[WestG] [AUS] "Rote Kapelle", bis 31.05.2007, Dortmund
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Fr Apr 27 09:41:28 CEST 2007
Von: "Forum Geschichtskultur" <forum at geschichtskultur-ruhr.de>
Datum: 26.04.2007, 06:59
Übernahme aus der E-Mailing-Liste "geschichtskultur ruhr"
AUSSTELLUNG
Ausstellung "Rote Kapelle"
bis einschliesslich Donnerstag, 31. Mai 2007
Eine Ausstellung des Stadtarchivs Dortmund in Kooperation mit
dem Internationalen Rombergpark-Komitee.
Intellektuelle, Künstler, Arbeiter, Angestellte, Studenten,
Professoren, Soldaten, Offiziere, Marxisten, Christen - Frauen
und Männer unterschiedlicher sozialer Herkunft mit verschiedenen
politischen und weltanschaulichen Ansichten schlossen sich in
sieben Berliner Widerstandskreisen zusammen. Ihr Widerstand
gegen das Naziregime äußert sich in vielfältigen Formen. Neben
der Diskussion politischer, philosophischer und künstlerischer
Fragen helfen sie Verfolgten, dokumentieren NS-Gewaltverbrechen,
rufen in Flugschriften zu aktivem und passivem Widerstand auf
und verbreiten Klebezettel gegen die antisowjetische
Propagandaausstellung "Das Sowjetparadies". Es bestehen Kontakte
zu Widerstandsgruppen in Berlin und Hamburg, zu Zwangsarbeitern
und Vertretern der amerikanischen und sowjetischen Botschaft in
Berlin. Durch freundschaftliche Verbindungen überschneiden sich
die Freundes- und Widerstandskreise. Anfang der vierziger Jahre
entsteht eines der größten Netzwerke des deutschen Widerstandes.
Die von der Gestapo mit dem Fahndungsnamen "Rote Kapelle"
bezeichnete kommunistische Spionage- und Widerstandsorganisation
entfaltet ihre Haupttätigkeit nach Beginn des Russlandfeldzuges
1941/1942 mit Harro Schulze-Boysen und Arvid von Harnack an der
Spitze. Im Herbst 1942 verhaftet die Gestapo über 120 Frauen und
Männer und ordnet sie dem Ermittlungs- und Verfolgungskomplex
"Rote Kapelle" zu. 92 der Verhafteten werden vor dem
Reichsgericht und dem Volksgerichtshof angeklagt, 49 von ihnen
hingerichtet, darunter 19 Frauen. Aus dem Ruhrgebiet stammen der
in Duisburg aufgewachsene Harro Schulze-Boysen, der Journalist
Erwin Gehrts, bis 1932 Chefredakteur des Oberhausener
Generalanzeigers sowie Wilhelm Schürmann-Horster, bis 1933
Schauspieler und Dramaturg in Düsseldorf. Zum Widerstandskreis
zählten auch Erika Gräfin von Brockdorff sowie der Funker Hans
Coppi und dessen Frau.
In der Bundesrepublik blieb die "Rote Kapelle", in Kontinuität
zu den Deutungsmustern von Gestapo und Reichskriegsgericht,
lange Jahre ein von außen gesteuertes sowjetisches Spionagenetz.
In der DDR werden aus den heterogenen und lose verbundenen
Widerstandskreisen eine unter Führung der KPD deutschland- und
europaweit operierende Widerstandsorganisation und
Kundschaftergruppe für die Sowjetunion gedeutet.
Die von Dr. Hans Coppi, freier Mitarbeiter der Gedenkstätte
Deutscher Widerstand in Berlin, konzipierte und von Karl-Heinz
Lehmann gestaltete Ausstellung zeigt auf zehn Tafeln die
Berliner Widerstandskreise um den Referenten im Generalstab der
Luftwaffe, Harro Schulze-Boysen und den Oberregierungsrat im
Wirtschaftsministerium, Arvid von Harnack.
INFO
Ort:
Mahn- und Gedenkstätte Steinwache
Steinstr. 50
44147 Dortmund
Stadtarchiv Dortmund
Märkische Str. 14
D-44122 Dortmund
Telefon: 0231-5022156
Telefax: 0231-5026011
E-mail: stadtarchiv-dortmund at stadtdo.de