[WestG] [AKT] Auf der Suche nach bewegten Bildern eines sich veraendernden Ruhrgebiets, Essen, 11.11.2005
Marcus Weidner
Marcus.Weidner at lwl.org
Mon Nov 7 11:08:41 CET 2005
Von: "gk-mail (Abeck)" <mailing at geschichtskultur-ruhr.de>
Datum: 07.11.2005, 09:56
Übernahme aus der E-Mailing-Liste "Geschichtskultur Ruhr"
AKTUELL
Freitag, 11. November 2005, 20 Uhr
Der Kinematograph als Zeitmaschine
Auf der Suche nach bewegten Bildern
eines sich verändernden Ruhrgebiets.
Einige Filmbeispiele samt notwendiger Erläuterung
als Angebot zum Dialog von Paul Hofmann (Kinemathek im Ruhrgebiet)
Die Bedeutung der Archivarbeit von Paul Hofmann - liegt sie in dem Versuch
einer Rettung der Erinnerung an eine Region vor ihrem Verschwinden?
Rücklaufend, sagte Hofmann einmal sinngemäß, hole ich die Geschichte nie
ein. Aber eben deshalb ist dieses Filmmaterial, das Spuren der Geschichte,
Bilder und Töne der Region (wie vermittelt und verzerrt auch immer)
bewahrt, so wichtig. Mit diesem Material zu arbeiten, es produktiv zu
machen, im Rückgriff darauf etwas zu komprimieren, darum geht und ging es
Paul Hofmann auch in seiner filmischen Arbeit.
Während Robert Hartmann und Michael Lentz in dem von Paul Hofmann
vorgestellten Film "Der Rauch verbindet die Städte" (1979) altes
Filmmaterial und selbst gedrehte Sequenzen kombinieren und rückblickend
engagiert kommentieren, arbeitet Hofmann selbst ausschließlich mit
vorgegebenem Material - und zwar sowohl auf der Bild- wie auf der Tonebene.
So kann mit der an diesem Abend von ihm ermöglichten Gegenüberstellung der
einen wie der anderen Arbeitsweise die je spezifische Form der filmischen
Transformation von Wirklichkeit erfahrbar werden.
Seine Filmcollage "Eine Landschaft wie keine zweite" aus dem Jahre 2005
(der erste Teil seiner Ruhrgebiets-Trilogie) zeigt eine Region, die in
dieser Form nicht mehr existiert.
Sie ruft, so könnte man vielleicht sagen, nicht zuletzt auch deren konträre
Aspekte ins Bewußtsein zurück - darunter auch Formen eines für die
Industrieregion typischen Arbeiterwohnens, Formen eines produktiv-humanen
Zusammenlebens, "das Lebensgefühl einer Welt", ihre Kooperations- und
Kommunikationsformen, Formen der (nicht nur) nachbarschaftlichen
Solidarität, deren Wert für das Gemeinwesen aus dem Bewußtsein der Heutigen
immer mehr verdrängt wird, wenn es uns nicht gelingt, auf neue Art daran
anzuknüpfen.
Sonntag, den 13. November um 20 Uhr gibt es die Gelegenheit, im
Atelierhaus -Alte Schule- die von Paul Hofmann im Jahre 2005 für den WDR
produzierte Film-Trilogie "Als der Ruhrpott noch schwarz-weiß war" zu
sehen und zu diskutieren:
Teil 1: Eine Landschaft wie keine zweite
Teil 2: Das lange Elend mit der Kohle
Teil 3: Eine Heimat mit Ecken und Kanten
Die drei Teile dieser Filmcollage haben jeweils eine Länge von 44 Minuten.
ORT
Doris Schöttler-Boll / Atelierhaus - Alte Schule
Äbtissinsteig 6, 45276 Essen-Steele
Tel.+Fax 0201/ 515592