[WestG] [AKT] LWL kuert Schalker Glueckauf-Kampfbahn zum Denkmal des Monats

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Die Jun 20 11:32:31 CEST 2006


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 20.06.2006, 10:24


AKTUELL

LWL kürt Schalker Glückauf-Kampfbahn zum Denkmal des Monats

Beim Fußball geht es um rassige Zweikämpfe, viele Zuschauer, 
schöne Spielzüge, Traumtore - und manchmal auch um Denkmal-
pflege. Zumindest "auf Schalke". Denn die Glückauf-Kampfbahn 
im Gelsenkirchener Fußball-Stadtteil ist seit 1986 ein Denkmal 
und steht während der Weltmeisterschaft beim Public Viewing 
wieder im Interesse von tausenden Fans. Deshalb hat der 
Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) das Kult-Stadion 
jetzt zum Denkmal des Monats Juni gekürt.
 
"Die Glückauf-Kampfbahn ist zwar nicht besonders anspruchsvoll 
gestaltet, sie ist aber ein Baudenkmal, weil sie eine recht gut
erhaltene typische Stadionanlage aus der Zeit darstellt, in der
Fußball zum Massenereignis und zur wichtigsten Sportart im Ruhr-
gebiet wurde. Außerdem steht die Sportanlage für die Geschichte 
eines der bekanntesten Sportvereine Deutschlands, der hier 
seine größten Erfolge feierte, bis der FC Schalke 04 1973 nach
Gründung der Bundesliga in das Parkstadion übersiedelte", erklärt
LWL-Denkmalpfleger Hartmut Ochsmann. Für den Umbau zu einer 
Veranstaltungsstätte des "Public Viewing" habe die Denkmalpflege 
weit reichende Kompromisse gemacht  - so musste  der  Zuschauer-
wall an mehreren Stellen geöffnet werden. Er hoffe, dass nach 
der Fußball WM die Sportanlage so reorganisiert werde, dass sie 
weiterhin ein anschauliches Bild der historischen Glückauf-Kampf-
bahn biete und dass dort auch zukünftig Amateur- und Jugend-
spiele stattfinden könnten, so Ochsmann weiter. 

Bereits in den 1920er Jahren entwickelte sich der Fußball zu einem
Medien- und Massenereignis. Besonders die "Schalker Knappen"
lockten mit ihrer attraktiven Spielweise Zehntausende zu ihren Spielen,
so dass sie dringend ein eigenes Großstadion brauchten. In der Nähe
des Rhein-Herne-Kanals und des Schalker Marktes, an der Kurt-
Schumacher-Straße, die damals noch König-Wilhelm-Straße hieß,
stellten die Mannesmann-Röhrenwerke 1927 einen Bauplatz zur 
Verfügung. Ihr Baubüro fertigte auch die Pläne für die Sportanlage an. 

Das Stadion besteht aus einem Fußballfeld, das von einer 400-Meter-
(Asche-)Laufbahn für die Leichtathletik eingefasst wird - ein künstlich 
angelegter längsovaler Zuschauerwall umgibt die Anlage. Die lang-
gestreckte Zuschauertribüne auf der Westseite mit Freistufen wurde 
1936 angelegt und 1953 zu beiden Seiten symmetrisch erweitert. 
Sie ist mit einem weitausladenden 110 Meter langen Dach in Stahl-
bauweise überdeckt. Die Außenfassade der Tribüne ist aus groben 
Ruhrsandsteinen erstellt und bietet dem Besucher ein trutziges Bild. 
Unter der Tribüne befinden sich die Umkleide- und Versorgungsräume 
für die Mannschaften, den Schiedsrichter und für den Platzwart.
 
Im September 1928 wurde die "Kampfbahn Glückauf", wie das Stadion
nach dem Gruß der Bergleute genannt wird, eingeweiht. Auch die
gekreuzten Schlegel und Eisen, die die Zuschauereingänge schmücken, 
symbolisieren die Verbundenheit des Vereins mit dem Bergbau. In 
dem neuen Stadion, 1936 das größte vereinseigene Stadion in
Deutschland, wird der FC Schalke 04 in den folgenden Jahren zur 
erfolgreichsten deutschen Vereinsmannschaft - er gewinnt bis 1942 
sechs deutsche Meisterschaften. 

Die Stadt Gelsenkirchen entwickelte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts 
zur größten Bergbaustadt in Europa. Die Vorstadt Schalke, geprägt 
von Zechen und Hochöfen, war 1904 gerade seit einem Jahr nach 
Gelsenkirchen eingemeindet, als "Knappen", junge Bergleute, den 
Sportklub gründeten, der sich ab 1924 FC Schalke 04 nennen sollte. 

In den 1920er Jahren gelang dem Verein ein rasanter Aufstieg bis in 
die höchste damalige Liga im Jahre 1926. Der Aufstieg war eng damit 
verbunden, dass die "Knappen" eine englisch geprägte Spielweise
übernahmen, die zwei während des 1.Weltkrieges in England internierte
Spieler in Schalke einführten. Die Schalker entwickelten ein Spielsystem, 
den "Schalker Kreisel", das ihre Mannschaft nicht nur sehr erfolgreich 
spielen ließ, sondern das für die Zuschauer auch von hohem ästhetischem
Reiz war.