[WestG] [AKT] Prof. Ludwig Budde im Alter von 93 Jahren gestorben

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Do Apr 12 11:23:32 CEST 2007


Von: "Pressestelle der Uni Münster" <pressestelle at uni-muenster.de>
Datum: 11.04.2007, 16:05


AKTUELL

Standardwerk zur spätantiken und kaiserzeitlichen Kunst 
Prof. Ludwig Budde im Alter von 93 Jahren gestorben

Prof. Dr. Ludwig Budde, ehemaliger Hochschullehrer am Institut 
für Klassische Archäologie und Frühchristliche Archäologie der 
WWU Münster, ist Ende März im Alter von 93 Jahren in Münster 
gestorben.

Ludwig Budde wurde am 10. September 1913 in Werne/Lippe geboren. 
Er studierte an den Universitäten Münster und Berlin und schloss 
1939 sein Studium mit einer Dissertation über "Die attischen 
Kouroi" als Dr. phil. ab. 1945 kam Ludwig Budde als Dozent an 
das Institut für Altertumskunde nach Münster und war wesentlich 
am Wiederaufbau der Universität nach dem Krieg beteiligt. 1947 
habilitierte er sich für das Fach Archäologie mit "Studien zur 
italiotischen Vasenmalerei und wurde nach Gastdozenturen in 
Cambridge und Ankara 1970 Wissenschaftlicher Rat und Professor 
am Archäologischen Seminar und Museum der WWU Münster. Von 1973 
bis 1977 war er Dekan der Philosophischen Fakultät. 1978 trat 
Ludwig Budde in den Ruhestand, betreute aber noch bis in die 
90er Jahre engagiert Dissertationen.

Die zahlreichen und weit gespannten Veröffentlichungen von 
Ludwig Budde behandeln vor allem die kaiserzeitliche und 
spätantike Kunst. Seine "Jugendbildnisse des Caracalla und Geta" 
sind bis heute ein Standardwerk und seine Dokumentation der 
"Mosaiken in Kilikien" Zeugnis seines regen Interesses an 
Spätantike und frühem Christentum.

Prof. Budde gehörte 1945 zu den Wiederbegründern der 
Deutsch-Türkischen Gesellschaft in Münster, dessen 
Ehrenpräsident er seit 1993 war. Er erhielt 1987 für seine 
Beiträge zur archäologischen und kunstgeschichtlichen Forschung 
und für seine Verdienste um die Völkerverständigung das 
Bundesverdienstkreuz sowie den Verdienstorden des Landes NRW. 
Außerdem war er Korrespondierendes Mitglied des Deutschen 
Archäologischen Instituts in Berlin. Die Universität Münster 
verliert mit Ludwig Budde einen hervorragenden Forscher, 
begeisterungsfähigen Lehrer und guten Kollegen.