[WestG] [AKT] Droste-Huelshoff-Preis 2005 an Wiglaf Droste
Marcus Weidner
Marcus.Weidner at lwl.org
Die Aug 30 09:17:26 CEST 2005
Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 29.08.2005, 13:10
AKTUELL
Der LWL verleiht seinen Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis 2005 an Wiglaf Droste
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) verleiht seinen mit 12.800 Euro dotierten "Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis" in diesem Jahr an den gebürtigen Herforder Wiglaf Droste, der in Bielefeld aufwuchs und heute in Berlin lebt. Unter dem Vorsitz von LWL-Chef Wolfgang Schäfer hat eine elfköpfige Jury diesen "Westfälischen Literaturpreis" dem als freien Schriftsteller tätigen 44-Jährigen zuerkannt. Der LWL verleiht seinen Literaturpreis seit 1953 alle zwei Jahre im Wechsel mit dem "Konrad-von-Soest-Preis" (Kunst) oder dem "Hans-Werner-Henze-Preis" (Musik).
Droste hat seit den 80er Jahren ein schriftstellerisches Werk vorgelegt, das für einen satirischen deutschsprachigen Autor seiner Generation besonders umfangreich und qualitätsvoll ist. "Vom Roman über die Erzählung bis hin zur Glosse und dem genuinen Format der Satire, dem Lied, hat Droste in den unterschiedlichsten Genres gearbeitet und dabei immer wieder Beweise großen formalen Könnens geliefert. Mit Blick auf die deutsche Literaturgeschichte sind Vergleiche zu Autoren wie Robert Gernhardt oder Kurt Tucholsky angebracht und begründbar", heißt es in der Begründung der Jury. Droste habe seine Vorgänger jedoch nicht kopiert, sondern einen eigenen, unverwechselbaren Ton gefunden. Seine kompromisslosen, häufig im zynischen Gestus vorgetragenen Satiren und Glossen seien sprachliche Kabinettstückchen von hohem literarischen Rang, so die Jury weiter.
Droste brach sein Studium der Publizistik und Kommunikationswissenschaften nach kurzer Zeit ab und arbeitete bis 1985 in diversen Aushilfsjobs. Anschließend schrieb er Beiträge für das *Spandauer Volksblatt", den Berliner "tip" und die "tageszeitung (taz)". 1987 war er für kurze Zeit in einer Düsseldorfer Werbeagentur tätig, kehrte dann aber wieder nach Berlin zurück. Bei der "taz" wurde er Redakteur der Medienseite, gab diese Funktion aber 1988 auf, nachdem es zu Konflikten zwischen ihm und den Mitarbeitern anderer Ressorts gekommen war. Droste ist seitdem als freier Schriftsteller tätig.
Die Preisverleihung findet im November im Museum für Westfälische Literatur im Kulturgut Haus Nottbeck in Oelde (Kreis Warendorf) statt.