-Charlottenburg für die Ausstellung "klima und mensch. 
leben in eXtremen" zur Verfügung gestellt. Eigentlich sollten 
sie andere Tierdarstellungen aus Frankreich ersetzen, doch hat 
das französische Nationalmuseum in St. Germainen-Laye bei Paris 
seine Leihgaben aufgrund des großen Erfolges schließlich bis zum 
Ende der Ausstellung am 30. Mai 2007 verlängert.

Damit ergänzen die Berliner Stücke nun die hochrangige 
Kollektion eiszeitlicher Kunstwerke, denen die Ausstellung einen 
eigenen Teil widmet. Hier finden sich neben Tierdarstellungen 
von Pferd, Mammut, Rind, Bär, Elch, Rentier, Bison, Fisch, 
Steinbock und Vogel sowie hirschartigen Tieren auch 
Darstellungen üppiger Frauen sowie geheimnisvoller 
Knochenobjekte, die möglicherweise schon vor zehntausenden von 
Jahren als Kalender dienten. All diese Objekte und vor allem die 
sehr naturalistischen und detailgetreuen Tierdarstellungen 
zeigen, dass und wie die Menschen der Eiszeit ihre Umwelt 
wahrnahmen und sie in ihr Weltbild eingliederten.

Das LWL- Archäologiemuseum in Herne freut sich darüber, dass es 
in der Ausstellung "klima und mensch. leben in eXtremen" * im 
Bereich der Kunst des frühen Menschen "viele der hochrangisten 
Fundstücke überhaupt zeigen kann, die in dieser Zusammenstellung 
und Vollständigkeit noch nie zuvor an einem Ort ausgestellt 
worden sind", so Museumsleiterin Dr. Barbara Rüschoff-Thale.


INFO

LWL- Archäologiemuseum in Herne
Europaplatz 1
44623 Herne
Telefon 02323 / 94628-0
Fax: 02323 / 9462833
Internet: www.museum-herne.de 
e-mail: team-herne at lwl.org