[WestG] [AKT] Westfaelisches Museum fuer Archaeologie feiert
Geburtstag
Marcus Weidner
Marcus.Weidner at lwl.org
Die Mar 23 18:05:26 CET 2004
Von: "LWL-Pressestelle", <presse at lwl.org>
Datum: 23.03.2004, 12:50
AKTUELL
Westfälisches Museum für Archäologie feiert Geburtstag
Am 28. März feiert das Westfälische Museum für Archäologie Geburtstag - und das
gleich zweimal: Vor 70 Jahren wurde aus der archäologischen Abteilung des damaligen
Provinzialmuseums in Münster ein eigenständiges Museum, vor einem Jahr wurde es in Herne
wieder eröffnet. Aus diesem Anlass gibt es am Sonntag ein buntes Programm mit Führungen,
Filmen und Mitmach-Aktionen. Das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL)
birgt am Sonntag (28.3.) Überraschungen: Verteilt in der Grabungslandschaft zeigen
Spezialisten, mit welchen Materialien und Methoden die Menschen in unterschiedlichen
Epochen gearbeitet haben.
Da demonstriert ein Steinzeitspezialist, mit welchen Techniken
die Menschen vor 20 000 Jahren Werkzeuge aus Stein herstellten. Das Steinzeitatelier nimmt
sich der Waffenentwicklung an, von den ältesten Speeren und Lanzen aus der Zeit des Homo
erectus und der Neandertaler bis hin zu Pfeil und Bogen aus der Ausrüstung des
Gletschermannes "Ötzi". Die Besucher haben die Möglichkeit, sich unter Anleitung
Schmuckstücke nach 3000 Jahre alten Vorbildern zu fertigen. Kenner der Textilherstellung
sind im Mittelalter vertreten. Hier kann jeder einmal ausprobieren, wie vor 1000 Jahren
Schafwolle mit einer kleinen Handspindel zu einem Faden gesponnen wurde. Und im Innenhof
demonstriert ein Schmied sein Können.
Im Museumskino laufen bekannte Filme wie zum Beispiel
"Der Name der Rose". Vor genau einem Jahr, am 28. März 2003, eröffnete der LWL sein
Archäologie-Museum am neuen Standort Herne. 80.000 Besucher haben sich die Ausstellung bis
jetzt angesehen. Sie zeigt auf rund 2.900 Quadratmetern die 250.000-jährige Geschichte der
Menschheit in Westfalen anhand von Funden und Ausgrabungen aus der ganzen Region. Zusammen
mit den Museen für Naturkunde und für Kunst und Kulturgeschichte, die weiterhin in Münster
ihren Standort haben, gehört das archäologische Landesmuseum zum Kernangebot der vom LWL
getragenen, überregionalen Museen in Westfalen. Seit 70 Jahren bietet es einen Überblick
zur Geschichte des Menschen in Westfalen in all ihren Aspekten und von seinen Anfängen an.
"Die Archäologie ist darüber hinaus die einzige Wissenschaft, die zur Geschichte der
Menschen noch neue Quellen zu Tage fördert, nämlich bei den Notgrabungen - ausgelöst durch
die tagtäglichen Eingriffe in den Boden wie das Erschließen von Baugebieten oder Verlegen
von Leitungen. Zusammen mit den sich immer weiter entwickelnden Naturwissenschaften sind
wir damit in der Lage, immer wieder neue Erkenntnisse zu liefern, die unser Bild von der
Vergangenheit verändern. Die besondere Konzept und die einzigartige Gestaltung des
Museums erlauben uns, diese Erkenntnisse schnell für die Allgemeinheit umzusetzen"
erklärt LWL-Museumsdirektorin Dr. Gabriele Isenberg den Anspruch des Museums.
Mit der Standortverlagerung begann ein neues Kapitel in der 70-jährigen Geschichte des Museums.
1934, vor 70 Jahren, war die archäologische Abteilung des damaligen Provinzialmuseums
(heute LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte) eine eigenständige Institution
mit dem Namen "Landesmuseum für Vor- und Frühgeschichte" geworden. Platznöte am alten
Standort in Münster zwangen Ende der 1980er-Jahre die Verantwortlichen zu Überlegungen
nach der räumlichen Zukunft des Museums. 1991 beschloss die Landschaftsversammlung des
Landschaftsverbandes, das Museum nach Herne zu verlagern. Die Ruhrgebietsstadt setzte
sich damit gegen die Mitbewerber Münster, Bielefeld und Dortmund durch. Bis zur
Realisierung vergingen einige Jahre. Erst mit der Aufnahme des Projektes in die IBA
(Internationale Bauausstellung) Emscher Park konnte die Finanzierung gesichert werden.
1999 wurde mit dem Bau begonnen.
Im Juli 2001 schloss das alte Museum an der Rothenburg in
Münster seine Pforten. Insgesamt kann die westfälische Archäologie auf eine fast
200-jährige Tradition zurückblicken. Im Jahr 1825 rief der damalige Oberpräsident für die
preußische Provinz Westfalen, Freiherr von Vincke, zur Einrichtung eines "Museums
Vaterländischer Alterthümer" auf. Damit begann die Sammlung von archäologischen Funden,
von denen einige noch heute Bestandteil der Ausstellung sind.
INFO
Termine:
Geburtstagsfest, So, 29.3.04, 11 bis 18 Uhr Führungen durch die Ausstellungen: 12, 14 und 16 Uhr Kino: 11.30 Uhr: "Der Ötztal-Mann", Spielfilm-Dokumentation, freigegeben ab 6 Jahre. 13.30 Uhr: "Asterix und Obelix gegen Caesar", Spielfilm, ohne Altersbeschränkung; 15.30 Uhr: "Der Name der Rose", Spielfilm, freigegeben ab 16 Jahre. Kosten: Zu entrichten ist nur der Eintrittspreis: Erwachsene 3,50 Euro, 6- bis 17-Jährige 2 Euro, Familien 8 Euro, Ermäßigungsberechtigte 2,10 Euro. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Westfälisches Museum für Archäologie, Europaplatz 1, 44623 Herne, Tel. 02323 94628-0, www.museum-herne.de. Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Freitag 9 Uhr bis 17 Uhr, Donnerstag 9 Uhr bis 19 Uhr, Samstag, Sonntag, Feiertag 11 Uhr bis 18 Uhr