[WestG] [LIT] Mark Steinert, Die alternative Sukzession im Hochstift Osnabrueck

Rita Börste rita.boerste at lwl.org
Mit Feb 25 13:44:21 CET 2004


Von: "Kehne, Birgit, Dr." <Birgit.Kehne at staatsarchiv-os.niedersachsen.de>
Datum: 25.02.2004, 13:19


LITERATUR

Mark Alexander Steinert
Die alternative Sukzession im Hochstift Osnabrück. Bischofswechsel und das
Herrschaftsrecht des Hauses Braunschweig-Lüneburg in Osnabrück 1648-1802
Osnabrücker Geschichtsquellen und Forschungen

Herausgegeben vom Verein für Geschichte und Landeskunde von Osnabrück,
Bd. 47, Osnabrück, Selbstverlag des Vereins, 2003
ISBN 3-9806564-6-2


Im Hochstift Osnabrück wechselten sich zwischen 1648 und 1802 in einer
alternativen Sukzession evangelische Bischöfe aus dem Hause
Braunschweig-Lüneburg und katholische Bischöfe in der Landesherrschaft ab. 
Diese im Alten Reich einzigartige Wechselfolge hatte ihre Grundlage im
Westfälischen Frieden und begründete eine verfassungsrechtliche
Sonderstellung Osnabrücks unter den Fürstentümern des Reiches. 
Die alternative Sukzession prägte entscheidend die Osnabrücker
Stiftsverfassung, mit der am Ende des verheerendsten europäischen Krieges
der frühen Neuzeit der Versuch gemacht wurde, einen Ausgleich zwischen
katholischem und evangelischem Kirchenrecht zu finden. Es sollte eine
rechtliche Gleichstellung der Konfessionen hergestellt und das
Herrschaftsrecht zwischen Katholiken und Protestanten paritätisch aufgeteilt
werden.

In dieser Arbeit werden zunächst die rechtlichen Grundlagen der alternativen
Sukzession und ihre Auswirkungen auf die Osnabrücker Stiftsverfassung
dargestellt. Im Anschluss daran werden die Wechsel von katholischen zu
evangelischen Bischöfen eingehend untersucht. Sie gaben Anlass zu
Auseinandersetzungen zwischen Protestanten und Katholiken über die
alternative Sukzession im allgemeinen und das Sukzessionsrecht des Hauses
Braunschweig-Lüneburg in Osnabrück im besonderen.