[WestG] [AUS] Ausstellungen der LWL-Museen in 2005

Marcus Weidner Marcus.Weidner at lwl.org
Mit Jan 19 14:15:23 CET 2005


Von: "LWL-Pressestelle", <presse at lwl.org>
Datum: 19.01.2005, 12:10


AUSSTELLUNG

20 neue Ausstellungen 2005
Von Herculaneum *ber Brabender bis zum "Aufbau West" nach dem Zweiten Weltkrieg

Die 17 Museen des Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) planen f*r das kommende Jahr 20 gr**ere Sonderausstellungen. LWL-Kulturdezernent Prof. Dr. Karl Teppe stellte das Ausstellungsprogramm dem neuen LWL-Kulturausschuss am Mittwoch (19.01.05) in seiner ersten Sitzung vor:

Das Westf*lische Landesmuseum f*r Kunst und Kulturgeschichte in M*nster pr*sentiert vom 19. Februar bis 4. September die Ausstellung "100 Jahre K*nstlergemeinschaft ‚Br*cke'". In der Ausstellung sind 20 Gem*lde und 70 Arbeiten auf Papier aus der Museumssammlung zu sehen, darunter Werke von Emil Nolde, Otto M*ller, Erick Heckel und Ernst Ludwig Kirchner.

Am 11. M*rz (bis 28. August) er*ffnet das LWL-Museum die Ausstellung "Die Brabender. Skulptur am *bergang vom Sp*tmittelalter zur Renaissance". Anl*sslich des Jubil*ums 1200 Jahre Bistum M*nster besch*ftigt sich das Museum erstmals mit dem Werk der Bildhauer Heinrich und Johann Brabender in der Zeit von 1480 bis 1562. H*hepunkt der Ausstellung, die auch Skulpturen von Zeitgenossen und Nachfolgern zeigt, ist die Teilrekonstruktion des ehemaligen Domlettners im Lichthof des Museums.

Zum 60. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges zeigt das LWL-Museum die Fotoausstellung "1945 - 2005 Kriegsende und Neuanfang" (Mai bis September). Zentrale Idee der Ausstellung ist es, zu verdeutlichen, mit welch unterschiedlichen Blicken Menschen in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, England und den USA auf das Jahr 1945 geschaut haben. 

Ab Oktober zeigt das LWL-Museum unter dem Titel "Giulio Paoli: Esposizione universale" Werke des renommierten Konzeptk*nstlers aus Italien, die sich im Lichthof des Museums zu einem Ausstellungs-kunstwerk zusammensetzen. Mit einer Retrospektive erinnert das Westf*lische Landesmuseum von November 2005 bis Januar 2006 an den 50. Todestag von Willi Baumeister. Dabei verdeutlichen eine gr**ere Anzahl von Zeichnungen und Druckgrafiken Baumeisters Vorgehen in Werkzyklen.

Unter dem Titel "Von Anfang an - Arch*ologie in Nordrhein-Westfalen" pr*sentiert das Westf*lische Museum f*r Arch*ologie in Herne ab September 2005 (bis Februar 2006) die neusten Grabungsergebnisse und Funde aus ganz NRW. Die Ausstellung zeigt verschiedene in den vergangenen f*nf Jahren gefundene Zeugnisse tierischen und pflanzlichen Lebens aus erdgeschichtlicher Zeit sowie Belege menschlichen Denkens, Empfindens, Schaffens und Handelns von der Urgeschichte bis in die j*ngste Zeit. 

Zum ersten Mal ist eine Ausstellung *ber Herculaneum, das gleichzeitig mit dem benachbarten Pompeji 79 nach Christus vom Vesuv versch*ttet wurde, au*erhalb von Italien zu sehen. Der LWL zeigt vom 20. Mai bis zum 28. August 2005 in seinem Westf*lischen R*mermuseum Haltern (Kreis Recklinghausen) unter dem Titel "Die letzten Stunden von Herculaneum" gut erhaltene Skelette, Holzm*bel, kostbare Wandmalereien, Goldschmuck und Bronzeskulpturen aus dem Nationalmuseum von Neapel. H*hepunkt der Ausstellung sind antike Papyrusrollen aus der weltweit einzigen entdeckten r*mischen Bibliothek. Sie wurde in der Villa dei Papiri gefunden, die nicht nur als die luxuri*seste Privatvilla der r*mischen Welt gilt, sondern mit *ber 250 Metern L*nge auch die gr**te ist. Ihr Erbauer war vermutlich der Schwiegervater von Julius C*sar. 

