[WestG] [AKT] Westfaelisches Museum fuer Archaeologie stellt Jahresprogramm vor

Rita Börste rita.boerste at lwl.org
Die Jan 27 12:03:32 CET 2004


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org> 
Datum: 27.01.2004, 11:35


AKTUELL

Westfälisches Museum für Archäologie stellt Jahresprogramm vor

Das Westfälische Museum für Archäologie will 2004 seine Position am neuen
Standort in Herne festigen und bietet ein vielseitiges Programm. Mit Familiensonntagen und
Kreativseminaren will das Archäologie-Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe
(LWL) Familien, Jugendliche und Erwachsene ansprechen. Ab 17. Juni läuft die erste
Sonderausstellung über Prärieindianer und Eiszeitjäger. Das Museum hat an seinem neuen
Standort in Herne in den ersten zehn Monaten fast 70.000 Besucherinnen und Besucher gezählt.

"Wir sind angenehm überrascht, dass das Museum äußerst positiv angenommen worden ist,"
bilanziert LWL-Museumsdirektorin Dr. Gabriele Isenberg die ersten neun Monate am neuen
Standort. Mit 70 000 Gästen in zehn Monaten seien nicht nur Stammkunden wiedergekommen,
sondern das Museum habe auch viele neue Freunde gewonnen, die sich auf das Abenteuer
Archäologie einlassen wollten. Auch 2004 wollen wir unserem hohen Qualitätsanspruch
gerecht werden. Bei der Gratwanderung zwischen Bildungsauftrag und Eventkultur, dem
heutzutage jedes Museum ausgesetzt ist, setzen wir auf die Strategie der Nachhaltigkeit.

Wir wollen, dass unsere Besucherinnen und Besucher etwas für sich selbst mitnehmen, das über
die Zeit des Museumsbesuchs hinaus reicht", erklärt die westfälische Landesarchäologin.
Vor allem Familien und an Archäologie interessierte Jugendliche und Erwachsene will das
Museum im Jahr 2004 ansprechen. Deshalb wird jeder erste Sonntag im Jahr ein Familiensonntag
mit einem besonderen, kostenlosen Angebot. Der kommende Familiensonntag (1.2.) ist den
Rittern gewidmet. 

Für Kinder gibt es um 14 Uhr und um 16 Uhr das Programm "Wie die alten
Rittersleut". Im Mittelalter galten Ritter als edle und mutige Kämpfer mit vorbildlichen
Manieren. Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren können sich im Archäologie-Museum vom Knappen
zum Ritter ausbilden lassen. Neben höfischen Benehmen lernen die jungen Recken alles über
das ritterliche Leben im Mittelalter. Bevor die Knappen feierlich den Ritterschlag
erhalten, stellen sie sich selbst einen Teil der Rüstung her.Während sich die 8- bis
12-Jährigen im LWL-Archäologiemuseum vom Knappen zum Ritter ausbilden lassen, machen die
Erwachsenen unter fachkundiger Führung einen Rundgang durch 250 000 Jahre
Menschheitsgeschichte in Westfalen. 

Im Museumskino läuft um 12 Uhr und um 15 Uhr der dänische
Spielfilm "Valby - Das Geheimnis im Moor". Die drei Freunde Sven, Bo und Petra geraten durch
ein vom Blitz getroffenes Funkgerät ins Mittelalter. Während den beiden Jungs die Flucht in
die Gegenwart gelingt, wird Petra von einer Horde Ritter geraubt. Gemeinsam mit der kleinen
Hanna begeben sich die Freunde zurück ins Mittelal-ter, um Petra zu retten. Im Februar
beginnen auch die so genannten Kreativseminare, die mehrere Stunden aber auch ein ganzes
Wochenende dauern können. 

"Damit wollen wir vor allem ältere Jugendliche und aktive Erwachsene ansprechen, 
die sich einmal intensiv und das heißt auch praktisch mit dem Leben in
einer vergangenen Zeit auseinandersetzen wollen, zum Beispiel einer 20 000 Jahre alten
Jagdtechnik wie der Speerschleuder oder der ersten Kunst" erläutert Museumspädagoge
Michael Lagers das Angebot. Im ersten Seminar am 15.2. geht es um das mittelalalterliche
"Feuer-Zeug", den Feuerstahl dafür schmieden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst.

Am 28. März feiert das Museum gleich zweimal Geburtstag: seinen ersten in Herne und seinen
siebzigsten insgesamt. Denn 1934 wurde die archäologische Abteilung des
Provinzialmuseums in Münster eigenständige Institution unter dem Namen "Landesmuseum für
Ur- und Frühgeschichte". Zum ersten Mal nimmt auch das Archäologie-Museum des
Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe in diesem Jahr an der ExtraSchicht - Die Nacht der
Industriekultur" (10.7.2004) teil. Das Museum beteiligt sich unter dem Motto
"Industrie-Archäologie" mit Spezialführungen, Vorträgen, Filmen und Mitmach-Aktionen.

Die zweite Jahreshälfte 2004 steht unter dem Zeichen von Prärieindianern und
Eiszeitjägern: Am 17. Juni beginnt die erste Sonderausstellung, die bis zum 16. Januar 2005
laufen soll. Die Ausstellung zeigt das frühere Leben der nordamerikanischen Jäger der
Prärien und Plains und stellt dies den Spuren der frühen modernen Menschen gegenüber, die vor
40 000 bis 12 000 Jahren in einem ähnlichen Lebensraum in Europa lebten. Dafür wird in der 800
Quadratmeter großen Halle sogar ein ganzes Tipi-Dorf aufgebaut. "Eiszeitjäger und
Prärieindianer haben vieles gemeinsam, zeigen aber auch viele Unterschiede. 

Durch die Gegenstände und Überlieferung der Prärieindianer, deren Lebensweise erst im 19.
Jahrhundert weitgehend vernichtet worden ist, erahnen wir, was aus der Zeit der
Eiszeitjäger alles verloren gegangen sein kann, zum Beispiel Babytragen und reich
verzierte Kleidung. Die Frage, die hinter der Ausstellung steht, ist ob uns unser Wissen von
den nordamerikanischen Indianern helfen kann, unsere eigene Vergangenheit besser zu
verstehen, von der nur so wenig übrig ist", erläutert Museumsleiterin Dr. Barbara
Rüschoff-Thale das Konzept der Ausstellung. 


INFO

Westfälisches Museum für Archäologie,
Europaplatz 1
44623 Herne
Tel. 02323 94628-0
URL:www.museum-herne.de. 

Öffnungszeiten:
Dienstag, Mittwoch, Freitag 9 Uhr bis 17 Uhr
Donnerstag 9 Uhr bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertag 11 Uhr bis 18 Uhr