[WestG] [Q] Antworten auf die Anfrage: Franzoesische Fluechtlinge / Friedhoefe

Marcus Weidner Marcus.Weidner at lwl.org
Die Feb 14 16:22:36 CET 2006


Von: "Marcus Weidner" <marcus.weidner at lwl.org>
Datum: 14.02.2006, 16:20


Antworten auf die Anfrage von W. Hamschmidt: Französische Flüchtlinge / Friedhöfe
https://www.lwl.org/pipermail/westfaelische-geschichte/2006-February/001537.html 

1.
Von: "Michael Voits" <M.Voits-Mannheim at T-Online.de>
Datum: 13.02.2006, 14:22

Delbrück gehörte als Canton Delbrück von 1807-1813 zum franzözischen Königreich Westphalen (im Department Fulda und im District Paderborn). Die Hauptstatdt war Kassel. Das Königreich Westphalen umfasst das Herzogtum Braunschweig, Kurhessen (ohne Hanau, Schmalkalden und die Niedergrafschaft Katzenelnbogen), Teile des Königreichs Hannover (Göttingen, Grubenhagen, Osnabrück), des Königreichs Sachsen (Anteil an der Grafschaft Mansfeld sowie die Ämter Barby, Gommern, Querfurt und Treffurt), die ehemalige Reichsabtei Corvey, die Grafschaft Rietberg und preußische Gebiete (Altmark, Eichsfeld, Goslar, Halberstadt, Hildesheim, Hohnstein, Magdeburg, Minden, Mühlhausen, Münster, Nordhausen, Paderborn, Quedlinburg, Ravensberg, Stolberg-Wernigerode), insgesamt fast 60.000 qkm mit etwa 2.000.000 Einwohnern. Napoleons Bruder Jérôme war König von Westphalen mit Sitz Kassel. Es wurde auch eine Verfassung nach französischem Vorbild eingeführt. Das Königreich Westphalen gehörte den vom Napoloen gegründetet Rheinbund. Dieser durch Napoleon 1806 ins Leben gerufene Staatenbund ist eine wichtige Vorstufe zur "Einheit Deutschlands", da viele kleinere Länder zu größeren Gebieten vereint werden und teilweise Verfassungen bekommen. Es gibt im Königreich Westphalen sogar Münzen nach französischem Vorbild: z.B. 20 Centimes . 1813 wurde das Königreich aufgelöst und 1815 entstand die preußische Provinz Westfalenn. 

Aus diesem Grund glaube ich nicht an eine Flucht von französischen Priestern, sondern an deren Versetzung nach Delbrück. 



2.
Von: "Philipp Dotschev" <dotschev at gmx.de>
Datum: 13.02.2006, 16:41


zu 1.) Vielleicht finden sich hier weitere Hinweise zu französischen
Flüchtlingen um 1800:

KRÖGER, BERNWARD: Der französische Exilklerus im Fürstbistum Münster
(1794-1802, Mainz: von Zabern, 2005.



3.
Von: "Udo Wörffel" <Udo.Woerffel at t-online.de>
Datum: 13.02.2006, 17:25

zur Anfrage Winfried Hamschmidt anbei 2 Literaturangaben über französische Priester im Kreis Borken nach der Französischen Revolution:
1.Hermann Terhalle, Vreden, "Vom münsterischen Krummstab zum preußischen Adler - Die Folgen der Französischen Revolution von 1789 im Westmünsterland" in Wundersame Zeiten (Deutsch - Niederländisch), Redaktion Hans de Beukelaar / Timothy Sodmann, S. 31 ff, Fagus, ISBN 90-70017-85-7
2.Hermann Terhalle, Vreden, "Zeitenwende im Westmünsterland - Die Folgen der Französischen Revolution von 1789" in "Als in Rhede die französische Trikolore wehte", S. 10 ff, Heimatverein Rede e.V. 2004



4.
Weitere Ressourcen zum Thema "Migration" finden Sie im Internet-Portal "Westfälische Geschichte": Menü "Finde" > "Systematik-Suche" im Feld "Suche Index" den Begriff "Migration" eingeben, das Ergebnis in die Suchauswahl übernehmen (markieren und auf den blauen Pfeil "in die Auswahl aufnehmen" klicken) und dann auf "Suche starten".