[WestG] [KONF] Kirchengeschichte in der Zehntscheune, Herzebrock-Clarholz, 21./22.10.2005
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mit Okt 12 12:32:16 CEST 2005
Von: "Benjamin Hagemann", <behni at uni-muenster.de>
Datum: 26.09.2005, 18:37
TAGUNG
Volkshochschule Reckenberg-Ems in Zusammenarbeit mit dem
Freundeskreis ropstei Clarholz
Kirchengeschichte in der Zehntscheune XIII
Erneute Blüte: Klöster und Stifte an der Oberen Ems in der ersten
Hälfte des 18. Jahrhunderts
Tagung am 21./22. Oktober 2005 in 33437 Herzebrock-Clarholz,
Ortsteil Clarholz, Zehntscheune
Die diesjährige Veranstaltung "Kirchengeschichte in der Zehntscheune" geht von
einem Jubiläum aus: Vor 300 Jahren, im Jahr 1705, begann die Errichtung des
neuen Propsteigebäudes der Clarholzer Prämonstratenser. Der Clarholzer Konvent
stand wirtschaftlich gut da, und auch das klösterlich-spirituelle Leben hatte
im Zuge der religiösen Erneuerung im Gefolge des Konzils von Trient an Kraft
gewonnen. So konnte ein aufwändiges Gebäude, ganz im repräsentativen Stil der
Zeit errichtet werden. Einen ähnlichen Aufschwung wie die Clarholzer
Prämonstratenser erlebten auch die anderen Klöster und Stifte der Region. An
der Oberen Ems, das heißt im Amt Reckenberg des Fürstbistums Osnabrück, in der
kleinen Grafschaft Rietberg und im Südosten des Fürstbistums Münster, wurden
Kirchen erweitert, repräsentative Gebäude neu errichtet und das
religiös-spirituelle Leben intensiviert.
Deshalb soll das Kolloquium anhand von fünf geistlichen Einrichtungen diese
neue Blütezeit der Klöster und Stifte beleuchten und dabei immer wieder auch
Clarholz in den Blick nehmen: Das freiweltliche adlige Damenstift Freckenhorst
wird im Hinblick auf Verfassung und soziale Funktion vorgestellt. Es geht um die
Frage, wie ausgeprägt das religiöse Leben in diesem Versorgungsinstitut adliger
Damen war. Bei den Franziskanern in Rietberg und Wiedenbrück wird nicht nur der
Verfassung und dem klösterlichen Leben der Patres nachgegangen, sondern auch
die Seelsorge im Dienst der tridentinischen Reform betrachtet. Die Niederlassung
der Jesuiten auf Haus Geist bei Oelde diente dem Studium und dem sog.
Erprobungsjahr im Rahmen jesuitischer Ausbildung; daneben hatten die dort
lebenden Jesuiten Seelsorge in der Umgebung zu betreiben.
Eine andere Form geistlicher Gemeinschaft war das Kollegiatstift St. Stephanus
und Sebastianus in Beckum, wo die Kanoniker die mit dem Stift verbundene Pfarrei
seelsorglich zu betreuen hatten. Auch die familiären Verflechtungen der Kleriker mit
der Beckumer Bürgerschaft werden thematisiert. Das gut ausgestattete
Zisterzienserkloster Marienfeld zählte um 1800 28 Mönche. 1711 begann der Bau
der vierflügeligen Klosteranlage unter Abt Oesterhoff. Auch hier stehen die
Frage nach den wirtschaftlich-sozialen Verhältnissen und dem spirituellen
Leben im Mittelpunkt der Veranstaltung.
Das Kolloquium beginnt am Freitagabend mit einem Vortrag des bekannten
Kunsthistorikers Dr. Roland Pieper, Autor des Werkes "Klöster in Westfalen".
Sein Lichtbildervortrag wird Kunst und Kultur der Klöster und Stifte im
Zeitalter des Barock beleuchten.
INFO
Programm:
Freitag, 21. Oktober, 20.00 Uhr: Dr. Roland Pieper, Münster: Klöster und
Stifte in Westfalen im Zeitalter des Barock
Samstag, 22. Oktober, 10.00 -12.30 Uhr:
Manfred Beine, Rietberg/Marienfeld: Das Zisterzienserkloster Marienfeld
Prof. Dr. Alwin Hanschmidt, Vechta: Die Franziskaner in Rietberg und
Wiedenbrück im 18. Jahrhundert
Wilhelm M. Schneider, Wadersloh-Diestedde: Die Jesuiten auf Haus Geist
Mittagspause
14.00-16.00 Uhr:
Oberstudiendirektor i.R. Klaus Gruhn, Warendorf-Freckenhorst: Das
freiweltliche Damenstift Freckenhorst
Dr. Jörg Wunschhofer, Beckum: Das Kanonikerstift St. Stephanus und Sebastianus
in Beckum
Leitung der Tagung: Prof. Dr. Werner Freitag, Münster
Tagungsgebühr 21,00 € (VHS Reckenberg-Ems). Eine Abend-/Tageskasse ist
eingerichtet.