Begleitend zum ersten Bauabschnitt, in dem das Kloster Dalheim zum Westf*lischen Museum f*r Klosterkultur Dalheim ausgebaut wird, stellt das LWL-Museum im Kreis Paderborn in der Zeit von 28. M*rz bis zum 31. Oktober unter dem Titel "Baustelle Kloster" eine mittelalterliche Klosterbaustelle vor. In h*lzernen Pavillons k*nnen die Besucher erleben wie Maurer, Steinmetze, Schreiner und Glaser im Mittelalter gearbeitet haben.

Mit einer schwimmenden Sonderausstellung gratuliert das Westf*lische Industriemuseum Altes Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop (Kreis Recklinghausen) dem Wesel-Datteln-Kanal zum 75. Jubil*um. Die Ausstellung informiert nicht nur *ber die Geschichte des Kanals, sie zeigt auch wie er heute wirtschaftlich und als attraktiver Freizeitraum genutzt wird. Bevor der Schleppkahn Ostara am 2. September im LWL-Museum festmacht, steuert er in der Zeit vom 2. Juni bis 28. August Dorsten, Marl, den Hafen der Zeche Auguste Victoria, den Chemiepark Marl, H*nxe und Datteln an.

Das Westf*lische Industriemuseum Zeche Zollern II/IV in Dortmund zeigt in der gro*en Sonderausstellung "Aufbau West" (18. September bis 26. M*rz 2006) die Folgen des Zweiten Weltkrieges und den Wiederaufbau zwischen 1945 und 1961 in Nordrhein-Westfalen. Im Mittelpunkt stehen die Vertriebenen aus den ehemals deutschen Ostgebieten und den Siedlungsgebieten in Osteuropa sowie die Fl*chtlinge aus der Sowjetischen Besatzungszone und sp*teren DDR. Nordrhein-Westfalen entwickelte sich ab 1948 zum Bundesland mit dem gr**ten Fl*chtlingsanteil; Ende der 1950er Jahre hatte jeder vierte Einwohner einen Fl*chtlingshintergrund. Ziel der Ausstellung ist es, den Beitrag der Fl*chtlinge und Vertriebenen am Wiederaufbau der westdeutschen Wirtschaft und des zivilen Lebens darzustellen. Die Ausstellung r*ckt die Sozial- und Migrationsgeschichte in den Vordergrund und fragt, welche Schl*sse sich aus der Eingliederung der Fl*chtlinge und Vertriebenen f*r die aktuellen Probleme der Migration und Integration in Deutschland ziehen lassen.

Die Ausstellung "Kumpel auf vier Beinen" zeichnet in der Zeit vom 20. M*rz bis zum 19. Juni im LWL-Museum das Arbeitsleben westf*lischer Grubenpferde nach. Dabei bieten Themen wie Zucht, Unterbringung, Pflege, Arbeitsalltag, Krankheiten und nicht zuletzt die Beziehung zu den Bergleuten unter Tage nicht nur f*r Pferdeliebhaber interessante Aspekte.

Das Westf*lische Industriemuseum Glash*tte Gernheim in Petershagen (Kreis Minden-L*bbecke) besch*ftigt sich in einer Sonderausstellung, die in Zusammenarbeit mit Terre des Hommes entstanden ist, mit "Kinderarbeit einst und jetzt". In der Zeit vom 13. M*rz bis 29. Mai beleuchtet die Ausstellung das Thema aus historischer aber auch aus aktueller Perspektive. Unter dem Titel "Am Anfang war das Bild" zeigt das LWL-Museum vom 19. Juni bis zum 25. September in seiner Hauptausstellung des Jahres Werke von Erwin Eisch, der als der international bekannteste deutsche Glask*nstler gilt. Ab dem 13. November zeigt das Museum in der Ausstellung "Transportabel" Arbeiten, die bei einem Workshop am Gernheimer Glasofen entstanden sind.

