[WestG] [AKT] Vortrag: Mecking, Staedtische Beamte d. westf. Gauhauptstadt Muenster, 31.03.2004

Marcus Weidner Marcus.Weidner at lwl.org
Mon Mar 22 08:10:25 CET 2004


Von: "geschichtskultur-ruhr - Mailingliste", <Mailing at geschichtskultur-ruhr.de>
Datum: 19.03.2004, 08:15

Übernahme aus der Mailingliste "Geschichtskultur-ruhr"


AKTUELL 

Zwischen Parteibuch und Paragraphen.
Die städtischen Beamten der westfälischen Gauhauptstadt Münster
Vortrag von Dr. Sabine Mecking, Westfälisches Institut für
Regionalgeschichte, Münster, mit anschließender Diskussion

Mittwoch, 31. März 2004, 19.30 Uhr
Dokumentationsstätte "Gelsenkirchen im Nationalsozialismus"
Cranger Straße 323, 45891 Gelsenkirchen

Anders als staatliche Fachverwaltungen mit speziellem Wirkungskreis deckt
die Kommunalverwaltung ein breites und vielschichtiges Aufgabenfeld ab. Sie
hat aufgrund ihrer räumlichen Nähe, ihres lokalen Wirkungsfeldes und ihres
Publikumsverkehrs (zumindest idealtypisch) eine geringere Distanz zur
Bevölkerung. Ihr enger Kontakt zu den Einwohnern der Stadt ermöglicht
einerseits eine unmittelbare Kommunikation und zieht andererseits eine
direktere Kontrolle nach sich. Mit der Stadtverwaltung wird eine Behörde im
NS-Staat in den Blick genommen, die keine neugeschaffene Sonderbehörde oder
Parteidienststelle war, die explizit zur Ausgrenzung, Ausplünderung und
Ausmerzung der Juden oder Sinti und Roma eingerichtet wurde. Doch auch sie
fügte sich genau wie andere staatliche und kommunale Verwaltungen und
Einrichtungen in das nationalsozialistische Diskriminierungs-, Verfolgungs-
und Terrornetzwerk ein.

Die Maßnahmen der Behörde vor Ort prägten zumeist für die Betroffenen
direkter den Verfolgungsalltag als so manche abstrakte Rechtsnorm.
Exemplarisch wird dies für die Stadt Münster betrachtet. Zunächst soll
lokales Behördenhandeln am Beispiel der "Arisierung jüdischen Eigentums"
nachgezeichnet werden, anschließend wird nach Rahmenbedingungen, Motiven
und Interessen der städtischen Akteure gefragt.


INFO

Dokumentationsstätte
"Gelsenkirchen im Nationalsozialismus"
Cranger Straße 323
45891 Gelsenkirchen

Telefon: (0049)-(0)209-1672960
Telefax: (0049)-(0)209-1672951
E-Mail: doku-ge at institut-fuer-stadtgeschichte.de

Postadresse
Institut für Stadtgeschichte, Wissenschaftspark
Munscheidstraße 14
45886 Gelsenkirchen

Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag 10 - 13 Uhr und 14 - 18 Uhr
an Feiertagen und während der Schulferien geschlossen
Eintritt: frei

Die Dokumentationsstätte ist Teil des Instituts für Stadtgeschichte, 
einer Einrichtung in Trägerschaft der Stadt Gelsenkirchen.