[WestG] [AKT] Die "Jahrhundertgeneration" und ihre historische Selbstdeutung, 20.06.2005, Essen
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Die Jun 14 09:33:51 CEST 2005
Von: "Sabine Rehorst", <Sabine.Rehorst at kwi-nrw.de>
Datum: 13.06.2005, 17:49
AKTUELL
Die "Jahrhundertgeneration" (1900-1912) und ihre Verarbeitung des Zweiten
Weltkriegs
Öffentlicher Vortrag von Prof. Dr. Jürgen Reulecke (Universität Gießen) am
20.6.2005 um 18.15 Uhr im Kulturwissenschaftlichen Institut, Essen.
Der Historiker Jürgen Reulecke geht der Frage nach der historischen
Selbstdeutung jener Altersgruppe nach, aus der zum einen weitgehend das
mittlere Management des NS-Regimes stammte und die andererseits dann den
Aufbau der Bundesrepublik maßgeblich mitgestaltet hat und zugleich
zumeist die Eltern der "68er" stellte.
Ausgehend von der stark in Mode gekommenen Argumentation mit
Generationenkonstellationen und von dem dabei gelegentlich zu hörenden
Pauschalurteil, bestimmte Generationen hätten vor der Geschichte
versagt, stellt Jürgen Reulecke die Frage nach der historischen
Selbstdeutung der sogenannten Jahrhundertgeneration - die Altersgruppe der
zwischen 1900 und 1912 Geborenen. Als exemplarischer Fall wird eine
besonders ausgeprägte "Generationseinheit" herausgegriffen, deren
Mitglieder in der Weimarer Republik in jugendbewegten Gruppen (in der
"Bündischen Jugend") sozialisiert worden waren und sich ab 1947 im
"Freideutschen Kreis" zusammengefunden haben, der bis zum Jahre 2000
bestanden und in seinen letz-ten Jahren eine bemerkenswerte
Selbsthistorisierung betrieben hat.
Prof. Dr. Jürgen Reulecke, geb. 1940, Studium der Geschichte, Germanistik
und Philosophie an den Universitäten Münster, Bonn und Bochum. 1972
Promotion, 1979 Habilitation, 1980-83 Lehrstuhlvertretungen an den
Universitäten Bielefeld und Berlin (TU), Gastdozentur am St.
Anthonys-College in Oxford, 1984-2003 Professor für Neuere und Neueste
Geschichte an der Universität-Gesamthochschule Siegen. Seit 2003
Professor für Zeitgeschichte an der Justus-Liebig-Universität Gießen und
Sprecher des Sonderforschungsbereich "Erinnerungskulturen".
Jürgen Reulecke ist Fellow der KWI-Studiengruppe "Kindheit im 2. Weltkrieg".
Die Arbeit der Studiengruppe konzentriert sich auf Analysen zur Sozial- und
Kulturgeschichte der Kindheit im 2. Weltkrieg und auf die Frage nach dem
politischen Weg der Kriegskindergeneration. Es werden Kriegskindheiten in
ausgewählten europäischen Ländern (unter Einbeziehung von Japan und
Nordamerika) rekonstruiert und die mit ihnen verbundenen
Erinnerungskulturen verglichen. Schließlich sollen lebensgeschichtliche
und politisch-kulturelle Folgen geklärt werden, die mit den historischen
Erfahrungen dieser Generation, die unsere Gesellschaft bis in die Gegenwart
spezifisch prägt, zusammenhängen.
Weitere Fellows der Studiengruppe: Prof. Dr. Hans-Heino Ewers (Frankfurt),
Prof. Dr. Insa Fooken (Siegen), Prof. Dr. Gereon Heuft (Münster), Prof. Dr.
Hartmut Radebold (Kassel), Dr. Jana Mikota (Siegen/Essen) und Prof. Dr.
Jürgen Zinnecker als wissenschaftlicher Leiter der Studiengruppe.
INFO
Die Veranstaltung ist öffentlich. Weitere Informationen erhalten Sie unter
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0201/7204-160.
Sabine Rehorst
Kulturwissenschaftliches Institut
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Goethestr. 31, 45128 Essen
Tel. +49 (0)201/7204-160
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