[WestG] [KONF] Der Rittersaal der Iburg, 07.-09.10.2004, Bad Iburg

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Mit Sep 22 13:06:57 CEST 2004


Von: "Birgit Kehne", <Birgit.Kehne at staatsarchiv-os.niedersachsen.de>
Datum: 21.09.2004, 11:58


TAGUNG

Der Rittersaal der Iburg
Zur fürstbischöflichen Residenz Franz Wilhelms von Wartenberg

Erst seit 1998 ist der ehemalige fürstbischöfliche Prunksaal der Iburg
wieder in einen Zustand versetzt, der ahnen lässt, wie er kurz nach seinem
ersten Entstehen ausgesehen haben mag:  Unter dem zentralen perspektivischen
Deckenbild mit umlaufenden Herkules-Szenen ist eine Bischofsgalerie einem
Fries gleich in die Wand eingelassen. Die ursprüngliche Farbigkeit wurde -
in Analogie zu den Architekturen des Deckenbildes - rekonstruiert, und der
Parkettboden aus den 50er Jahren wurde schließlich durch einen schwarzweiß
geschachten Steinbelag ersetzt. Viele dieser Maßnahmen konnten direkt oder
indirekt aus den gut dokumentierten Bauakten der Entstehungszeit Mitte des
17. Jahrhunderts übernommen werden. Doch an vielen Stellen musste zugleich
maßvoll und doch konsequent rekonstruiert werden.

Denn der Rittersaal wurde bereits gut zehn Jahre nach seiner barocken
Ausstattung zusammen mit der fürstbischöflichen Residenz aufgegeben und
hatte nur noch sporadisch repräsentative Funktionen, wenn er nicht sogar -
wie im 18. Jahrhundert - zeitweise völlig verschlossen blieb. Tragik und
Glücksfall aus denkmalpflegerischer Sicht zugleich: Der Raum blieb
weitestgehend unverändert, wurde aber v.a. seit dem 19. Jahrhundert z.T.
schädlichen Nutzungen unterzogen. So diente die Kredenz zeitweise als
Hühnerstall, und im Kamin wurden die großen Wäschen vorgenommen. Über den
ursprünglichen Funktionszusammenhang während der Regierungszeit von
Fürstbischof Franz Wilhelm von Wartenberg (gestorben 1661) ist jedoch nichts
überliefert. Ähnliches gilt für die kunst- und kulturhistorische Herleitung,
den kirchengeschichtlichen Kontext, das Hofleben und die Vorbilder des
Saales im Ganzen wie in seinen Teilen.

Die Tagung "Der Rittersaal der Iburg" widmet sich daher erstmals umfassend
diesem exquisiten Raumgefüge und seinem Bildprogramm. Fachleute aus der
ganzen Republik werden hierzu auf der Iburg zusammenkommen. Eingeladen sind
sowohl Experten als auch interessierte Laien.

Ergänzend zum Tagungsprogramm findet am 7. Oktober ein öffentlicher
Abendvortrag mit der Jenaer Historikerin und Frühneuzeit-Forscherin HD Dr.
Siegrid Westphal statt. Am zweiten Abend (08.10.04) folgt ein ungewöhnliches
Konzert mit dem Ensemble Bremer Ratsmusik: Erstmals werden Werke von Iburger
Hofkomponisten und "moderne" italienische Musik des 17. Jahrhunderts zu
Gehör kommen.


INFO

Der Rittersaal der Iburg
Zur fürstbischöflichen Residenz Franz Wilhelms von Wartenberg
7. bis 9. Oktober 2004
Schloss Iburg, Klostertrakt, ehem. Refektorium, 49196 Bad Iburg

Anmeldung beim Landschaftsverband Osnabrücker Land e.V., 
Frau Dimmerling
T 0541-505320
dimmerling at lvosl.de 

Hotelreservierung: 
Tourist-Information Bad Iburg
T 05403-796780,
tourist-info at badiburg.de,
http://unterkunft.badiburg.de