Raffiniertes steht in der Zeit vom 30. Januar bis zum 28. August im Westf*lischen Industriemuseum Ziegelei Lage (Kreis Lippe) im Mittelpunkt: In der Ausstellung "Raffiniert. Zuckerr*benanbau, Zuckerproduktion und Zuckerverbrauch in Ostwestfalen-Lippe" geht es um den kalorienschweren Lebensvers**er. Die Schau behandelt die Geschichte des Zuckers von der Zuckerr*be bis zum fertigen Zuckerprodukt. Neben der Geschichte der Zuckerherstellung pr*sentiert sie eine kleine Zucker-Kulturgeschichte.

Unter dem Titel "Giganten der Textilindustrie" r*ckt das LWL-Textilmuseum Bocholt (Kreis Borken) in der Zeit vom 26. Juni bis 6. November Sidney Stott und seine Spinnereihochbauten der deutsch-niederl*ndischen Grenzregion in den Mittelpunkt. Stott brachte ab 1890 die modernsten Architekturprinzipien f*r Hochbauten in Sachen Brandschutz und Sprinkleranlagen in die Region.

Im Westf*lischen Industriemuseum Henrichsh*tte Hattingen (Ennepe-Ruhr-Kreis) ist vom 1. Mai bis zum 7. August "Jederzeit Kaffeezeit". Die Sonderausstellung zur Kultur- und Konsumgeschichte des liebsten Getr*nkes der Deutschen schl*gt einen Bogen von der Kaffeehauskultur bis zur Kaffeepause im B*ro. Ab dem 9. September gilt dann im LWL-Museum: "Das Gl*ck fliegt in der Luft". Die Ausstellung macht auf das langsame, kaum beachtete Ende der Taubenzucht als Massensport der Berg- und H*ttenarbeiter aufmerksam.

Das Westf*lische Industriemuseum Zeche Hannover im Bochum pr*sentiert in der Zeit vom 25. Mai bis zum 26. Juni in Zusammenarbeit mit dem Fu*ball- und Leichtathletikverband Westfalen, dem DFB, der Stadt Bochum und dem TuS DJK Hordel die "Fu*ballregion Ruhrgebiet".

Das Westf*lische Freilichtmuseum Detmold (Kreis Lippe) ruft mit der Fotoaustellung "H*user und H*fe aus Westfalen" (19. April bis 24. Juli) l*ngst verschwundene b*uerliche Lebenswelten in Erinnerung. Die Fotos des Volkskundlers und Hausforschers Josef Schepers zeigen H*fe verschiedener Landschaften Westfalens in den 1930er bis 1950er Jahren. Die Ausstellung "Inside - Schultenh*fe des M*nsterlandes" (14. Juni bis 30. Oktober) zeigt mit k*nstlerischen Innenfotos wie Hallenh*user des 17. und 18. Jahrhunderts, klassizistische und historistische Villen bis hin zu landwirtschaftlichen Neubauten in der Gegenwart genutzt werden. Seinen erstmals gezeigten Farbfotos aus dem Inneren der H*user stellt Martin Rosswog gro*formatige schwarz-wei* Au*enaufnahmen gegen*ber. 

"Man sieht nur, was man weis", soll Goethe nach seinen italienischen Reisen gesagt haben, weil er viele der historischen *berreste, die er sah, nicht verstand. Vielen Museumsbesuchern geht es heute *hnlich. Deshalb zeigt das Westf*lische Freilichtmuseum Hagen unter dem Titel "Man sieht nur, was man wei*" in der Zeit vom 29. Mai bis zum 30. Juli Fotoserien von Manfred Vollmer, die die alten Handarbeiten im Museum Schritt f*r Schritt zeigen. Diamanten, Rubine, Smaragde und Saphire stehen in der Zeit vom 17. Juli bis zum 30. Oktober im Mittelpunkt der Ausstellung "Diamonds are a girls best friend..". Dabei geht es darum, woher die Edelsteine kommen, wer sie nach Europa brachte, wie sie verarbeitet werden, wer sie verschenkt und welche Wirkungen sie bei ihren Bewunderen erzielen sollen.