[WestG] [AUS] Hagen - Neue Dauerausstellung im Historischen Centrum Hagen
Marcus Weidner
Marcus.Weidner at lwl.org
Mon Okt 24 13:44:49 CEST 2005
Von: "Historisches Centrum Hagen" <info at historisches-centrum.de>
Datum: 21.10.2005, 19:00
AUSSTELLUNG
Hagen - eine Stadt mit Geschichte.
Neue Dauerausstellung im Historischen Centrum Hagen
Hagen - eine Stadt mit Geschichte. Unter diesem Motto steht die neue
Dauerausstellung im Historischen Centrum Hagen. Auf 350 Quadratmetern
wird die Hagener Vergangenheit interessant aufbereitet und eindrucksvoll
präsentiert.
Faustkeil, Kettenhemd, Dröppelminna, Dampfmaschine, Pickelhaube,
Fliegerbombe und Petticoatkleid aus den 50er Jahren sind nur einige
Beispiele aus dem reichen Fundus an Ausstellungsstücken. Die Entwicklung
des Ortes vom kleinen Flecken zur modernen Großstadt wird dokumentiert
durch zahlreiche Gemälde, Stiche und Fotografien. Eingebettet sind alle
Exponate in eine moderne Konzeption und ansprechende
Ausstellungsarchitektur.
Abgeholt werden die Besucherinnen und Besucher in der Gegenwart. Beim
Betreten der Ausstellung wird die Stadt in aufwändigen Video-Animationen
mit zeitgenössischem und historischem Filmmaterial präsentiert. Eine
Zeitmaschine, mit der die Besucherinnen und Besucher eine Reise in
Hagens Vergangenheit unternehmen können, findet sich gleich nebenan. Mit
dieser einzigartigen Aparatur kann man einen Videofilm so steuern, dass
die Hagener Vergangenheit förmlich an einem vorüber fliegt.
In sieben Bereichen geht es dann weiter durch die Ausstellung, von
versteinerten Vorzeitfunden bis zum Strukturwandel der 60er Jahre des
letzten Jahrhunderts.
Zwar geht es in der Ausstellung in erster Linie um die Stadtgeschichte,
doch auch der Zeit vor der Stadtgründung wird breiter Raum zugemessen.
Keimzelle des Kirchspiels und des Gerichts, das im 12. Jahrhundert aus
dem Dunkel der mittelalterlichen Grundherrschaft auftauchte, war die
Johanniskirche. Bereits vom 9. bis zum 12. Jahrhundert existierte in
Hagen-Delstern eine kleine Handwerkersiedlung. Grabungsfunde aus dieser
Zeit, wie z. B. Messerklingen und Reste von Gefäßen, werden in der
Ausstellung gezeigt.
Nachdem Hagen 1717 zum "akzisebaren Flecken" geworden war, wurden
schließlich am 3. September 1746 durch König Friedrich II. von Preußen
die Stadtrechte verliehen. Schmuckstück dieser Abteilung ist kostbares
Porzellan aus der Sammlung Laufenberg-Wittmann, darunter das
weltbekannte Service mit dem "Kostümierten Federvieh".
Eine wichtige Rolle in der Ausstellung nimmt der "Aufbruch in die
Moderne" um 1800 ein. Geprägt von den Umwälzungen der Französischen
Revolution und der Aufklärung entfaltete sich im Raum Hagen ein reiches
kulturelles Leben. Wirtschaft und Gesellschaft waren einem Wandel
unterzogen. Anhand von ausgewählten Exponaten werden verschiedene
Aspekte beleuchtet. Johann Friedrich Möller, dem bekannten Pfarrer von
Elsey, ist eine eigene Vitrine gewidmet.
Im 19. Jahrhundert begann der Aufstieg Hagens zur führenden Stadt des
märkischen Sauerlandes und südlich der Ruhr. Zwischen 1830 und 1867
wuchs die Bevölkerung der Stadt um über 500 Prozent. In der Ausstellung
ist die Entstehung und Ausprägung der Industrialisierung im Raum Hagen
nachvollziehbar. In einem groß angelegten Panorama wird durch
interessante Ausstellungsstücke an die Wurzeln der Industrialisierung
erinnert. Eine Dampfmaschine steht hier für die Modernisierung des
Produktionsprozesses. Auf eine Zeitreise vom Stadtkreis zur Großstadt
begeben sich die Ausstellungsbesucherinnen und -besucher bei der
Betrachtung eines überdimensionalen Fotoalbums.
