[WestG] [AUS] Stadtmuseum Muenster: Bick hinter die Kulissen - Sammeln und Forschen, 15.02.-11.04.04

Rita Börste rita.boerste at lwl.org
Fre Feb 13 09:50:12 CET 2004


Von: "Ingrid Fisch" <FischI at stadt-muenster.de>
Datum: 13.02.2004, 09:22


AUSSTELLUNG

Stadtmuseum Münster setzt Museumsarbeit anschaulich in Szene /
Bick hinter die Kulissen: Sammeln und Forschen

Der Blick hinter die Kulissen ist für die Museumsbesucher stets etwas Besonderes. 
Oft machen entsprechende Führungen durch diese für das Publikum verborgenen 
Räume Lust auf mehr. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Stadtmuseums 
Münster möchte das Haus an der Salzstraße genau diesem Wunsch nachkommen 
und die Museumsarbeit für die Öffentlichkeit transparenter darstellen. 
Vier Ausstellungen in der Reihe "Hinter den Kulissen" erzählen von den Aufgaben 
der Museumsarbeit, resümieren Vergangenes und blicken nach vorn.

Den Auftakt macht eine Schau zum Thema "Sammeln und Forschen", die vom  
15. Februar bis zum 11. April gezeigt wird. Jedes Museum ist wie ein Eisberg: 
In der Dauerausstellung ist jeweils nur die Spitze zu sehen. Der größere Teil der 
Objekte lagert verborgen in Schubladen, Regalen und Vitrinen oder hängt an Wänden 
in den Magazinen des Museums. Der Frage, warum diese für die breite Masse nicht 
sichtbaren Schätze von allergrößter Wichtigkeit für ein Museum sind, geht die 
Ausstellung auf den Grund.

Besonders in ein historisches Museum - wie das Stadtmuseum - gelangen Objekte 
von sehr unterschiedlichem Wert und Material und zwar als Schenkungen, als 
Dauerleihgaben oder als gezielte Ankäufe. Alle Stücke werden zuerst am 
Schreibtisch der Wissen-schaftler erforscht und dokumentiert. Stadtgeschichtliche 
Museen sind zusammen mit Archiven das kollektive Gedächtnis der Bürger. 
Die eingelagerten Objekte sind der Fundus entweder für Sonderausstellungen und 
Erinnerungsquelle für nachfolgende Generationen. Die kleine Ausstellung soll 
einen Einblick in diesen Bereich der Museumsarbeit bieten, der zu den 
Kernaufgaben gehört, aber für das Museumspublikum meist unsichtbar bleibt.

Der Besucher tritt unmittelbar in den Arbeitsbereich eines wissenschaftlichen 
Mitarbeiters ein. Doch nicht nur Schreibtisch, Computer und Aktenordner 
wurden in Szene gesetzt, sondern auch Magazine sind beispielhaft nachgebildet 
worden. So finden sich Gemälde platzsparend wie im Depot gehängt wieder und 
Objekte verschiedener Zeiten und Materialien sind mit Inventarnummer in einer 
Vitrine sichergestellt. Es soll den Besuchern ein authentischer Eindruck vermittelt 
werden. Die Präsentation orientiert sich an der Aufbewahrung in den Magazinen. 
Da bleiben bei Porzellantassen schützende Polster sichtbar und bei dem Selbstporträt 
von Fritz Tüshaus, dessen Oberfläche in der Vergangenheit gelitten hat, sind die 
Schadstellen erkennbar bis zur Restaurierung mit Japanpapier gesichert worden.

Vieles wird erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Wer nicht nur oberflächlich 
hinschaut, entdeckt etwa zwei Stühle, die der berühmte Jugendstilkünstler Bernhard 
Pankok in den 1920er Jahren gefertigt hat. Die beiden Objekte aus Palisander gehören 
zum Esszimmer des Hauses von Max Rosenfels. Da die Einrichtung nicht vollständig 
ausgeliefert wurde, blieben die beiden Stühle im Besitz des Künstlers. Der Verein 
Münster-Museum hat die Stücke 1988 für das Stadtmuseum erworben. Aber auch 
andere Objekte - weniger Aufsehen erregende wie verschiedene Hüte - tragen zu 
einem vollständigeren Bild der münsterischen Stadtgeschichte bei und sind aus 
der Sammlung nicht wegzudenken.


INFO

Stadtmuseum Münster
Salzstraße 28
48143 Münster
Tel.: 0251/492-4503
eMail: museum at stadt-muenster.de 
URL: www.stadt-muenster.de/museum