[WestG] [AKT] Stadtarchaeologie in Hoexter besteht seit 20 Jahren

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Fre Jul 7 11:27:16 CEST 2006


Von: "Pressestelle der Stadt Münster" <info at presse-service.de>
Datum: 06.07.2006, 15:36


AKTUELL

Stadtarchäologie in Höxter besteht seit 20 Jahren
Geschichte wurde teilweise neu geschrieben

Die Stadtarchäologie Höxter wurde im Mai 1986 aus der Taufe 
gehoben wurde. Vorher gab es nur punktuelle Untersuchungen, 
die vor allem von Dr. Stephan ausgingen. Die Stadtarchäologie ist 
die älteste kommunale Einrichtung ihrer Art in Westfalen. Dem 
höxterschen Beispiel folgten die Städte Soest (1990), Dortmund 
(1993) und Münster (2001). Es hat sich gezeigt, dass die 
kommunalarchäologische Arbeit ihre unübersehbaren Stärken hat. 
Sie liegen vor allem in der Präsenz vor Ort, der Nähe zum Bürger 
und der detaillierten Ortskenntnis. Die Arbeit und der hohe 
Kenntnisstand der Stadtarchäologie schaffen zum Beispiel Planungs-
sicherheit bei Baumaßnahmen in der Stadt und verhindern 
Verzögerungen bei deren Umsetzung.

Seit 1986 wurden in Höxter seitens der Stadtarchäologie auf 
über 90 Arealen Ausgrabungen durchgeführt, schwerpunktmäßig 
in der Altstadt. Diese haben neue, wichtige Erkenntnisse zur 
Stadt-, Regional- und Landesgeschichte erbracht. Der Nachweis
einer Befestigung des karolingerzeitlichen Höxters (Wall und 
Graben aus dem späten 9. Jahrhundert) und der Fund des 
ältesten Siegelstempels der Stadt(Mitte 12.Jahrhundert) gehören 
zweifellos zu den herausragenden Ergebnissen. Zudem wurde 
wichtige Erkenntnisse zum Bau und zur Nutzung des Historischen 
Rathaus wähend des Umbaus seit 1988 gesammelt.

Der Schwerpunkt der archäologischen Arbeit im ersten Jahrzehnt 
lag bei der Ausgrabungstätigkeit. Mit dem Rückgang der Bau-
tätigkeit verlagerte sich im zweiten Jahrzehnt der Schwerpunkt 
auf die Auswertung der Grabungen. Angesichts der besonderen 
historischen Bedeutung des Siedlungsraumes Höxter-Corvey wird 
auch weiterhin angestrebt, im Vorfeld von Tiefbaumaßnahmen 
und der damit verbundenen Zerstörung von im Boden konservierten 
Dokumenten zur Stadtgeschichte bodendenkmalpflegerisch tätig 
zu werden. Das zweite Standbein wird auch weiterhin die Auf-
arbeitung des archäologischen Quellenmaterials bilden, um dem 
Bürger und der Fachwelt die Ergebnisse der Untersuchungen 
zugänglich zu machen.

In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Stadtarchäologie an 
zahlreichen Publikationen und wissenschaftlichen Projekten beteiligt.

Größere wissenschaftliche Projekte
- DFG-Projekt zur mittelalterlichen Buntmetallverarbeitung in Höxter 
und Corvey in Zusammenarbeit mit den Universitäten Göttingen,
Frankfurt/Main und Kopenhagen (ca. 1990-95)
- Bearbeitung der mittelalterlichen Glasfunde in Zusammenarbeit mit 
der Universität Göttingen (ca. 1996-2000)
- Westfälischer Städteatlas, Blatt Höxter in Zusammenarbeit mit 
der Universität Münster (ca. 2002-06)
- Herausgabe der vierbändigen Stadtgeschichte
- Welterbe Corvey (Mitarbeit), im Arbeitskreis wurde besonders die 
Bedeutung der archäologischen Untersuchungen für die Antragstellung 
hervorgehoben.

Publikationen
Ca. 50 Artikel in Fachzeitschriften, Tagungsbänden, Festschriften und 
Ausstellungskatalogen zu unterschiedlichen Aspekten der
Stadtgeschichte.
Der erste erschienene Band der Stadtgeschichte führt beispielhaft vor 
Augen, welchen hohen Stellenwert die archäologischen Quellen (und 
deren Untersuchung) für die Rekonstruktion der Höxterschen Geschichte
besitzen. Ein Umstand, der auch in allen Rezensionen positiv
hervorgehoben 
wird.

Hinzu kommt die enge Zusammenarbeit vielen Instituten und
Einrichtungen. 
Auch an Ausstellungen hat man sich immer weider beteiligt. Für
überrionale 
Ausstellungen hat die Archäologie zudem Leihgaben u.a. in Bremen, 
Dortmund, Dresden, Herne, Paderborn und Innsbruck zur Verfügung 
gestellt.