Nach dem ersten Weltkrieg bedeutete die Geburt der 100.000 Einwohnerin
1928 Hagens Aufstieg zur Großstadt. Eine Medaille wurde diesem
bedeutenden Ereignis gewidmet. Der Hagener Graphiker Carl Grimm
begleitete die Weimarer Zeit bis zum Beginn des Nationalsozialismus.
Eine Auswahl seiner hintergründigen Grafiken bilden in der Ausstellung
ein Kaleidoskop der Jahre 1919 bis 1933.
Im Januar 1933 begann in Hagen die NS-Diktatur. Unmittelbar nach der
"Machtergreifung" wurde Adolf Hitler zum Ehrenbürger ernannt. Der ihm
persönlich überreichte "Ehrenbürgerbrief" steht wie kein anderes Exponat
in der Region und darüber hinaus für den Beginn der
nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Am Ende dieser
Ausstellungseinheit steht ein Luftschutzkeller mit originalen
Einrichtungsgegenständen. Zahlreiche Fotografien zeigen, wie groß das
Ausmaß der Zerstörung am Ende des Zweiten Weltkriegs war.
Nach 1945 erfolgte der Wiederaufbau der Stadt und des gesellschaftlichen
Lebens. Flucht und Vertreibung und die harte Arbeit der *Trümmerfrauen"
in der entbehrungsreichen Zeit der frühen Nachkriegsjahre prägten den
Alltag der Menschen. Hier zeigt die Ausstellung so genannte
Konversionsartikel, also Gegenstände mit militärischem Ursprung, die
umgearbeitet und zivil genutzt wurden, z. B. ein Küchensieb aus einem
Stahlhelm oder eine Milchkanne aus einer Granate. In den 1950er Jahren
waren viele Firmen in Hagen Motoren für das "Wirtschaftswunder". Ein
reich ausgestattetes Schaufenster zeigt 50er Jahre Design. In den 1960er
Jahren zeichnete sich ein Strukturwandel ab. Die "Stahlstadt"
entwickelte sich zum Zentrum für Schule und Weiterbildung. An der
Schwelle zum neuen Jahrtausend markiert das Projekt "Neue Mitte" weitere
Zukunftsperspektiven.
Am Ende der Ausstellung sind in dem kleinen aber feinen Kino historische
Filme über die Stadt zu sehen. Begleitet werden die Besucherinnen und
Besucher auf ihrer Reise durch die Hagener Geschichte durch ein modernes
Mediensystem. In jeder Ausstellungseinheit können damit interessant
aufbereitete Informationen zu den unterschiedlichsten Themen abgerufen
werden. Besonders eingängig sind dabei die kurzen, informativen, dabei
aber anschaulichen und verständlichen Videofilme.
Das Publikum entscheidet selbst, wie weit es sich informieren will und
kann interaktiv Filme und Informationen je nach Wunsch abrufen. Dem
Team des Historischen Centrums Hagen eröffnet das Mediensystem die
Möglichkeit, die Informationen an neue Erkenntnisse anzupassen oder um
weitere spannende Themen zu erweitern.
Die Baumassnahme Stadtmuseum Hagen wurde in einem komplizierten Modell
von Public Private Partnership vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe zu
30 Prozent, die Dauerausstellung zu 50 Prozent aller förderungsfähigen
Realisierungsschritte unterstützt. Ohne diese Förderung, für die die
Stadt Hagen dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe herzlich dankt, wären
Bau und Einrichtung des Stadtmuseums Hagen im Histoischen Centrum Hagen
nicht möglich gewesen. Begleitet wurde die Massnahme von Herrn Dr.
Günter Bernhardt vom Westfälischen Museumsamt Münster, für dessen
beratende Unterstützung die Stadt Hagen sich ebenfalls herzlich bedankt.
Kompetent gestaltet wurde die Dauerausstellung von der Firma bild-werk
Expo & Event GmbH, Dortmund, unter der Leitung von Herrn Michael Wienand.
[...]
Ab 25. 10.05 ist die Ausstellung dann täglich von dienstags bis sonntags
in der Zeit von 11.00 bis 18.00 Uhr zu sehen. Gruppen und Schulklassen
können die Ausstellung nach Voranmeldeung auch zu anderen Zeiten besuchen.
INFO
Historisches Centrum Hagen
Stadtmuseum / Stadtarchiv
Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen
Eilper Strasse 71-75
D-58091 Hagen
+49 (0)2331 207 2740
+49 (0)2331 207 2447
www.historisches-centrum.de
www.museum-werdringen.de